Mit großer Mehrheit beschloss der Gemeinderat, im Kindergarten „Kleiner Brühl“ in Mimmenhausen die Öffnungszeiten am Freitagnachmittag bis 17 Uhr auszuweiten. Damit folgte das Gremium dem Antrag der Verwaltung. Diese wurde beauftragt, die Betriebserlaubnis zu erweitern und das Personal entsprechend aufzustocken.

Vorausgegangen war eine Befragung der Eltern über deren Zufriedenheit mit den Öffnungszeiten der Kindergärten. 292 Kindergartenkinder besuchen die Einrichtungen in der Gemeinde, 160 Fragebögen – das entspricht 55 Prozent – wurden ausgefüllt zurückgegeben. Die für das Kindergartenwesen zuständige Sachgebietsleiterin Zita Koch fasste die Befragungsergebnisse zusammen. Demnach sei der überwiegende Teil der Eltern mit den Betreuungsangeboten zufrieden. Einige Eltern hätten sich allerdings für eine Ausweitung des Betreuungsangebots ausgesprochen, insbesondere am Freitagnachmittag.

Wie Zita Koch ausführte, ist die Zahl der Eltern, die sich auch am Freitagnachmittag einen offenen Kindergarten wünschen, sehr überschaubar. Vom Kindergarten „Kleiner Brühl“ haben sich nach Kochs Angaben acht Eltern für einen offenen Freitagnachmittag ausgesprochen, in Neufrach vier und in Weildorf zwei. In den übrigen vier Kindergärten, berichtete Koch, sei kein Interesse an einer Kinderbetreuung am Freitagnachmittag bekundet worden.

Dennoch schlug Bürgermeister Manfred Härle vor, am Kindergarten „Kleiner Brühl“ die Öffnungszeiten auf den Freitagnachmittag auszuweiten. Drei Ratsmitglieder sprachen sich dagegen aus. Zu ihnen zählte auch Peter Frick (CDU). Seine Bedenken gegen diese Ausweitung formulierte er wie folgt: „Auf dem Fragebogen hat eine Frage gefehlt, nämlich die, wann die Eltern ihr Kind zuhause behalten wollen.“ Damit spielte er auf die üppigen Öffnungszeiten in den Salemer Kindergärten an. Bei Ausnutzung aller Betreuungsangebote besteht die Möglichkeit, dass ein Kind bis zu 50 Stunden in der Woche im Kindergarten untergebracht werden kann.

Auch Luzia Koester, ebenfalls CDU, sah die Ausweitung der Kinderbetreuung auf den Freitagnachmittag kritisch. Ein bisschen Zeit sollte für ein kleines Kind auch im ruhigeren Zuhause verbleiben, meinte sie unter dem Aspekt des Kindeswohls.

Ulrich König, Gemeinderat der FDP, dagegen begrüßte die Öffnung eines Kindergartens am Freitagnachmittag. Es sei in diesem Fall nicht Aufgabe des Gemeinderats, über unterschiedliche Ansichten von Kindeswohl zu entscheiden, argumentierte er. Hier gehe es darum, dem Betreuungsbedarf von berufstätigen Eltern Rechnung zu tragen, bei denen das Wochenende eben nicht schon am Freitagmittag beginne.

Ursula Hefler FWV) teilte Königs Auffassung nur bedingt. Als Gemeinderat dürfe man schon auch das Kindeswohl im Auge haben, hielt sie dem FDP-Mann vor und weckte mit ihrer Äußerung die Fantasie von Petra Karg (GoL), die den Vorschlag ins Gremium einbrachte, die maximale Betreuungszeit eines Kindes im Kindergarten individuell auf 40 Stunden in der Woche zu begrenzen.

 

Kleiner Brühl

Umgeben von einem großen Außenspielbereich, befindet sich der Kindergarten im alten Ortskern von Mimmenhausen, informiert die Gemeinde. Aufgeteilt in drei Gruppen, bietet er derzeit 72 Plätze für Kinder ab zwei Jahren bis zum Schuleintritt. „Als Ganztagseinrichtung sind wir uns der besonderen Aufgabe bewusst, die wir durch die langen Betreuungszeiten haben“, heißt es weiter in der Eigendarstellung. Sie verweist darauf, dass auf eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern besonders Wert gelegt werde.

  • Die Vormittagsbetreuungwird von Montag bis Freitag von 7 bis 12.55 Uhr angeboten.
  • Für die Regelgruppen(zwei oder vier Nachmittage) ist er Montag bis Freitag von 7 bis 12.45 Uhr und Montag bis Donnerstag von 13.45 bis 17 Uhr geöffnet.
  • Die Gruppe mit verlängerten Öffnungszeitenläuft von Montag bis Freitag 7 bis 13.55 Uhr.
  • Die Ganztagesgruppebestand bisher von Montag bis Donnerstag von 7 bis 17 Uhr und am Freitag von 7 bis 13.45 Uhr – künftig bis 17 Uhr.