Er singe nicht für die Alten und Krummen da hinten. Nein, er singe nur für sie, rief Cro in die Menge. Das kam an bei den jungen Leuten vor der Bühne. Sie jubelten und schwenkten, immer wieder von dem Mann mit der Panda-Maske dazu aufgefordert, die Arme zu den Liedern des Rappers. "Bei mir darf jeder klatschen, wie er will. Hauptsache, die Arme sind oben", sagte Cro.

Tausende kamen am Freitag zum Open-Air-Konzert ans Schloss Salem und viele von ihnen standen erst einmal mit dem Auto in einer langen Schlange, die fast bis Tüfingen reichte. Nicht wenige von ihnen waren die Eltern der später verzückt Jubelnden, also genau die Alten und Krummen, die ihre Kinder begleiteten. Cro, der mit seiner MTV Unplugged Open-Air-Tour in den Charts von null auf den ersten Platz gestiegen ist, weiß, was er seinen Fans schuldig ist. Ein flapsiger Spruch, der die Eltern nervt. Ansonsten ist er der Spaßmacher der Szene. Gute Laune machen seine Hits. Und er spielte sie am Freitag alle: "Bye, Bye", "Traum", "Bad Chick". Begeistert waren die Massen.

Cro kam mit großer Besetzung: Piano, Orchester und Tänzer komplettierten seine Band. Eine gewaltige dreistöckige Bühne, mit teilweise virtuellem Bühnenbild dominierte die Kulisse am Schloss. Die Tontechnik ließ jedoch zu wünschen übrig. Denn schon in der Mitte der Menschenmenge waren die Songtexte nicht mehr verständlich. Echte Cro-Fans können die Texte auswendig und sahen so darüber hinweg. Mächtig wummerten die Bässe und die Musik ging den Fans in die Beine. Der Veranstalter hatte auf eine Bestuhlung verzichtet. Die Menge tanzte.

Die Geschwister Pia und Felix Mayer waren mit ihrem Cousin Patrick und Martina Wielandt aus Beuren da. Ihre Eltern, die Wirtsleute vom Adler in Beuren, hatten ihnen mit den Tickets eine große Freude zu Weihnachten gemacht. Befragt nach Cros Maskerade antwortete Felix: "Ich finde das Klasse mit der Panda-Maske. Das ist sein Symbol und sichert ihm Privatsphäre."