Salem – Der Gemeinderat hat am Dienstagabend alles klar gemacht für den Bau eines neuen Wohnquartiers am südlichen Ortsrand von Neufrach. Hier will das Salemer Bauunternehmen Bernhard Straßer südlich der Aachstraße als Bauträger auf einer 1,7 Hektar großen Fläche 18 Einzel- und vier Mehrfamilienhäuser errichten. Nach einem zweieinhalbjährigen Verfahren hat der Gemeinderat nun bei einer Gegenstimme die Satzung für die erforderliche Änderung des aus dem Jahr 1961 stammenden Bebauungsplans "Neufrach Ort" beschlossen.

Vor dem Beschluss beriet das Gremium die während der wiederholten Auslegung des Bebauungsplanentwurfs eingegangenen Anregungen und Bedenken. "Wesentliche Auswirkungen auf den Bebauungsplanentwurf haben die eingegangenen Stellungnahmen nicht", erklärte der Überlinger Städteplaner Helmut Hornstein. Vonseiten der Fachbehörden und der Träger öffentlicher Belange sind keine nennenswerten Stellungnahmen mehr eingegangen. Im Gegensatz zu den Stellungnahmen von privater Seite. Vorwiegend Anlieger aus der Aachstraße haben in großem Umfang Bedenken vorgebracht. "Es ist aber kaum etwas darunter, was wir nicht schon abgearbeitet hätten", meinte Gemeinderätin Ursula Hefler (FWV). So kam es denn auch zu keinen Diskussionen mehr.

Vonseiten der Anwohner aus der Aachstraße wurde unter anderem kritisiert, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgenommen wurde. Weiter wurde das vom Bauunternehmen Straßer in Auftrag gegebene Lärmgutachten in Frage gestellt. Dass es sich hier, wie aus einer der Stellungnahmen herauszulesen ist, um ein Gefälligkeitsgutachten handelt, hielt Hornstein für einen absurden Gedanken. "Das würde sich kein Gutachter erlauben", betonte Hornstein. Der Lärm würde bei weitem von den bereits bestehenden Immissionen überlagert, die von der vorbeiführenden Bahnlinie und dem Verkehr in der Markdorfer Straße kämen.

In Zweifel gezogen wurde in einer Stellungnahme auch die von dem Sigmaringer Ingenieurbüro Langenbach geschätzten Fahrzeugbewegungen in dem Wohnquartier. Während das Ingenieurbüro in Spitzenzeiten von etwa 50 Fahrzeugbewegungen pro Stunde ausgeht, bezifferten die Einwender diese mit 120 bis 150. Für Hornstein eine Zahl, die weit jenseits allem nur Erdenklichen liegt. Gemeinderat Josef Kamuf (CDU) hingegen hielt sie für realistisch und erklärte: "Deshalb kann ich diesem Bebauungsplan auch nicht zustimmen."

Sowohl Bürgermeister Manfred Härle als auch Helmut Hornstein waren der Meinung, dass der Bebauungsplan in der jetzigen Form sowohl den Belangen der Anwohner aus der Aachstraße als auch den künftigen Bewohnern des neuen Wohnquartiers gerecht wird.