Hagnau hat eine relativ kleine Gemeindefläche und tut sich deshalb eher schwer, neue Gebiete für irgendwelche Zwecke auszuweisen. Als vor einigen Jahren die Firma ACE Erweiterungsbedarf anmeldete, hatte der damalige Bürgermeister Simon Blümcke im April 2010 erreicht, dass eine landwirtschaftliche Fläche gegenüber dem jetzigen Gewerbegebiet Langbrühl als neues Gewerbegebiet "Langbrühl Ost" ausgewiesen wurde. Doch das damalige Verfahren dauerte für ACE zu lange und die Fläche war mit 1,6 Hektar zu gering, sodass sich das Unternehmen zusätzlich im nahen Salem ansiedelte.

Mittlerweile haben aber einige andere Hagnauer Unternehmen Bedarf an neuer Fläche und ACE möchte auch in Hagnau erweitern, allerdings nur noch um 0,9 Hektar. Die übrige Fläche durfte nicht einfach vergeben werden, da die Genehmigung, landwirtschaftliche Fläche umzuwidmen, sich damals zu 80 Prozent auf den Bedarf von ACE bezog. "Wir hatten Schwierigkeiten, unsere neuen Bedürfnisse auf die vorliegende Genehmigung zu übertragen", erläuterte Bürgermeister Volker Frede den Prozess, "aber jetzt haben wir durch einen Zielabweichungsbescheid das Okay bekommen". Den Vorgang insgesamt kommentierte er: "1,6 Hektar sind nicht die Welt, aber für uns sind sie Gold wert. Damit ist das dann auch ausgereizt. Mehr Fläche haben wir nicht."

Die ausgewiesene Fläche ist auf der Ostseite der Ittendorfer Straße. Bisher werden dort Äpfel angebaut. Der Wegfall dieser Obstanbaufläche ist zwar schmerzlich, aber für Hagnau leichter zu ertragen als wegfallende Rebfläche oder ein Wegzug der betroffenen Firmen – so hatte der Gemeinderat schon im Jahr 2010 befunden. Damit die Ansiedlung zügig erfolgen kann, werden die Erschließungsarbeiten 2018 laufen, sodass die Betriebe bereits 2019 mit dem Bau beginnen können. "Besonders dringende Fälle können wir auch vorziehen", versprach Frede. "Die können sich dann bereits Ende 2018 ansiedeln, wenn das Gebiet an der Straße erschlossen ist." Eine neue Abstimmung im Rat war nicht erforderlich, da der alte Beschluss von 2010 noch gültig ist.