Die im alten Neufracher Gewerbegebiet ansässige Firma Scheidegg Konstruktion und Blechverarbeitung will ihren Betrieb in das neue Gewerbegebiet verlagern, um expandieren zu können. Dafür hat der Gemeinderat am Dienstagabend den Weg geebnet.

Noch 3500 Quadratmeter verbleiben

Bei vier Stimmenthaltungen beschied das Gremium die Anfrage zum Verkauf einer rund 8300 Quadratmeter großen Gewerbefläche positiv. Die Zustimmung zum Verkauf einer 4000 Quadratmeter großen Reservefläche für einen zweiten Bauabschnitt machte das Gremium davon abhängig, in welcher Zeitschiene diese Fläche bebaut werden soll. Ein 1320 Quadratmeter großes Grundstück wurde mit mehrheitlicher Zustimmung an ein Unternehmen aus Uhldingen-Mühlhofen vergeben, das dort ein Kompetenzzentrum für das Baugewerbe errichten will. Bürgermeister Manfred Härle erklärte: „Wir sind jetzt mit unserer gewerblichen Entwicklung am Anschlag“. Er wies darauf hin, dass man nur noch 3500 Quadratmeter zur Verfügung habe.

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Firma will in zwei Schritten erweitern

Wie Bauamtsleiter Torsten Schillinger erklärte, begründet die Firma Reinhard Scheidegg ihre beabsichtigte Betriebsverlagerung damit, dass sie an ihrem jetzigen Standort an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen sei. Hier sind augenblicklich 35 Mitarbeiter beschäftigt. Im Zuge eines ersten Bauabschnitts sollen bis 2023 weitere 15 bis 20 Arbeitsplätze entstehen, bis 2035 plant das Unternehmen in einem zweiten Schritt mit einer Belegschaft von dann insgesamt 80 bis 100 Mitarbeitern.

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Reservefläche von 4000 Quadratmetern vorerst nicht vergeben

Über die Vergabe der 8300 Quadratmeter für den ersten Bauabschnitt herrschte nahezu Konsens am Ratstisch. Peter Frick (CDU) meinte: „Dies ist ein klassisches Beispiel für das, was wir unterstützen wollen.“ Mit der Vergabe einer Reservefläche von 4000 Quadratmetern tat sich das Gremium hingegen schwer und stellte diese Entscheidung zurück, bis mit der Firmenleitung geklärt ist, in welchem Zeitraum der zweite Bauabschnitt erfolgen soll. Weiter will Bürgermeister Härle auch die Modalitäten über ein Rückgriffsrecht seitens der Gemeinde klären, falls der zweite Bauabschnitt nicht in dem vereinbarten Zeitraum realisiert wird und die Gemeinde Bedarf an dieser Fläche hätte.

Arnim Eglauer (SPD) sprach sich allerdings dafür aus, von dem Grundsatz, keine Reserveflächen mehr zu vergeben, nicht abzuweichen. „Das können wir uns nicht mehr leisten.“

„Wenn der Grünzug nicht zurückgenommen wird, dann ist bei uns Feierabend mit gewerblicher Entwicklung“

Ralf Gagliardi meldete für die Grüne offene Liste (GoL) grundsätzliche Bedenken zur Vergabe von Gewerbeflächen an, weil es weder einen Kriterienkatalog dafür gebe, noch eine Strategie dafür, wie viel Fläche in welchem Zeitraum vergeben werden solle. Deshalb enthalte sich die GoL der Stimme. Diesem Argument hielt Bürgermeister Härle entgegen: „Wir brauchen keinen großartigen Kriterienkatalog, denn wir haben kaum mehr einen Vorrat an Gewerbeflächen.“ Noch deutlicher wurde Härle im Hinblick auf die vom Aktionsbündnis Grünzug betriebene Initiative gegen die im neuen Regionalplan vorgesehene Ausweitung des Neufracher Gewerbegebiets als Schwerpunkt für Industrie- und Gewerbeentwicklung. „Wenn der Grünzug nicht zurückgenommen wird, dann ist bei uns Feierabend mit gewerblicher Entwicklung“, betonte er.

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Unternehmen aus Uhldingen-Mühlhofen erhält Zuschlag für zweites Grundstück

Um ein 1320 Quadratmeter großes Gewerbegrundstück hatten sich gleich vier Unternehmen beworben: die Firma Schwimmbad Frey aus Salem-Weildorf, die Schreinerei Malin aus Bermatingen, Firmengründer Suat Aykol aus Immenstaad (Elektronik/Software) und die H+C Stuckateur GmbH/SV Bauunternehmen GmbH aus Uhldingen-Mühlhofen. Letzteres Unternehmen, das plant, noch weitere Handwerksbetriebe aus der näheren Umgebung ins Boot zu holen, möchte ein Kompetenzzentrum für das Baugewerbe mit entsprechenden Synergieeffekten schaffen.

Absage für Salemer Schwimmbadbauer

Sowohl Arnim Eglauer von der SPD als auch Klaus Bäuerle (GoL) favorisierten dieses Vorhaben gegenüber denen der drei anderen Grundstücksinteressenten. Peter Frick (CDU) hingegen konnte sich für keinen der vier erwärmen. Ingo Unger (CDU) sprach sich für das Salemer Unternehmen aus. Dieses Unternehmen beschäftigt vier Mitarbeiter. Wie Bauamtsleiter Schillinger erläuterte, sollte nach den Plänen des Schwimmbadbauers die Hälfte des Betriebsgebäudes an ein weiteres Handwerksunternehmen vermietet werden. Im Obergeschoss ist eine 150 Quadratmeter große Betriebsleiterwohnung vorgesehen.

Daran störte sich Arnim Eglauer. „Wozu braucht ein Schwimmbadbauer eine Betriebsleiterwohnung vor Ort?“, fragte er. Da gehe es seiner Ansicht nach nur um günstiges Wohnen im Gewerbegebiet. Mit einer knappen Mehrheit von zehn Ja- zu neun Nein-Stimmen bei einer Enthaltung bekam die H+C Stuckateur GmbH/SV Bauunternehmen GmbH aus Uhldingen-Mühlhofen den Zuschlag.