Die seit Anfang März laufende Sanierung und Umgestaltung der Neufracher Ortsdurchfahrt macht Fortschritte. Aber es wird voraussichtlich noch bis Ende November dauern, bis der Verkehr wieder ungehindert durch die Markdorfer Straße rollen kann. In der Gemeinderatssitzung am Montagabend berichtete Andre von Holten vom Bauamt über den Stand der Maßnahme.

Holten: "Wir liegen im Zeitplan"

Es sei gerade etwa Halbzeit in der in fünf Bauabschnitte aufgeteilten Baumaßnahme. "Aber wir liegen im Zeitplan", erklärte von Holten im Gemeinderat. Die Bauarbeiten in der Aachstraße, wo der Regenwasserkanal erneuert wurde, seien so gut wie abgeschlossen. Auch beim zweiten Bauabschnitt, der sich von der Brücke über die Deggenhauser Aach bis zur Tankstelle Rothmund erstreckt, ist es fast so weit. Dort wurden der Abwasserkanal saniert und die Wasserleitung erneuert. Zudem kamen die elektrischen Leitungen unter die Erde.

Flüsterasphalt auf der ganzen Strecke

Jetzt ist man nach Angaben von Andre von Holten so weit, dass in den nächsten Tagen bis zur Tankstelle der Asphaltbelag aufgebracht werden kann. Die Gemeinde konnte beim Regierungspräsidium erreichen, dass auf der gesamten Strecke der etwas teurere Flüsterasphalt aufgezogen wird, um so die Lärmbelastung für die Anwohner zu reduzieren.

Mini-Kreisel an Weildorfer Straße

Ende dieses Monats wird der dritte Bauabschnitt in Angriff genommen. Dieser reicht von der Tankstelle Rothmund bis zur Leutkircher Straße. Kernstück ist der Bau eines Mini-Verkehrskreisels an der Abzweigung in die Weildorfer Straße. Damit soll zum einen der Verkehr gebremst werden, zum anderen soll verhindert werden, dass sich in den Hauptverkehrszeiten Rückstaus in der Weildorfer Straße bilden. Für eine weitere Drosselung des Verkehrstempos soll eine neue Überquerungshilfe auf Höhe des Gasthofs "Apfelblüte" sorgen. Der Bau dieser Überquerungshilfe ist für den vierten Bauabschnitt vorgesehen, der von der Leutkircher Straße bis zum südlichen Ortsende reicht. Ganz zum Schluss kommt der Anschluss der Brücke über die Deggenhauser Aach am anderen Ende der Ortsdurchfahrt dran. Zurzeit wird die Brücke einer Sanierung unterzogen.

Umleitung für nächsten Abschnitt noch unklar

"Wenn alles so läuft wie bisher, dann schaffen wir das alles bis November", erklärte von Holten. So lange müssen sich die Autofahrer noch mit Umleitungen abfinden. Wenn demnächst mit dem Bauabschnitt von der Tankstelle Rothmund bis zur Leutkircher Straße begonnen wird, wird es neue Umleitungsstrecken geben, weil dann die Zufahrt in die Weildorfer Straße nicht mehr möglich ist. Wo diese Umleitung verlaufen wird, steht noch nicht fest. Eigentlich würde sich dafür die Strecke Bermatingen-Ahausen-Buggensegel anbieten. Allerdings könnte dem, wie von Holten darlegte, die Verlegung der Kreisstraße bei der Kelterei Wiedemann in Ahausen im Wege stehen, die derzeit läuft. Bürgermeister Manfred Härle erklärte, dass es Sache der Straßenverkehrsbehörde sei, wie die Umleitung letztlich angelegt werde.

Kritik: Fahrer nutzen gesperrten Verbindungsweg

Gemeinderat Klaus Bäuerle (Grüne offene Liste) kritisierte, dass der für den Fahrzeugverkehr gesperrte Verbindungsweg vom Campinghof zum Bildungszentrum als abkürzende Umleitung genutzt wird. Beschwerden aus der Bevölkerung, die schon vielfach an ihn herangetragen worden seien, zielten vor allem darauf ab, dass auf diesem Wirtschaftsweg oft gerast werde wie auf freier Strecke. Bäuerle machte darauf aufmerksam, dass dieser Weg auch Schulweg zum Bildungszentrum sei.

Bürgermeister: Polizei kann nicht halbe Tage kontrollieren

Der Bürgermeister erklärte, dass das Problem bekannt sei. Er wolle die unbefugte Nutzung dieses Wegs aber nicht zu hoch hängen. "Wir sollten da nicht päpstlicher als der Papst sein", sagte Härle. Man könne auch von der Polizei nicht erwarten, dass sie sich da halbe Tage hinstelle, um zu kontrollieren. Wenn sich der gesamte Umleitungsverkehr gemäß der Ausschilderung über den Hardtwaldkreisel und Stefansfeld abspielen würde, dann kämen wieder Klagen aus Stefansfeld über das hohe Verkehrsaufkommen.