Zu seiner offiziellen Verabschiedung im Salemer Ratssaal ist Polizeihauptkommissar Jürgen Rauch bereits in Zivil erschienen. Denn in den Ruhestand versetzt wurde der Leiter des Polizeipostens Salem bereits am 1. Januar. Seither wird die Dienststelle kommissarisch von Rauchs bisherigem Stellvertreter Martin Walter geleitet. Und das wird auf noch nicht ganz absehbare Zeit auch so bleiben. Denn Rauchs designierter Nachfolger, Polizeihauptkommissar Jürgen Friedrich aus Pfullendorf, ist derzeit noch beim Polizeipräsidium Konstanz in die organisatorische Umsetzung der Polizeireform eingebunden. Er wird frühestens Anfang des kommenden Jahres sein künftiges Amt in Salem antreten.

Der Polizeiposten wird kommissarisch von Polizeihauptkommissar Martin Walter (links) geleitet. Als planmäßiger Leiter wird Hauptkommissar Jürgen Friedrich etwa Anfang kommenden Jahres nach Salem kommen.
Der Polizeiposten wird kommissarisch von Polizeihauptkommissar Martin Walter (links) geleitet. Als planmäßiger Leiter wird Hauptkommissar Jürgen Friedrich etwa Anfang kommenden Jahres nach Salem kommen. | Bild: Peter Schober

Die Verabschiedung von Jürgen Rauch, der den Polizeiposten Salem sechs Jahre lang geleitet hat, war geprägt von einem sehr familiären Charakter. Günter Hornstein, der Leiter des Polizeireviers Überlingen, dem auch der Polizeiposten Salem untergeordnet ist, konnte neben zahlreichen Kollegen von benachbarten Polizeiposten auch die Bürgermeister der Gemeinden Salem, Frickingen und Heiligenberg, die dem Zuständigkeitsbereich des Polizeipostens zugeordnet sind, auch Vertreter der Feuerwehr Salem, der Rotkreuzbereitschaft Salemertal, der Salemer Schlossverwaltung und der Schlossschule begrüßen. Zu allen diesen Organisationen und Einrichtungen, so hieß es mehrfach, habe Jürgen Rauch ein sehr gutes Verhältnis gepflegt.

Pensionsalter bei 60 Jahren

Gerd Stiefel, leitender Kriminaldirektor beim Polizeipräsidium Konstanz, skizzierte den beruflichen Werdegang und würdigte die Arbeit des Jung-Pensionärs Jürgen Rauch. Auf Bitten der vorgesetzten Dienststelle hat der aus Lippertsreute stammende 61-Jährige noch ein Jahr über das übliche Pensionsalter, das für Polizeibeamte bei 60 Jahren liegt, hinaus gearbeitet. Kriminaldirektor Stiefel bezeichnete Jürgen Rauch als sehr loyalen, zuverlässigen und dienstbeflissenen Mitarbeiter. Letzteres dokumentiere auch Rauchs polizeiliche Laufbahn.

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Nach der höheren Handelsschule in Überlingen habe er die einfache Polizeilaufbahn eingeschlagen. 1991 habe er die Qualifikation für den gehobenen Polizeidienst erworben und sei anschließend als Polizeikommissar beim Polizeirevier Friedrichshafen tätig gewesen. Danach habe er zehn Jahre beim Polizeirevier Überlingen als Dienstgruppenleiter gearbeitet. "Eine Aufgabe, die immer wieder sehr schnelle Entscheidungen ohne Zeit für langes Überlegen erfordere", erklärte Stiefel. 2010 sei Jürgen Rauch zum Leiter des Polizeipostens Meckenbeuren ernannt worden.

In die Nähe seines Heimatorts

Als Nachfolger von Wilfried Dettling als Leiter des Polizeipostens Salem sei er schließlich nach Salem, in die Nähe seines Heimatortes Lippertsreute, versetzt worden. "Oft hat Jürgen Rauch die 37 Kilometer lange Strecke von Lippertsreute nach Meckenbeuren auch mit dem Fahrrad zurückgelegt", beleuchtete Kriminaldirektor Stiefel das sportliche Faible von Jürgen Rauch und erinnerte an dessen Engagement als Leiter der Seniorenskigymnastik beim Skiclub Salem. Als Ortschaftsrat von Lippertsreute habe sich Rauch auch viele Jahre für die Belange der Bürger seiner Heimatgemeinde eingesetzt.

Herausforderungen durch Großveranstaltungen

Salems Bürgermeister Manfred Härle erwähnte die "besonnene Art" ab, mit der Rauch sein Amt als Leiter des Polizeipostens ausgefüllt habe. In diesem Zusammenhang verwies Härle auf die Großveranstaltungen wie Schlossseefest, die Open-Air-Konzerte in Schloss Salem oder das frühere Handballturnier, bei denen der Polizeiposten Salem immer wieder mit großen Herausforderungen konfrontiert sei. Jürgen Rauch sei es immer gelungen, die Polizei auch nach außen hervorragend zu repräsentieren. "Teamgeist und Menschlichkeit", das waren die Maximen, an denen ich mich auszurichten versuchte", sagte Jürgen Rauch in seinem Adieu.