Salem – Wasser ist der Treibstoff für das Raumschiff der Außerirdischen. Ausgerechnet über der Erde ist ihr Tank leer und sie müssen zum Tanken in Afrika landen. Die Afrikaner empfangen die Fremden freundlich und laden sie zum anstehenden Fest ein. Während beim Mini-Musical der Lichtenbergschule aus Uhldingen-Mühlhofen auf der Bühne getanzt, getrommelt und gesungen wird, laufen die Smartphone-Kameras im Zuschauerraum heiß. Die Drittklässler gestalteten beim Begegnungskonzert der Schulmusik das fulminante Finale. Ihre Schulleiterin Mirjam Boonekamp hatte zu Beginn der Aufführung die Zuschauer noch aufgefordert, während der Aufführung nicht zu klatschen und sich das für den Schlussapplaus aufzuheben. Aber ihre über 70 Schüler rissen ihre 400 Mitschüler, Eltern und Geschwister so mit, dass Boonekamp schließlich selbst alle zum Mitmachen aufforderte.

Das Programm des Begegnungskonzerts der Schulmusik ging über zwei Stunden ohne Pause. Da war das lange Stillsitzen und das Warten auf den Auftritt für manche der aufgeregten Schüler etwas zu lang. Im energiegeladenen Prinz-Max-Saal wechselten sich sieben Schulgruppen auf der Bühne ab. Grund- und Mittelschüler demonstrierten die ganze Bandbreite der Schulmusik.

"Der Musikunterricht wird in der Bevölkerung oft unterschätzt", sagte Juliane Buchner von der Salemer Gemeinschaftsschule. Aber in der Pädagogik habe das gemeinsame Musizieren sehr an Bedeutung gewonnen. "Die Kinder lernen nebenbei sehr viel. Die Rücksicht auf die Mitschüler, lange Texte auswendig lernen, fremdsprachige Texte lernen und vor fremden Menschen auf Bühne stehen", zählte sie auf. Argumente, die auch von den anderen Verantwortlichen im Saal zu hören waren. Buchner bach noch eine weitere Lanze für ihre Musikschüler. "Sie standen zum ersten Mal auf der Bühne. Sie sind regelrecht aufgeblüht und haben Selbstvertrauen gewonnen", fasste sie den Auftritt ihrer Schützlinge zusammen. Strahlende Gesichter hatten nicht nur die Schüler, sondern auch ihre Lehrer. Zumal einige ihre ehemaligen Grundschüler in der Mittelstufe immer noch bei der Musik geblieben waren. So freute sich Dorothea Vollmer, Schulleiterin der Hermann-Auer-Schule in Neufrach, als ihre ehemalige Schülerin, die zwölfjährige Alexandra Wolf von der Salemer Gemeinschaftsschule, ein Solo sang.

Vollmer organisierte den Abend. Am Schulamt Markdorf berät sie mit zwei weiteren Kollegen zum Thema Begegnungskonzerte der Schulmusik. "Die Aktion gibt es schon viele Jahre. Die Begegnungskonzerte sollen über die Musik ein Miteinander fördern und zum Austausch zwischen den Schulen führen. Vor allem soll die Öffentlichkeit wahrnehmen, was noch auf den Schulen läuft", erklärte sie. Die Begegnungskonzerte werden durch das Kultusministerium finanziell gefördert.

Seit Februar hatten sich die Schulen auf das Konzert vorbereitet und sich einiges einfallen lassen. Neben dem Mini-Musical und dem Solo gab es von der Salemer Musikschule ein reines Instrumentalensemble. Die Schulband der Schule Schloss Salem brachte den Pop ein. Mit dem Elefantenmarsch aus dem Film Dschungelbuch kamen die Schüler der Neufracher Grundschule auf die Bühne. Der Chor der Salemer Gemeinschaftsschule trug gleich zwei Versionen des Liedes "Over the Rainbow" vor. Und die Grundschüler aus Beuren hatten schon fast ein politisches Programm. Mit dem Vers "wenn man Frieden haben will, muss man selber tun" verabschiedeten sie sich unter großem Applaus für ihren starken Auftritt von der Bühne.

Die Beteiligten

  • Schulchor der Fritz-Baur-Schule Mimmenhausen; Leitung: Margit Koch-Schmidt
  • Schulchor der Hermann-Auer-Schule Neufrach; Dorothea Vollmer
  • Schulband der Mittelstufe der Schule Schloss Salem; Albert Franz
  • Instrumentalensemble der Musikschule Salem; Gudrun Schmid und Paul Maier
  • Schulchor der Grundschule Beuren; Uli Raither
  • Chor und Tanzgruppe der Gemeinschaftsschule Salem; Juliane Buchner, Matthias Schantz und Ivana Schiemer
  • Musikprofil der Lichtenbergschule Uhldingen-Mühlhofen; Mirjam Boonekamp, Claudia Jope und Claudia Nachtmann