Der Fußballsport in Salem wird sich ab der Spielsaison 2020/21 auf den FC Rot-Weiß Salem konzentrieren. In der Mitgliederversammlung gab RWS-Vorsitzender Jörg Allgaier bekannt, dass sich die Fußballabteilung des FC Beuren-Weildorf zum 30. Juni 2020 mit dem FC Rot-Weiß Salem zusammenschließen wird.

Damit wird ein Vorhaben realisiert, das schon seit etlichen Jahren angepeilt wird. Bürgermeister Manfred Härle bezeichnete dies als historisches Ereignis.

Statt Rot-Weiß ab 2020 in Rot-Blau: Armin Heidenreich, Vorsitzender des FC Beuren-Weildorf (links), und Jörg Allgaier, Vorsitzender des FC Rot-Weiß Salem, präsentieren das Trikot, in dem ihre Spieler nach der Fusion auflaufen werden.
Statt Rot-Weiß ab 2020 in Rot-Blau: Armin Heidenreich, Vorsitzender des FC Beuren-Weildorf (links), und Jörg Allgaier, Vorsitzender des FC Rot-Weiß Salem, präsentieren das Trikot, in dem ihre Spieler nach der Fusion auflaufen werden. | Bild: Peter Schober

Am 20. März unterzeichneten die Vorsitzenden der beiden Vereine, Jörg Allgaier für den Rot-Weiß Salem und Armin Heidenreich für den FC Beuren-Weildorf, eine Absichtserklärung, die die Fusion zum Inhalt hat.

Der entsprechende Vertrag muss noch geschlossen werden. Fest steht, dass der Name FC Rot-Weiß Salem auch nach der Fusion erhalten bleibt. Aber die Spieler werden dann nicht mehr in rot-weißen, sondern in rot-blauen Trikots auflaufen. Und auf der Rückseite der Trikots wird nicht mehr FC Rot-Weiß Salem stehen, sondern nur noch Salem.

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"Wir haben seit Langem sehr viele Gespräche wegen dieser Fusion geführt", erklärte Jörg Allgaier gegenüber dem SÜDKURIER. Am Ende sei dann alles ruckzuck gegangen. Mit der Absichtserklärung ist die Fusion in nahezu trockenen Tüchern. Details müssten noch in einem Vertrag geregelt werden, erklärte Jörg Allgaier.

Das Grundsätzliche ist bereits in der Absichtserklärung für die Fusion enthalten. Darin heißt es beispielsweise: "Der FC Rot-Weiß Salem erklärt sich bereit, die Fußballer des FC Beuren-Weildorf aufzunehmen und die Mobiliargüter der Fußballabteilung des FC Beuren-Weildorf wie Trainingsgerätschaften und Bälle zu erwerben."

Sportanlagen des FC Beuren-Weildorf wird weiter genutzt

Das Clubheim des FC Beuren-Weildorf hingegen wird in dessen Besitz bleiben. Denn der Verein wird sich nach dem Zusammenschluss der Fußballer nicht auflösen. So wird die Badminton-Abteilung wie bisher weitergeführt, betont Armin Heidenreich. Von der Fusion ausgeschlossen soll auch die Altherren-Mannschaft des FC Beuren-Weildorf bleiben.

Und auch Fußballspiele der Aktiven und der Jugend werden künftig noch auf den Sportanlagen des FC Beuren-Weildorf stattfinden. "Ohne dies ginge das gar nicht", erklärt Armin Heidenreich. Denn nach der Fusion wird der Rot-Weiß Salem fünf aktive Mannschaften ins Rennen schicken.

Drei aktive Mannschaften hat bisher der FC Rot-Weiß Salem, zwei der FC Beuren-Weildorf. "Da brauchen wir die Spielplätze in Beuren", unterstreicht Jörg Allgaier.

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Für die beiden Vereinsvorsitzenden ist der Zusammenschluss der Fußballer eine fast logische Konsequenz der gemeinsamen Jugendarbeit, die schon seit zwölf Jahren praktiziert wird. "Unser Nachwuchs versteht es immer gar nicht, wenn er unter anderer Flagge spielen muss, sobald er in den Aktiven-Bereich hineinwächst", sagt Jörg Allgaier.

