Der Startschuss für den Linzgau-Shuttle ist gefallen. Im Rahmen einer Feierstunde im Haus Generation plus wurde der siebensitzige Bürgerbus offiziell in Betrieb genommen und damit ein zusätzliches Mobilitätsangebot für ältere und behinderte Menschen auf den Weg gebracht. Bürgermeister Manfred Härle sprach von einem sehr erfreulichen Ereignis. Am Mittwoch, 4. Dezember wird der Bürgerbus zum ersten Mal eingesetzt.

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Der Ort der offiziellen Inbetriebnahme, das Haus Generation plus, hatte so etwas wie Symbolcharakter. Denn in dem barrierefreien Gebäude leben hauptsächlich ältere Menschen. „Mit dem Bürgerbus fällt nun auch eine Barriere zur selbstbestimmten Mobilität“, stellte Hausherrin und stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Linzgau-Shuttle, Stephanie Straßer, einen Vergleich an. Denn mit dem Bürgerbus werde für ältere und sonstige hilfebedürftige Menschen eine Schwelle zur gesellschaftlichen Teilhabe beseitigt.

So funktioniert der Bürgerbus

Bürgermeister Härle sprach von einem „vorgezogenen Weihnachtsgeschenk“. Im Zeichen des demografischen Wandels sei dies eine wichtige Einrichtung. Unter anderem sei es im Hinblick auf die Neue Mitte ein erklärtes Ziel der Gemeinde gewesen, dass dann auch alle Menschen mobilitätsmäßig dorthin angeschlossen würden.

Ortsbus soll im Frühjahr 2020 kommen

Im Frühjahr 2020 wolle die Gemeinde das innerörtliche Mobilitätsangebot dann noch durch einen für alle gemünzten Ortsbus ergänzen, der insbesondere die peripheren Teilorte an zentrale Punkte und an das bestehende Nahverkehrsnetz anbinde. Manfred Härle dankte allen, die sich für den Bürgerbus engagiert haben. Als Triebfeder nannte er Ingo Kitzmann, den Vorsitzenden des Fördervereins Linzgau-Shuttle und ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet solcher Mobilitätsprojekte.

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Ingo Kitzmann ermunterte die Nutzungsberechtigten, dieses Angebot anzunehmen. Es gebe sicher eine Vielzahl von Zielen, wofür der Bürgerbus die ideale Beförderungsmöglichkeit sei. Beispielhaft nannte Kitzmann Fahrten zum Einkaufen, zur Post oder zur Bank, aber auch Fahrten zum Facharzt nach Überlingen oder Markdorf. Er empfahl allerdings, die Fahrtwünsche möglichst frühzeitig anzumelden, damit man möglichst sicher gehen könne, dass sie zur gewünschten Zeit auch erfüllt werden könnten.

Betrieb schrittweise ausweiten

„Wir wollen unser Bestes geben“, versicherte Kitzmann. Wenn man in Salem Erfahrungen gesammelt und sich der Service in der Bevölkerung herumgesprochen habe, dann wolle man den Betrieb schrittweise ausweiten. Zum einen auf die ganze Woche, zum anderen aber auch auf die Nachbargemeinden. Dazu brauche es dann aber auch noch mehr Leute, die sich als ehrenamtliche Fahrer oder für die Mitarbeit in der Organisation zur Verfügung stellten. Bislang hätten sich zwölf Fahrer gemeldet.

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Hans Roman, Vorsitzender des Bürgerbusvereins Amtzell und stellvertretender Bürgermeister, zeichnete ein sehr positives Erfahrungsbild mit dem Bürgerbus in seinem Heimatort. Dort wurde der Bürgerbus vor knapp vier Jahren in Betrieb genommen. „Wir verzeichnen jährlich steigende Fahrgastzahlen“, berichtete Roman. Die Mobilität für ältere Menschen spiele eine zentrale Rolle in seiner zersiedelten Gemeinde mit 124 Weilern und Einzelhöfen. Durch Sponsoren und Spenden könne sich der Verein auch gut über Wasser halten. „Denn die Menschen sind dankbar für diese Einrichtung“, betonte Roman.

Selbstbestimmte Mobilität spielt große Rolle

Lars Kehling, Vorstand der Diakonie Pfingstweid, die in Mimmenhausen eine betreute Behinderteneinrichtung betreibt, begrüßte die Etablierung eines Bürgerbusses. Dieses Angebot entspreche in vollem Umfang der UN-Behindertenkonvention. Für behinderte Menschen spiele eine selbstbestimmte Mobilität eine große Rolle, erklärte Kehling. Als Vertreter der Salemer Seniorenwerke lobte Herbert Sorg das bürgerschaftliche Engagement des Fördervereins Linzgau-Shuttle. Auch Klaus Hoher, Mitglied des Landtags und des Salemer Gemeinderats, freute sich, dass in Salem ein tragfähiges Modell für die Mobilität von älteren und behinderten Menschen gefunden worden sei. Mobilität sei eine Grundvoraussetzung zur sozialen Teilhabe.

Segen für das neue Fahrzeug

Dekan Peter Nicola und Pfarrer Matthias Schmidt, die Geistlichen der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde, segneten das neue Fahrzeug. Es sei gut, wenn sich für Menschen mit Einschränkungen wieder neue Räume auftun würden, meinte Pfarrer Schmidt. Und Pfarrer Nicola lobte jene Menschen, die es nicht bei einem „Me sott emol“ belassen, sondern die Sache aktiv angepackt hätten.