Das Vorlesenetzwerk der Kinderstiftung Bodensee soll weiter wachsen. Die Gemeinden Salem, Frickingen, Bermatingen, Stetten, Hagnau, Heiligenberg und Immenstaad sollen in das Netzwerk eingebunden werden. In der Gemeindebücherei in Salem wurde das Konzept nun vorgestellt. Bis jetzt war das Vorlesenetzwerk in Friedrichshafen, Markdorf, Meckenbeuren und den östlichen Seegemeinden aktiv. 570 Kinder werden von 92 Ehrenamtlichen durch wöchentliches Vorlesen gefördert.

Lesen als Schlüsselqualifikation

Mit dem 2011 gegründeten Vorlesenetzwerk will die Kinderstiftung Bodensee die Sprach- und Lesekompetenzen bei Kindern fördern. „Regelmäßiges Vorlesen wirkt nachhaltig“, erklärte Maren Dronia. Sie koordiniert bei der Stiftung die Vorlesestunden in 50 Einrichtungen.

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„Die Konzentrationsfähigkeit der Kinder erhöht sich, ihre Fantasie wird angeregt“, führte sie weiter aus. Das niederschwellige Angebot soll bei Kindern die Lust am Lesen wecken. „Das Lesen ist eine Schlüsselqualifikation für die Kinder.“ Diese Form der Sprachförderung sei nicht nur für ausländische Kinder wichtig, auch deutsche Kinder profitierten davon. Für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf gebe es an einigen Standorten ein gesondertes Angebot.

Fünf bis zehn Kinder pro Gruppe

Maren Dronia lobte das ehrenamtliche Engagement der Vorlesepaten, durch das den Kindern auch soziales und emotionales Lernen ermöglicht werde. Wie die Vorleser ihre Stunde gestalten und welches Buch sie vorlesen, werde ihnen überlassen. Eine Gruppe bestehe aus fünf bis zehn Kindern. „Das ist abhängig von Ort und Ehrenamtlichem.“ Wer sich als Vorleser einbringen möchte, bekomme eine dreistündige Grundschulung, in der es Informationen über die Gestaltung einer solchen Stunde und Anschlussaktionen gebe.

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Voraussetzungen für Lesepaten

Wer ist als Vorlesepate geeignet? Laut Maren Dronia sollte man volljährig sein und Freude am Lesen sowie an ehrenamtlichem Engagement haben. „Von 18 bis ins hohe Alter haben wir alle Altersklassen vertreten.“ Die Vorlesepaten können jährlich an drei themenbezogenen Schulungen teilnehmen. Zusätzlich werden Austauschtreffen organisiert. „Nicht nur die Kinder lernen beim Vorlesen, auch die Vorleser entwickeln sich“, sagt Maren Dronia über die 92 Ehrenamtlichen, die sich im Netzwerk engagieren.

Maren Dronia sorgt als Koordinatorin des Vorlesenetzwerkes im Hintergrund dafür, dass alles funktioniert. Wer als Lesepate aufgenommen wird, entscheidet sich letztlich in einem persönlichen Gespräch mit ihr. Außerdem regelt sie alle Angelegenheiten rund um den Datenschutz und kümmert sich um die Überprüfung des erweiterten Führungszeugnisses, das Erwachsene vorlegen müssen, wenn sie mit Kindern aus anderen Familien arbeiten.

Gemeinden stellen Räumlichkeiten zur Verfügung

Man hoffe, dass zusätzlich zu den 50 Einrichtungen noch einige mehr ins Netzwerk kommen, erklärte Nicole Aich, die sich im Caritasverband um die Kinderstiftung Bodensee kümmert. An vielen Kindergärten, Schulen, Familientreffs und Büchereien seien Vorlesestunden schon fest installiert. „Wir haben positive Rückmeldungen der Gemeinden, die am Netzwerk teilnehmen“, berichtete sie. Die Gemeinden unterstützen das Vorlesenetzwerk durch die Bereitstellung der Räume und die Vorleser durch den Erlass der Büchereigebühren.

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Angebot startet nach den Sommerferien in Salem

Auch in der Salemer Gemeindebücherei wird nach den Sommerferien eine wöchentliche Vorlesestunde eingerichtet – und zwar für zwei Altersgruppen: Das Angebot für Vier- bis Sechsjährige wird immer freitags ab 14 Uhr stattfinden, im Anschluss ab 15 Uhr folgt die Stunde für Sechs- bis Achtjährige. Vorlesepaten werden noch gesucht. In der Meersburger Stadtbücherei sind die Ehrenamtlichen bereits aktiv (siehe Informationen unten).