"Compagni di viaggio." Seine Weggefährten. So stellt Adelmo Fornaciari, den alle Welt nur Zucchero nennt, am Donnerstagabend beim Salem Open Air seine Band vor. Und Weggefährten sind sie dann irgendwie alle. Nicht nur die Musiker. Ebenso die 4500 Besucher auf dem Schlossplatz. Zusammen begeben sie sich auf eine Reise – durch Jahrzehnte von Blues-, Gospel- und Rockmusik. Vertont durch Zucchero, der wie immer Hut trägt, und seine hochkarätige Band. "Partigiano reggiano" schmettert der 61-jährige Italiener als ersten Titel, singt von einer freien Welt, freien Träumen und freier Liebe. Noch tänzelt er von einem Fuß auf den anderen, klopft mit der rechten Hand rhythmisch auf seinen rechten Oberschenkel.

Mit jedem Lied wird dieses Bild aber stärker: Zucchero ist der Mann der großen Worte und Gesten. Bühne und Schlossplatz nimmt er für sich ein. "Black Cat" heißen sein aktuelles Album und die Welttournee. "13 buoni ragioni", "Ci si arrende" und "Hey Lord" gibt er unter anderem zum Besten. Bei jedem anderen würden Textpassagen wie "die Seele, die sich ergibt" kitschig klingen. Es wäre zu viel des Guten. Doch singt Adelmo Fornaciari diese Worte, gehen sie direkt ins Herz. Auf Italienisch noch viel mehr als auf Englisch. Werner Hohl aus Ravensburg hat Zucchero schon zweimal live gesehen: "Er hat einfach eine authentische Ausstrahlung auf der Bühne und ist live absolut unschlagbar." Die Begeisterung beim dritten Salem Open Air ist groß. Auch bei Adele Rieken, Ingrid Endres und Angela Wesche aus Überlingen. "Zucchero hat eine klasse Stimme und macht super Musik. Er ist ein Weltstar", sagt Ingrid Endres.

Bild: Jäckle, Reiner

Mal fordernd mit großem Orchester, mal sanfter, sitzend, mit der Gitarre über den Knien: Das Publikum tanzt dazu im Stehen. Das Publikum wiegt sich dazu im Sitzen. Zucchero ist ganz der Alleskönner, der seit den 1980er Jahren großen Erfolg mit seiner Musik hat. Seine Band hält an diesem Abend problemlos mit: Sie ist je nach Titel Bigband, Rockband oder Gospelchor. Und dann spielt er sie: seine älteren Lieder. Nach den Stücken von der Platte "Black Cat", stimmt Zucchero "Vedo nero" und "Baila – Sexy Thing" an. "Siamo fiamme nel cielo." Wir sind Flammen im Himmel. "Lampi in mezzo al buio." Blitze in der Dunkelheit. Wetterleuchten am Himmel stimmen in den Liedtext mit ein. Zucchero lässt die Atmosphäre auf sich wirken.

4500 Zuschauer sind für den Auftritt von Adelmo Fornaciari, alias Zucchero, auf den Platz am Schloss Salem geströmt. Das Wetter hält während des Konzerts. Erst danach beginnt es, sanft zu tröpfeln.
4500 Zuschauer sind für den Auftritt von Adelmo Fornaciari, alias Zucchero, auf den Platz am Schloss Salem geströmt. Das Wetter hält während des Konzerts. Erst danach beginnt es, sanft zu tröpfeln. | Bild: Reiner Jäckle

Er, der mehrfach hintereinander die Arena in Verona gefühlt hat, in Havanna im Freien vor 100 000 Menschen gespielt hat, ist von Salem begeistert. "Welch ein Abend", brummt er ins Mikrofon. Zweieinhalb Stunden lang steht er auf der Bühne. Zweimal sagt er "buona notte". Zweimal kommt er für Zugaben zurück ans Mikrofon. Ohne das Lied "Senza una donna" will niemand nach Hause gehen. Zucchero singt es als letzten Titel. "Grazie mille." Tausend Dank, scheint das Publikum zu sagen.

