Nach dem Zusammenschluss der Maschinenringe aus dem westlichen Bodenseekreis und dem Bereich Pfullendorf wählten die Landwirte des Maschinenrings Linzgau zum zweiten Mal den Vorstand des zusammengelegten Vereins. Der wiedergewählte Vorsitzende Karl-Heinz Mayer bestätigte dem Linzgauer Ring eine positive Entwicklung. "Schon früher haben wir gut zusammengearbeitet", sagte er. Auch hob er seinen Berufsstand hervor. "In der Wertigkeit stehen wir Landwirte bei der Bevölkerung nach den Ärzten an zweiter Stelle". In seinem Grußwort ging er weiter auf die Herausforderungen der Landwirtschaft in der digitalen Zukunft ein. "Vertrauen ist alles in der Wirtschaft 4.0", sagte er, denn die anfallenden Daten müssten sicher gespeichert werden und die Maschinenringe seien darauf vorbereitet.

Die harten Zahlen zur Geschäftstätigkeit der Maschinenring GmbH lieferte Geschäftsführer Alfred Krug. In allen vier Geschäftsfeldern hatte er positive Zahlen zu berichten. Den Gesamteinnahmen von knapp 660 000 Euro standen Gesamtausgaben von 640 700 Euro entgegen. Im Jahresabschluss konnte somit ein Gewinn von knapp 19 300 Euro ausgewiesen werden. Dabei zeigte sich, dass sich der Maschinenring seit den Tagen der reinen Maschinenvermittlung zu einem hoch spezialisierten Dienstleister für die Landwirte entwickelt hat. Der Maschinenring hat derzeit 861 Mitglieder. Krug schätzt, dass im Verbreitungsgebiet 90 Prozent der Haupterwerbslandwirte und 60 Prozent der Landwirte im Nebenerwerb in ihm organisiert sind.

Bei Krankheitsfällen und in anderen schwierigen Situationen vermittelt der Maschinenring Haushaltshilfen und Betriebshelfer. Insgesamt leisteten die Einsatzkräfte im vergangenen Jahr 18 226 Stunden, acht Prozent mehr als im Vorjahr.

Zu den Schwerpunkten der Arbeit des Maschinenrings gehört insbesondere der Einkauf von Betriebs- und Rohstoffen sowie Materialien für die Bauern. Durch Rahmenverträge des Maschinenrings können sich die Landwirte mit vergünstigten Betriebsmitteln versorgen. So konnte die Organisation seinen Mitgliedern 2017 vergünstigte 2,4 Millionen Liter Diesel und 440 000 Liter Heizöl vermitteln. Auch für Handyverträge, Kraftfahrzeuge oder Stromlieferungen existieren Rahmenverträge.

Der Maschinenring vermittelt den Mitgliedern auch Zusatzerwerb. Dabei kann das Beschäftigtenverhältnis variieren. Von Teilzeit bis Minijob ist dabei alles möglich. Seltener kommt eine Vollzeitbeschäftigung zustande. Allein im Bereich im Fahrzeugentwicklung besetzt der Maschinenring jährlich 5000 Arbeitsstunden im Testbetrieb neuer Fahrzeuge beim Pfullendorfer Radladerhersteller Kramer. Hinzu kommen weitere 6500 Stunden zur Betreuung der Wertstoffhöfe Salem, Bermatingen, Heiligenberg und Tettnang des Landkreises Bodenseekreis. Auch in der Natur- und Landschaftspflege sind die Landwirte des Maschinenrings gerne gebuchte Fachkräfte. Hinzu kommen Winterdienste bei kommunalen und privaten Auftraggebern.

Der eigene Maschinenpark ist auf zehn Fahrzeuge angewachsen. Sie sind auf acht Standorte verteilt. Beim Meersburger Weinbauern Markus Kessler ist einer der acht Stationen – ein Beispiel: Kessler betreut den Weinbauvorschneider und seit 2017 einen Kompoststreuer. Bis zu 20 Weinbauern greifen auf seine Maschinen zurück. "Zu Überschneidungen kommt es kaum, und wenn, dann verständigen sie die Bauern untereinander ", berichtet Kessler. "Die wenig benötigten Spezialmaschinen über den Maschinenring anzumieten, lohnt sich", weiß Krug und macht die Rechnung auf. "So eine Maschine kostet gleich 15 000 Euro. Für zwei bis drei Einsatztage im Jahr rentiert die Anschaffung für den einzelnen Hof nicht".

Vorstand

Zum Vorsitzenden des Maschinenrings Linzgau wiedergewählt wurde Karl-Heinz Mayer, seine beiden Stellvertreter sind Clemens Schäfer und Roland Lohr. In den Beirat gewählt wurden Albert Endres, Rolf Göller, Thomas Jäger, Markus Kessler, Gudrun Lorch, Marina Frey, Hubert Müller, Eduard Neubauer, Günter Roth, Sebastian Vogler und Steffen Schraudolf. Institutioneller Beiräte sind Georg Rauch (Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband), Hermann Gabele (Landwirtschaftsamt Bodenseekreis) und Gerhard Gommeringer (Landwirtschaftsamt Sigmaringen).