So früh wie noch nie nannte Veranstalter Allgäu Concerts jetzt vor knapp einem Jahr den ersten Künstler, die erste Künstlerin der Schloss Salem Open Airs 2018. Das norddeutsche Multitalent Ina Müller gastiert mit ihrer Band am Donnerstag, 9. August, 20 Uhr, in Schloss Salem. Und nachdem die Sängerin, Fernsehmoderatorin, Musik-Kabarettistin und Buchautorin dieses Jahr durch die größten Hallen der Republik tourt und es selbst für die Zusatzkonzerte nur noch Restkarten gibt, wie es in einer Pressemitteilung von Allgäu-Concertes heißt, geht die Vollblutmusikerin nun ins Freie: "Ina Müller singt draußen, kommst Du?" ist ihre Tournee überschrieben, bei der sie mit ihrer Band im Barockgarten des ehemaligen Zisterzienserklosters in Salem Station macht.

Was die Gäste – so ungefähr – erwartet, zeigt der Untertitel zum Programm: "Ich bin die" – so heißt auch Ina Müllers aktuelles Studioalbum, es ist ihr achtes, auf zweien singt sie Plattdeutsch. Und "Ich bin die" treffe den Nagel auf den Kopf, schreibt der Konzertveranstalter, der Titel des Albums fange das "Müllerin-Phänomen in einem Dreiwort-Satz" ein. "Die" sei für jede Schublade zu sperrig. Und kein Klischee passe auf sie und auch kein musikalischer Vergleich: "Ein Einzelstück – beliebig ist an Ina Müller so gut wie nix." Wie schon das Vorgängeralbum "48" ist "Ich bin die" wieder stark autobiografisch geprägt und zeigt erneut, wie originell deutsche Lieder sein können. Durchweg entstanden die oft genial sprachschöpferischen Texte in Zusammenarbeit mit Frank Ramond (Texte) und Johannes Oerding (Musik) – mit dem in Hamburg lebenden Münsteraner Sänger-Songwriter ist die Müllerin liiert.

"Die Müllerin moderiert, singt und lebt nach ihren eigenen Gesetzen, mit 51 noch mehr als mit 48", schreibt Allgäu Concerts und erinnert an ihr 2013 erschienenes Album "48", damals war der norddeutsche Wirbelsturm in Blond genau so alt. Der Konzertveranstalter gebraucht Charakteristika wie "unbeirrbar, klug, frech und bei Bedarf auch jedem Trend zum Trotz". Dass das perfekt passt, weiß, wer sie aus ihrer unvergleichen Late-Night-Talk-Musikshow "Inas Nacht" kennt oder ihre Lieder hört und ihre gescheiten, oft sehr persönlichen Texte schätzt.

Ina Müllers Karriere ist einmalig. Die 1965 geborene Bauerntochter aus Köhlen bei Cuxhaven bildete sich zur pharmazeutisch-technischen Assistentin aus, arbeitete in Apotheken und tourte ab 1994 mit Edda Schnittgard als Kabarett-Duo "Queen Bee" durch die Republik. Regelmäßig war sie auch in Süddeutschland, trat immer wieder in Konstanz, Friedrichshafen, Tuttlingen oder Villingen auf. Dann, mit über 40, wechselte sie auf die große Showbühne.

Mit Queen Bee veröffentlichte Müller fünf Alben, danach seit 2004 acht Solo-Studioalben, zwei davon auf Plattdeutsch. Steil stieg ihre Popularität durch ihre Late-Night-Show "Inas Nacht", von der seit 2007 über 110 Sendungen entstanden. Unter den zahlreichen Auszeichnungen für das Format sind der Deutsche Comedypreis und der Grimme-Preis.

Zwölf Goldene Schallplatten zeugen vom Erfolg von Ina Müllers Stimme und ihrer Musik. Eine gab es sogar für das Plattdeutsche Album "Die Schallplatte – nied opleggd". Ihre Hallentournee im vergangenen Jahr brach alle Rekorde und das im Jahr, in dem sie ihren dritten "Echo" bekam, diesmal in der Kategorie "Künstlerin Pop National". Für den ersten Teil der Tour, mit ausverkauften Konzerten unter anderem in der "Mercedes Benz Arena" Berlin, "TuiArena" Hannover, "ÖVB Arena" Bremen, Westfalenhalle Dortmund und der "Barclaycard Arena" Hamburg, wurde der Entertainerin bereits im April das Platin-Ticket für über 200 000 verkaufte Eintrittskarten überreicht.

Zwölf Open Airs sind für 2018 auf Ina Müllers Homepage für die Zeit vom 21. Juli bis zum 11. August aufgelistet. Das Konzert in Salem am 9. August, 20 Uhr, ist neben Schwetzigen und Stuttgart einer von drei im Süden. Ansonsten konzertiert Ina Müller nur noch im Unterfränkischen Bad Brückenau, im heimatlichen Vechta und in Großstädten: Berlin, Hannover, Dresden, Hanau, Halle/Saale.