Am Anfang seiner Filmemacherkarriere sagte der Fotokünstler noch, dass er die Schönheit seiner Heimat – des Bodensees mit seinem Umland – aufzeigen wolle. Für sein aktuelles Projekt hatte er sich Größeres vorgenommen: die Alpen. Vom ersten Foto bis zur Fertigstellung des Films benötigte er ein ganzes Jahr: „Ich bin 5000 Kilometer in fast alle Alpenländer gereist und habe dabei 50 000 Fotos geschossen“, zählt er aus seiner Bilanz auf. Allein für die Gondeltickets habe er 400 Euro ausgegeben.

Christian Möhrle mit seiner Kamera und der Kameraschiene an seinem Arbeitsplatz, wo er seine Zeitrafferfilme nachbearbeitet.
Christian Möhrle mit seiner Kamera und der Kameraschiene an seinem Arbeitsplatz, wo er seine Zeitrafferfilme nachbearbeitet. | Bild: Mardiros Tavit

Motive aus fast allen Alpenländern

Entstanden ist ein drei Minuten und 16 Sekunden langes Werk mit Motiven aus fast allen Alpenländern. „Nur in Slowenien und in Liechtenstein war ich nicht.“ Und Frankreich und die Schweiz seien für ihn Neuland gewesen. Seine Grundidee sei gewesen, die schönsten Plätze aufzusuchen und festzuhalten.

Er selbst ist leidenschaftlicher Wanderer und kannte schon von früheren Ausflügen die meisten Plätze, erzählt er. Weitere habe er über das Internet gefunden.

Viele besondere Orte zu sehen

Die Alpen erstrecken sich über rund 1200 Kilometer, nach Zermatt brauchte Christian Möhrle eine Stunde Autofahrt, blieb dann drei Tage: „Der Montblanc war leider nebelverhangen. Aber das Matterhorn war umso schöner“, erzählt er von seiner Reise. Es habe sich gelohnt. „Auf der Zugspitze hatte ich sehr viel Glück mit dem Wetter.“ Im Film kommen die Drei Zinnen, das Schloss Neuschwanstein, der Watzmann und viele andere besondere Orte vor. An Wochenenden sei er oft für einen Kurztrip auf gut Glück losgefahren. „Dann habe ich aber auf die Wettervorhersage geachtet, nicht so bei den einwöchigen Trips.“

Das Titelbild des Zeitrafferfilms über die Alpen von Christian Möhrle.
Das Titelbild des Zeitrafferfilms über die Alpen von Christian Möhrle. | Bild: Christian Möhrle

Effekte in der Postproduktion eingearbeitet

Doch es sind nicht nur die Motive, die den Betrachter des Films beeindrucken: In der Nachbearbeitung, der sogenannten Postproduktion, zeigt Möhrle sein ganzes Können. Die Szenen sind auf die Musik abgestimmt, Toneffekte wie Wasserplätschern oder Wind passend gesetzt. Der komplette Film folgt einer Tagesdramaturgie, beginnt mit dem Sonnenaufgang und endet mit dem Sonnenuntergang.

Beeindruckendes Zusammenspiel von Wolken und Bergen

Bergspitzen und -massive, die aus den Wolken oder aus dem Nebel in den sonnigen, sattblauen Himmel ragen, oder durchziehende Wolken, die Berge umhüllen und so wirken, als ob sie um die Felsen tanzen: Dieses Zusammenspiel der flüchtigen Wolken und der massiven, unverrückbaren Felsenformationen kreiert in der Szenerie eine innere Spannung.

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Technische Aufrüstung macht sich bemerkbar

Beeindruckend sind auch die Aufnahmen, bei denen Möhrle eine Kamerafahrt eingebaut hat. Genau hier ist eine Entwicklung zu beobachten: Der erste Film entstand noch mit einer starren Kameraposition. Mittlerweile hat er eine dreidimensionale Kameraschiene angeschafft. Seinem Film ist die technische Aufrüstung anzusehen.

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