„Grund zum Jubeln“ hat Organisatorin Ursel Hefler zu Beginn des 30. Frühstücks am Samstag im evangelischen Gemeindehaus verkündet. Wie gewohnt hatte sich der Saal ohne große Werbung gefüllt. “Unser Frauenfrühstück ist eben ein Selbstläufer“, meinte Hefler.

Erste Veranstaltung vor 16 Jahren

Die Kirchengemeinderätin rief die Frühstücksveranstaltung vor 16 Jahren unter der Ägide der damaligen Dekanin Doris Fuchs ins Leben. Schnell habe sich ein Team gebildet, das bis heute den Besucherinnen zweimal jährlich eine morgendliche Auszeit mit Tiefgang beschert. Angefangen bei den mit frischen Schnittblumen, Spiegeln und Platzdeckchen gedeckten Tischen bis hin zur Vielfalt am Büfett hat jedes Teammitglied seine feste Aufgabe.

Für jede Frau einen Spruch passend zum Vortrag

Nicht zu vergessen die kleinen, handgefertigten Tischgeschenke. Beim Öffnen geben sie den Blick auf einen Spruch frei und sorgen für ersten Gesprächsstoff an den Tischen. Das Zitat dieses Mal stammt aus der Feder von Juliette Saint-Gelais und animiert dazu, „Glück auf deines Nachbarn Feld“ auszusäen. Hefler wählte den Spruch wie immer passend zum Vortrag aus.

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Referat über das Vergleichen mit anderen

Diesmal hatte sie die Autorin Cornelia Mack eingeladen. Die Sozialpädagogin referierte über die Fallen des negativen Vergleichens und zeigte positive Wege auf, damit umzugehen. „Jede von uns kennt solche Momente des sich mit anderen Vergleichens“, unterstrich Hefler bei der Einführung. Die Referentin führte die Fallstricke weiter aus. Wer sich in negativer Art mit anderen Menschen messe, bekomme Minderwertigkeitskomplexe, werde unzufrieden und neidisch. Mack riet dazu, bei der Imagination über das eigentlich unbekannte Leben der Anderen nicht zu vergessen, „dass unter jedem Dach ein Ach“ in Form von Schuld, Verzweiflung oder Trauer verborgen sei.

Jeder solle sich auf seine eigenen Stärken konzentrieren

Statt das Gegenüber mit dem Fernglas und seine eigenen Fehler mit der Lupe anzusehen, sollten die Anwesenden sich lieber auf ihre Stärken konzentrieren und ihr Glück in ihrem eigenen, von Gott getragenen Leben aufspüren.

„Wer bin ich wirklich“, fragte auch Hefler im Anschluss an den Vortrag. Was zähle, sei nicht Materielles oder Aussehen, vielmehr summiere sich das „Wissen der Jahre und die Begabung hinter unserer Faltenstirn“.

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Besucherinnen leben Atmosphäre, Frühstück und Vorträge

Das zustimmende Nicken, das eine oder andere wissende Lachen und der begeisterte Beifall der Frauen zeigte Hefler und ihrem Team, dass sie mit Vortragsthema und Frühstücksangebot erneut den Nerv ihrer Gäste getroffen hatten. Die Besucherinnen Hanni Frick und Elisabeth Schweizer lobten die „schöne Atmosphäre, die liebevolle Vorbereitung und das tolle Frühstück“. Gaby Biber sagte, sie komme so gern, weil sie das „nette Miteinander und die sehr guten Vorträge“ schätze.

Immer wieder wollen auch Männer teilnehmen

Hefler, die für die Themenauswahl und Referenten-Akquise zuständig ist, legt Wert darauf, dass es bei den Frühstücksrunden nicht um spezifische Frauenthemen geht. Immer wieder kämen auch Anfragen von Männern, die gern teilnehmen wollten. Doch dafür reiche der Platz einfach nicht aus. Aus dem evangelischen Zentrum umziehen in ein Dorfgemeinschaftshaus, das lehnt Hefler ab.

Ursel Hefler hat das Wohlfühltreffen für weibliche Gäste vor 16 Jahren aus der Taufe gehoben und seitdem 30 Veranstaltungen organisiert.
Ursel Hefler hat das Wohlfühltreffen für weibliche Gäste vor 16 Jahren aus der Taufe gehoben und seitdem 30 Veranstaltungen organisiert. | Bild: Martina Wolters

Hefler will nicht in größere Räume umziehen

Zum einen handle es sich um eine Veranstaltung der evangelischen Kirchengemeinde, zum anderen entfalle dann die heimelige, familiäre Atmosphäre, ist sich die Organisatorin sicher. Außerdem könnte das Team die Organisation in größerem Rahmen nicht mehr stemmen.