Erst Anfang Juli hat Bernhard Prinz von Baden einen Kooperationsvertrag mit dem Verband „Naturland„ zur Umstellung seines landwirtschaftlichen Betriebs auf Ökolandbau unterzeichnet. Rund 725 Hektar Acker- und Grünland rund um das Salemertal sind von dieser neuen biologischen Bewirtschaftung betroffen, wie der neue Gutsverwalter Roman Strasser damals deutlich machte.

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Grund genug für den Landtagsabgeordneten Martin Hahn (Grüne) als agrarpolitischer Sprecher seiner Fraktion, bei seiner Sommertour das Gespräch mit den Verantwortlichen in Schloss Salem zu suchen. Hahn sieht in der neuen Weichenstellung ein wichtiges Signal und einen Beleg dafür, dass „der ökologische Landbau in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist“.

Zweifel an Forderungen der Initiative „Pro Biene“

Erfreut zeigte sich auch Bernhard Prinz von Baden über den Austausch. „Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind so komplex und es gibt keine einfachen Antworten“, betonte er. „Es muss uns gelingen, sachlich und vernünftig zu diskutieren.“ Dies zielte auch auf die Initiative „Pro Biene“, mit deren geforderten gesetzlichen Festsetzungen beide ihre Probleme haben. Es dürfe hier keine „Feindbilder“ geben, erklärte er: „Viele wollen doch das gleiche.“ Trotz der eigenen Umstellungspläne nennt Bernhard Prinz von Baden die vorgesehenen Flächenquoten „hochkritisch“ und sieht in der geplanten Festschreibung von 50 Prozent Bioanbau eine zu strenge Bevormundung.

Martin Hahn: Vieles „haben wir im Lande schon“

Die erfolgreiche Initiative von Bayern sei mit der aktuellen in Baden-Württemberg nicht vergleichbar, erklärte Martin Hahn (Grüne). „Vieles von dem, was in Bayern gefordert wird, haben wir im Lande schon“, behauptete der Biolandwirt.

Lange nicht so schnell wie auf dem Acker geht eine Neuorientierung im Wald, die dem Klimawandel Rechnung trägt. „Das dauert mehrere Generationen“, betonte Matthias Schenkl, der für den Forstbetrieb Verantwortung trägt. Tatsächlich leide selbst die bisher best angepasste Buche unter den Veränderungen. „Wir müssen die Diversität der Baumarten hier erhöhen“, sagte er. Ein Patentrezept gebe es nicht.

Suche nach widerstandsfähigen Bäumen

Doch die Forstwissenschaftler hätten zwei Dutzend Baumarten aus Klimazonen herausgefiltert, die aus stärker kontinental geprägten Klimazonen stammen und eine größere „ökologische Amplitude“ haben, das heißt, toleranter gegenüber starken Niederschlags- und Temperaturschwankungen sind. Ein Beispiel dafür ist der Tulpenbaum, der in vielen Parks schon zuhause ist und mit einem Prachtexemplar auch im Innenhof des Salemer Schlosses steht.

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