Was braucht Bio-Getreide, um am Bodensee zu wachsen, warum sieht Weizen überall gleich aus und vor welchen Herausforderungen stehen Züchter? Diese und mehr Fragen standen im Mittelpunkt einer vom Verein Slow Food Convivium Bodensee organisierten Exkursion auf das Hofgut Rimpertsweiler in Salem. Getreidezüchter Bertold Heyden von dem auf dem Hof ansässigen Keyserlingk-Institut und Hofbäcker Svende Schlingmann gaben Einblicke in ihre jeweilige Arbeit und beantworteten Fragen der Besucher.

Der Hof Rimpertsweiler sei außergewöhnlich, urteilte Silva Schleider von Slow Food zu Beginn der Veranstaltung. Hier gebe es von der Zucht der Getreide bis zur Verarbeitung beim Bäcker alles an einem Ort. „Die gesamte Kette auf einem Flecken.“

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Wenn man sich Weizen auf den Feldern anschaut, sehe er überall gleich aus, meinte Getreidezüchter Berthold Heyden. Das liege daran, dass die Anbaubedingungen durch Düngung und Schädlingsbekämpfung angeglichen würden. „Im Ökoanbau hat man eine größere Vielfalt.“ Er selbst habe vier Weizensorten gezüchtet, die er als sogenannte Erhaltungssorten – Sorten, die zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen – habe anmelden können. Sein Getreide sei an anderen Orten als am Bodensee jedoch nicht zu gebrauchen, sagte er. „Das sind ganz andere Bedingungen.“

Hofbäcker Svende Schlingmann berichtet über seinen Werdegang und den Beruf.
Hofbäcker Svende Schlingmann berichtet über seinen Werdegang und den Beruf. | Bild: Lange, Tobias

Zu gebrauchen sind sie aber in Salem, wie Bäcker Svende Schlingmann erläuterte. Die von Berthold Heyden gezüchteten Weizensorten wachsen auf den Feldern des Hofguts und werden dort auch verarbeitet. Wöchentlich werden in der Hofbäckerei 1100 bis 1200 Brote gebacken, sagte der Bäcker. Hinzu kommen Brötchen, Brezeln und mehr.

Für ihn sei es wichtig, dass jeder in seinem Leben zwei Orte besucht: den Metzger und den Bäcker. Denn die Menschen müssten sich ein Bild davon machen, woher ihr Essen kommt. „Und wer sein Brot aus dem Backautomat beim Discounter kauft, bei dem ist eh alles zu spät“, scherzte der Hofbäcker, der bei der Gelegenheit seinen Arbeitsplatz und die Geräte vorstellte.