"Es war nie in der Art geplant", sagt Klaus Diwersy, wenn das Thema auf den Aufstieg seiner Volleyballer in die 2. Bundesliga kommt. Diwersy ist Abteilungsleiter der Volleyballer beim TSV Mimmenhausen. Was er mit "in der Art" meint, bleibt im Dunkeln, denn dass die Aufstiegsambitionen vorhanden waren, blieb kein Geheimnis. Nun hat es geklappt. Im Herbst gehen die Mimmenhauser Volleyballer in ihre erste Zweitligasaison. Zuvor hatten sie drei Jahre lang erfolgreich in der 3. Liga gespielt.

Ex-Profi Christian Pampel mit dabei

Noch vor Rundenbeginn hatten sich die Verantwortlichen sehr zurückhaltend auf die Frage des Aufstiegs geäußert. Schon in der vorletzten Runde 2016/2017 hätte die junge Truppe um ihren neuen Spielertrainer und Ex-Profi Christian Pampel beinahe den Aufstieg errungen. Am Ende behielt Mitkonkurrent SSC Karlsruhe einen kühlen Kopf und sicherte sich den Schritt in die 2. Bundesliga. Eine Saison zuvor verdiente Pampel noch Geld mit Volleyball in Katar.

Sportbegeisterte Familie

Der TSV Mimmenhausen war für den Ausnahmeathleten, Volleyballer des Jahres 2003 und 212-fachen Nationalspieler seine erste Amateurstation. In seiner Profilaufbahn holte er allein mit dem VfB Friedrichshafen je vier Deutsche Meisterschaften und Pokalsiege, nahm 2008 an den Olympischen Spielen in Peking teil, wurde Meister in Italien und Katar. Von Doha kam er nach Daisendorf an den Bodensee, wo er mit seiner Familie wohnt. Sein Bruder Markus spielte in Mimmenhausen Volleyball, seine Frau Barbara spielte in ihrer aktiven Zeit bei der HSG Mimmenhausen-Mühlhofen Handball.

Start einer Erfolgsgeschichte

Pampel schaute sich bei Heimatbesuchen die Volleyballspiele an. Vor allem die familiäre Atmosphäre und das besondere Verhältnis, die Spieler und Zuschauer verband, gefielen ihm. Als er die Bereitschaft zeigte, beim TSV einzusteigen, griff Diwersy zu. Es sollte sich eine Erfolgsgeschichte entwickeln. In Pampels erster Saison spielte seine Mannschaft oben mit. In seiner zweiten Saison stand der Verein vor Ende der Spielzeit als Aufsteiger fest.

Klaus Diwersy kam 1986 an den Bodensee

Eine Erfolgsgeschichte, die ihre Wurzeln schon Jahre zuvor gebildet hatte. Der Saarländer Klaus Diwersy kam 1986 über die Zwischenstation Lübeck an den Bodensee. Als junger Ingenieur hatte er Arbeit bei den Bodenseewerken gefunden und ließ sich in Salem nieder. Er selbst war aktiver Volleyballspieler. "Zu meinen fittesten Zeiten hatte ich Verbandsliga-Niveau", stuft sich der Sportmanager selbst ein.

Als Autodidakt intuitiv trainiert

Schon in Lübeck hatte er sich schnell einen Volleyballverein gesucht, das Gleiche machte er auch in Salem. "Beim TSV spielten damals die Damen höherklassiger", erinnert er sich, "aber wichtige war die intakte Volleyballgemeinde". Nachdem er zur Mimmenhauser Volleyballgemeinde stieß, musste er auch schon Verantwortung übernehmen, obwohl er bis heute keine Trainerlizenz gemacht hat. "Ich hatte einen guten Trainer, der in meiner Jugendzeit gewirkt hat. Er hat mir penibel das Spiel beigebracht", erzählt er heute. Als Autodidakt hätte er intuitiv trainiert.

Familie Diwersy stellte oft Hälfte des Herrenteams

Nacheinander hätten ihn seine fünf Söhne ins Training begleitet. Später sollte Familie Diwersy oft die Hälfte des Herrenteams stellen, beim Volleyball stehen sechs Spieler auf dem Spielfeld. Es gibt fünf Diwersy-Brüder. Die Brüder nahmen ihre Freunde mit zum Volleyball. Die jungen Sportler entwickelten sich zusammen beim Volleyball. Einige von ihnen wurden in die Südbadische Jugendauswahl berufen, sie erlebten gemeinsame Erfolge. Die Süddeutsche Meisterschaft in der A-Jugend und die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft waren große Erfolge.

Die Volleyballer des TSV Mimmenhausen bedanken sich nach dem letzten Spiel bei ihren Unterstützern, ohne die der Aufstieg nicht möglich wäre.
Die Volleyballer des TSV Mimmenhausen bedanken sich nach dem letzten Spiel bei ihren Unterstützern, ohne die der Aufstieg nicht möglich wäre. | Bild: Mardiros Tavit

Die Oberliga erledigten die Freunde im Durchmarsch. Diwersy, Wolters, Pilihaci, Birkenberg: Namen, die damals wie heute auf den Spielberichtsbogen stehen. Später stießen Spieler wie Michael Kasprzak und Kolja Hüther hinzu. Auch sie fügten sich ins Mannschaftsgefüge ein. Sie merkten schnell, dass mehr in ihnen steckt und kratzen früh an den Aufstiegsplätzen.