Hinter der Fusion stecken zwei Motive: Erstens sollen die Kräfte gebündelt werden. Zweitens soll Salem für einen einzigen Fußballclub stehen.

Salem soll Fußballhochburg im Linzgau werden

"Wir möchten Salem zu einer Fußballhochburg im Linzgau machen", gibt Jörg Allgaier den Visionär und spielt dabei auf die benachbarte F.A.L. (Spielvereinigung Frickingen-Alteheim-Lippertsreute) an, die in der Landesliga spielt, eine Klasse höher als der Rot-Weiß Salem.

Auch Armin Heidenreich ist überzeugt davon, dass man durch die Fusion längerfristig mehr Potenzial aufbauen kann, als dies den beiden einzelnen Vereinen möglich wäre. "Wir wollen eine Win-Win-Situation auf absoluter Augenhöhe schaffen", betont Jörg Allgaier und will damit allen Ängsten, die eventuell noch schwelen könnten, den Wind aus den Segeln nehmen.

Vorsitzende sehen breite Unterstützung in Vereinen

Von Spielerseite existieren solche Ängste nicht, wie die beiden Vereinsvorsitzenden unisono beteuern. "Die Spieler freuen sich sogar darauf, dass wir künftig gemeinsam marschieren", sagt Jörg Allgaier. Auch Armin Heidenreich sieht eine breite Unterstützung in seinem Verein: "Bei unserer Mitgliederversammlung hat ein Einzelner gegen die Fusion gestimmt, vier enthielten sich der Stimme."

Jugendleiter übt Kritik an Skate- und Dirtebikeanlage

Eingebunden in seinen Bericht bei der Hauptversammlung des FC Rot-Weiß Salem ließ Jugendleiter Uwe Koester auch deutliche Kritik an der von der Gemeinde hinter den Tennisplätzen geplanten Skate- und Dirtebikeanlage und deren Kosten anklingen.

Seinen Ausführungen zufolge ist ihm insbesondere eine Bemerkung aufgestoßen, mit der die Salemer Streetworkerin Mersida Merdovic in einer Gemeinderatssitzung Anfang März für die Errichtung einer solchen Individualsportanlage geworben hat. Sie hatte dies damit begründet, dass sich etwa 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren nicht in ein Vereinskorsett binden lassen wollten.

Die negativ belegte Bezeichnung "Korsett" veranlasste Koester zu der Frage: "Wo lernen denn Kinder Tugenden wie Sozialverhalten, Pünktlichkeit und Teamgeist, wenn nicht in Vereinen?" In diesem Zusammenhang prangerte Koester dann auch eine Frage an, die im Gemeinderat in Bezug auf die Anlegung eines dritten Spielfeldes für den Rot-Weiß Salem gefallen ist.

Koester zitierte für die Besucher der Jahresversammlung diese Stimme. Sie lautete: "Wie viel Geld kann der Rot-Weiß Salem für die Finanzierung dieses Platzes aufbringen?" Koester machte eine Gegenrechnung auf: Wenn für rund 20 Jugendliche aus Salem, die sich eine Skate- und Dirtbikeanlage wünschen, rund 500 000 Euro ausgegeben würden, dann stünden dem Rot-Weiß Salem mit 200 Kindern und Jugendlichen fünf Millionen Euro zu.

Weiter bedauerte Koester, der beim Polizeiposten Salem für die Jugendbetreuung zuständig ist, dass von Verwaltungsseite bei ihm nicht nachgefragt wurde, welche Erfahrungen mit solchen Skate- und Dirtbikeanlagen vorliegen.

"Jeder, der meine Meinung über die Skate- und Dirtbikeanlage wissen möchte, kann bei mir nachfragen", erklärte Jugendleiter Koester. Bürgermeister Manfred Härle verteidigte die Pläne für die Skate- und Dirtbikeanlage. Man wolle möglichst für alle Sportarten die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen, sagte er. Auch für die, die keinen Mannschaftssport möchten.