Alle, die keinen eigenen Gemüsegarten haben, finden hier Ersatz: im vor gut zwei Jahren in Salem gegründeten Verein Solidarische Landwirtschaft, kurz Solawi. Dessen Mitglieder erhalten von Mai bis Oktober frisch geerntetes Gemüse, das rund um den ehemaligen Staigerhof an der Tüfinger Straße im Salemer Teilort Mimmenhausen angebaut wird. Hervorgegangen ist der Verein aus der Genossenschaft Wegwarte, die den Staigerhof vor drei Jahren erwarb und die dazugehörigen Flächen naturnah bewirtschaftet.

Der Verein hat sich die Förderung der Landschaftspflege auf die Fahnen geschrieben und, wie es in der Vereinssatzung weiter heißt, „die Entwicklung von gesundem, ökologisch orientiertem und nachhaltig bewirtschaftetem Lebensraum.“ Solawi-Sprecher Friedrich Broz formuliert es so: „Förderung der regionalen Versorgung, bei der auch kleine Biohöfe überleben können.“

Mit dem Anbau von Biogemüse ist der Verein selbst tätig geworden. Die zum ehemaligen Staigerhof gehörenden Flächen wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren von konventioneller auf biologische Bewirtschaftung umgestellt und als Biobetrieb zertifiziert. Die zwölf Hektar werden je zur Hälfte als Weiden für die Tierhaltung und für den Gemüseanbau genutzt

Was geerntet wird, kommt hauptsächlich auf die Teller der Vereinsmitglieder. Während der Erntezeit von Mai bis Oktober können sie sich auf dem Hof zweimal wöchentlich einen üppig gefüllten Gemüsekorb abholen. Dieser enthält alles, was in der Region so wächst. Die Vereinsmitglieder haben aber Einfluss darauf, von welchen Gemüsearten mehr oder weniger angebaut werden soll. „Das kann, je nach Gusto, von Jahr zu Jahr variieren“, erklärt Friedrich Broz. Festgelegt wird dies in den jährlichen Mitgliederversammlungen. Auch der Preis für den Bezug der Gemüsekörbe wird dabei festgelegt. In diesem Verfahren wird der Begriff „solidarisch“ manifestiert. „Erzeuger und Konsument tragen gemeinsam die Ernterisiken“, beschreibt Friedrich Broz das Gegenseitigkeitsprinzip, das Biohöfen auch das Überleben garantieren soll, wenn das Wetter die Ernte einmal ein oder zwei Jahre verhagelt.

Neu ist die Idee der solidarischen Landwirtschaft nicht. Sie wird schon seit Jahrzehnten in aller Welt praktiziert. „Seit einiger Zeit gründen sich jetzt aber unwahrscheinlich viele solcher Vereine“, sagt Friedrich Broz. Und trotzdem: In der hiesigen Region nimmt der Salemer Solawi noch eine Vorreiterrolle ein.


Der Verein

Der Salemer Verein Solidarische Landwirtschaft wurde im Herbst 2013 gegründet. Er hat mittlerweile 35 Mitglieder. Zwischen Mai und Oktober werden sie mit dem Gemüse versorgt, das auf dem ehemaligen Staigerhof in Salem-Mimmenhausen von der genossenschaftlich organisierten Hofgemeinschaft Wegwarte angebaut wird. Zweimal wöchentlich können sie dort während der Erntezeit einen bunt gemischten Gemüsekorb abholen. Für eine größere Familie zahlt man 25 Euro pro Woche, für Zwei- bis Drei-Personen-Haushalte kostet es die Hälfte.

Am Freitag, 22. Januar, findet in Salem-Weildorf um 19 Uhr im Pfarrgarten 3 eine Mitgliederversammlung statt, zu der alle Interessierten kommen können.

Kontakt: Bertram Zang, Telefon 0 75 53/9 16 48 68, Informationen im Internet:

www.wegwarte-salem.de