 

Konzerte, Parken, Einlass und Wetter

  • Die nächsten Salem Open Airs: Bereits heute Abend, 22. Juli, geht es mit den Konzerten am Schloss Salem weiter. Das vierte Salem Open Air spielen die Fantastischen Vier. Seit Wochen ist das Konzert restlos ausverkauft. Es wird keine Karten mehr an der Abendkasse geben, wie der Veranstalter Allgäu Concerts mitteilt. Vorband ist die Gruppe Sorgenkind. Beginn des Konzerts ist um 20 Uhr. Ab 21 bis etwa 23 Uhr stehen die Fantastischen Vier auf der Bühne. Einlass auf das Konzert-Gelände ist schon um 17.30 Uhr. Den Abschluss der diesjährigen Salem Open Airs bildet dann das Konzert mit Rolando Villazón am Donnerstag, 27. Juli. Noch gibt es Eintrittskarten für den Abend: im Internet unter https://ticket.suedkurier.de und in den SÜDKURIER-Geschäftsstellen. Die Karten kosten ab 62,30 Euro. Beginn des Konzerts ist um 20.30 Uhr. Zwischen 21.20 und 21.50 Uhr ist Pause. Auf der Bühne steht Villazón bis circa 22.30 Uhr. Einlass auf das Gelände ist ab 19 Uhr. Alle Zeitangaben sind ohne Gewähr.
  • Parken am Schloss Salem: Die Parkflächen P1, P2, P3, P4 und P5 befinden sich nah am Schloss und sind kostenpflichtig. Die Parkplatzgebühr beträgt nach Angaben von Allgäu Concerts 4 Euro pro Auto und sollte passend bereitgehalten werden. Sobald die Parkplätze direkt am Schloss belegt sind, wird die Zufahrt zum Veranstaltungsgelände ab dem Kreisverkehr gesperrt. Von Anfang an kann auch auf den Parkflächen am Schlosssee geparkt werden. Diese sind laut Veranstalter kostenlos. Der Fußmarsch zum Schloss nimmt allerdings 20 Minuten Zeit in Anspruch. Der Veranstalter empfehlt den Besuchern eine frühzeitige Anreise, um Staus zu vermeiden. Die VIP-Parkplätze sind ebenfalls ausgeschildert. Personal vom Konzertveranstalter steuert die Verkehrsströme und auch die Polizei ist vor Ort. An den Landesstraßen bestehen Halteverbote.
  • Einlasskontrollen: Der Konzertveranstalter weist ausdrücklich auf die Einlasskontrollen hin. "Rucksäcke, große Handtaschen und Turnbeutel sind auf dem Veranstaltungsgelände generell verboten. Diese können auch nicht am Veranstaltungsgelände deponiert werden", teilt Allgäu Concerts mit. Kleine Handtaschen und Bauchtaschen sind gestattet, werden jedoch am Einlass vom Sicherheitspersonal durchsucht. Bitte etwas mehr Zeit einplanen, da es durch die Kontrollen zu Verzögerungen kommen kann. Das darf mit rein: kleinere Digitalkameras und Handys, Knirpse, kleine Handtaschen (etwa Din-A5-Größe), Bauch- und Gürteltaschen sowie Jacken und persönliche Kleidung. Das bleibt draußen: große Taschen, Koffer, Rucksäcke, Turnbeutel, Getränke, Ausrüstungen für Foto-, Film- und/oder Tonaufnahmen, gefährliche Gegenstände und Stühle. Auf dem Gelände besteht die Möglichkeit, Getränke und Speisen zu kaufen.
  • Wetter: Die Open Airs finden bei jedem Wetter statt. Eine Absage wird nur bei Gefahr in Betracht gezogen und mit den Einsatzkräften besprochen.