Die Pläne eines Bauträgers, in der Markdorfer Straße zwei Sechsfamilienhäuser zu errichten, stießen bei den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Technik auf wenig Gegenliebe. „Ein zu massives Objekt“, wurde häufig argumentiert. Bei vier Gegenstimmen, zwei Ja-Stimmen und fünf Stimmenthaltungen wurde das Vorhaben in der beantragten Form abgelehnt.

Pläne hätten zwei Befreiungen vom Bebauungsplan nötig gemacht

Auf dem 1400 Quadratmeter großen Grundstück an der Markdorfer Straße 12 steht bislang ein zweistöckiges Wohnhaus. Dieses sollte abgebrochen werden und dafür zwei zweistöckige Sechsfamilienhäuser mit Satteldächern und einer Tiefgarage errichtet werden. Wie der stellvertretende Bauamtsleiter Marc Dürrhammer erklärte, wären für die Genehmigung des Bauantrags zwei Befreiungen vom Bebauungsplan erforderlich.

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Die eine beträfe die Überschreitung der Traufhöhe um 2,23 Meter, die andere die abweichende Dachneigung. Beide Befreiungen seien, so Dürrhammer, in der Umgebungsbebauung in der Vergangenheit schon ausgesprochen worden.

Räte sind sich uneins: Innenverdichtung versus Erhalt des alten Straßenbildes

Gemeinderat Ralf Gagliardi (GoL) monierte, dass mit dem bestehenden Gebäude ein „schönes Haus“ der Spitzhacke zum Opfer fallen würde. Vor allem hielt er das Nachfolgegebäude für „zu massig“. Petra Herter (CDU) äußerte sich ähnlich. Durch „diesen Riesenklotz würde sich das Straßenbild erheblich verändern“, meinte sie. Bürgermeister Manfred Härle dagegen hielt ein Gebäude in diesem Ausmaß in einer Ortsdurchfahrt für durchaus verträglich. Auch Klaus Hoher (FDP) konnte sich mit dem Bauvorhaben anfreunden. „Wir wollen Innenverdichtung“, sagte er.

Verweis auf Salemer Stellplatzsatzung

Martin Möller (GoL) allerdings bezeichnete das Bauvorhaben als eine Nummer zu groß. „Das passt nicht in die Umgebungsbebauung“, erklärte er. Henriette Fiedler (FWV) bemängelte, dass keine Parkplätze ausgewiesen sind. Der Salemer Stellplatzsatzung gemäß sind 24 Stellplätze ausgewiesen – zwei pro Wohneinheit. „Wenn wir jetzt noch Besucherparkplätze verlangen würden“, entgegnete Bürgermeister Härle, „dann würden wir noch mal ein ganz neues Fass aufmachen.“