Fünf Wochen Vorbereitung fanden bei der ersten Rickenbacher Klimademo einen erfolgreichen Abschluss. 30 Kinder und ebenso viele Erwachsene kamen mit selbst gestalteten Plakaten und allerlei Krachmachern zum Dorfgemeinschaftshaus im kleinsten Salemer Teilort. Von dort sollte der kleine Demonstrationszug über die Straße zum nahen Hennenbrunnen gehen.

Doch die Aufsichtsbehörde hatte diesen Weg nicht gestattet. So gingen die Dorfkinder kurzerhand über das private Nachbargrundstück an den landwirtschaftlichen Geräten vorbei zu ihrem Kundgebungsort. Die Sicherheit der politischen Demonstration wurde von zwei Polizeibeamten sichergestellt. Ebenso waren den Auflagen entsprechend zwei Ordner eingeteilt.

Auch ein ganz kleiner Demonstrant war bei der ersten Rickenbacher Kinder-Klimademo dabei.
Auch ein ganz kleiner Demonstrant war bei der ersten Rickenbacher Kinder-Klimademo dabei. | Bild: Mardiros Tavit

Kinder skandieren: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut"

Am Hennenbrunnen angekommen, stellten sich die Kinder ganz vorne auf, sodass die vorbeifahrenden Fahrzeuge sie gut sehen konnten. Und immer, wenn ein Auto, ein Lastwagen oder ein Traktor vorbeifuhr, wurde es laut. Immer wieder skandierten die Teilnehmer das Motto: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut." Dabei wurden die Plakate geschwenkt.

Immer wenn ein Fahrzeug vorbeifuhr, wurden die Kinder laut und machten auf ihr Anliegen aufmerksam.
Immer wenn ein Fahrzeug vorbeifuhr, wurden die Kinder laut und machten auf ihr Anliegen aufmerksam. | Bild: Mardiros Tavit

Ortsreferent Walter Waggershauser bestärkt Kinder

Die kleine Kundgebung an der Dorfbachstraße war gut vorbereitet. Das achtköpfige Team, alles Rickenbacher Kinder, hatte jedes Detail geplant. Ellen und Lara, beide zehn Jahre alt, hielten die Begrüßungsrede.

Anschließend wurde der Liedtext des Demosongs verteilt. Ortsreferent Walter Waggershauser zeigte sich begeistert von so viel Engagement und motivierte die Kinder, weiter zu machen. Sie sollten sich immer für ihre Umwelt einsetzen.

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Zwölfjährige halten programmatische Reden

Die programmatische Rede der Demo zu halten, war die Aufgabe der zwölfjährigen Maya. "Wir alle zusammen müssen früher oder später die Konsequenzen tragen und da fragen wir uns, warum kämpfen wir nicht jetzt schon gegen die Folgen", fragte sie in die Runde. "Die Welt hat Fieber. Die Welt, die die Erwachsenen hatten, gibt es für uns Kinder nicht mehr und deshalb tun wir was", rief sie ihren Zuhörern zu.

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Kinder verteilen Flyer mit Tipps zum Umweltschutz

Den Abschluss gestalteten Vanessa und Josua, ebenfalls zwölf Jahre alt. Sie wiesen auf die vorbereiteten Flyer hin. Ihre gleichaltrige Freundin Judith hatte "Tipps für Kids" zusammengetragen, damit die Kinder wissen, wie sie ihre Umwelt schützen und das Klima wenig belasten können. Die Ratschläge reichten von Fahrrad fahren und Fahrgemeinschaften bilden bis hin zur Vermeidung von Plastikmüll.

Die erste Kinder-Klimademo in Salem-Rickenbach geht zwischen den örtlichen Obstplantagen zu Ende.
Die erste Kinder-Klimademo in Salem-Rickenbach geht zwischen den örtlichen Obstplantagen zu Ende. | Bild: Mardiros Tavit

Auto- und Lastwagenfahrer reagieren positiv auf die kleinen Klimaschützer

Nach der Demo waren die Kinder ganz euphorisch. Die Autofahrer hätten ihnen zugewunken und die Daumen nach oben gehalten. Lastwagenfahrer hätten ihre Blicklichter auf dem Dach eingeschaltet. Die Kinder hatten auch einen ganz speziellen Unterstützer: Die ganze Zeit kreiste ein Bussard über ihren Köpfen, ganz so, als ob er aufpassen wollte, dass den kleinen Klimakämpfern nichts zustößt.