Ihre Begeisterung für den Chorgesang ist im Gespräch mit Sieglinde Seifarth zu spüren. Besonders das Zusammentreffen von Gesang und Kirchenmusik bedeutet der neuen Leiterin des Beurener Kirchenchors viel.

Körperübungen sollen den Körper lockern, um Atmung und Stimme freien Lauf zu lassen.
Körperübungen sollen den Körper lockern, um Atmung und Stimme freien Lauf zu lassen. | Bild: Martina Wolters

“Kirchenchöre geben nicht nur Konzerte, sondern zelebrieren auch die Messe“, betont Seifarth. Beim sakralen Gesang begebe sich der Chor in eine „tiefere Dimension.“ Und die Musik dringe bis ins Herz. Deswegen ist sie für Seifarth „ein Medium, das den unfassbaren Glauben transportieren kann.“ Sie ist der Meinung: Wer singt, betet doppelt. Das habe schon der Heilige Augustinus gewusst.

Geistliche Musik ist in den Augen der Chorleiterin zeitlos. Denn gerade in Zeiten rückläufiger Kirchenbesucherzahlen werde Gesang im sakralen Raum weiterhin sehr geschätzt. Werden große Werke spiritueller Musik gespielt, sei die Kirche schnell gefüllt. “Das wird nie aufhören“, ist Seifarth überzeugt. Um Nachwuchs zu begeistern, dürfe modernes geistliches Liedgut nicht fehlen. „Den Zeitgeist mitnehmen“, nennt Seifarth das.

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Welchen Stellenwert Sakralmusik für sie persönlich einnimmt, hat die Chorleiterin während einer zweijährigen privaten Auszeit gespürt. Zuvor hatte sie die Seefelder Kirchenchorsänger bis 2017 zwölf Jahre lang musikalisch geführt. Diese Arbeit habe ihr während der Auszeit sehr gefehlt, sagt Seifarth. Den Taktstock des Beurener Kirchenchors hat sie deswegen gerne aus den Händen ihres Vorgängers Hans-Peter Schütz entgegengenommen. Dieser leitete den Kirchenchor 30 Jahre lang.

Sieglinde Seifarth (mitte) gibt dem Beurener Chorensemble Töne und Körperübungen vor.
Sieglinde Seifarth (mitte) gibt dem Beurener Chorensemble Töne und Körperübungen vor. | Bild: Martina Wolters

Von dem „sehr hohen Niveau“ der 25 Sänger konnte sich Seifarth bereits bei einer Stimmbildung in der Zeit ihres Vorgängers überzeugen. Sogar sechs- bis achtstimmiges Singen sei mit dem Chor möglich. Die Prinzipien ihrer Stimmbildungsarbeit behält Seifarth bei.

Zuerst Körperübungen, dann das Singen

Bevor es bei den einmal wöchentlichen Probestunden an das Probesingen geht, beginnt die Leiterin mit Körperübungen. Dabei arbeitet die gelernte Sängerin „viel mit Vorstellung.“ Zum Beispiel sollen sich die Chormitglieder vorstellen, „wie einzelne Töne durch den Kopf fließen oder die Brust tönen lassen.“

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Eine aufrechte Körperhaltung sei beim Singen genauso elementar wie ein entspannter Körper. „Es kann nur klingen, was locker ist.“ Neben der Stimmarbeit motiviert sie die Laiensänger mit ihrer Stückauswahl. Die Kunst dabei liege darin, die Ansprüche der Mitglieder untereinander in Balance zu bringen.

Einfache und anspruchsvolle Stücke im Repertoire

Einfaches und Anspruchsvolles sollten deshalb zum Repertoire gehören. So könnten auch neue Sänger gewonnen werden. „Kirchenchöre zeichnen sich dadurch aus, dass jeder mitsingen kann.“

Wer Singen will, kann bei Probe vorbeischauen

Eine gesangliche Vorbildung oder ein bestimmtes Alter seien nicht nötig. Wer Lust hat, zu singen, den lädt die neue Dirigentin ein, bei einer regulären Chorprobe donnerstags, 20 Uhr, im Beurener Pfarrsaal vorbeizukommen. Derzeit beginnt Seifarth mit dem Einstudieren einer neuen Messe von Hubert Zaindl. Die moderne Missa Festiva möchte Seifarth mit ihrer neuen Chorgruppe zu Ostern erklingen lassen.

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