Auch die Gemeinde Salem unterstützt das Bemühen des Interessenverbandes Bodenseegürtelbahn, das die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Radolfzell und Friedrichshafen sowie die Verbesserung des Zugtaktangebots zum Ziel hat. Einstimmig signalisierte der Gemeinderat seine Bereitschaft, sich an den Kosten für die Planungsphase I und II zu beteiligen.

"Wir dürfen nicht von der Elektrifizierung abgehängt werden", sagte Bürgermeister Manfred Härle bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dies wäre über kurz oder lang der Fall, wenn die Elektrifizierung der Südbahn zwischen Ulm und Lindau sowie der Hochrheinstrecke zwischen Basel und Schaffhausen kommt. Dann wäre die Bodenseegürtelbahn ein verbleibendes Dieselloch. Der Bund hat diesen Lückenschluss nicht in den gerade verabschiedeten Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen.

Das Land will deshalb über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) eine Lösung erreichen und beim Bund Fördermittel aus diesem Topf locker machen. Bei einer entsprechenden Bewilligung könnten so 60 Prozent vom Bund kommen, 20 Prozent würde das Land übernehmen, und die restlichen 20 Prozent der auf 140 Millionen Euro geschätzten Elektrifizierung müssten die an der Strecke Friedrichshafen-Radolfzell liegenden Landkreise und Kommunen finanzieren.

Wie Bürgermeister Härle erklärte, will sich die Gemeinde Salem darüber hinaus kundig machen, inwieweit sie in den Genuss von Fördermitteln des Landes kommen kann, die für die Modernisierung von Bahnhöfen aufgelegt werden sollen. Die Gemeinde Salem hat den Bahnhof im Jahr 2008 samt der angrenzenden Grundstücke entlang der Bahnhofstraße erworben. Diese Grundstücke wurden mittlerweile bis auf eine Ausnahme für gewerbliche Zwecke wieder veräußert.