Der Bächenhof der Familie Biselli liegt zwischen Beuren und Altenbeuren. Kurz vor einem malerischen Sonnenuntergang zerschneiden Blaulicht und Martinshorn die Idylle. Die Bisellis haben ihren Hof für die Hauptübung der Salemer Feuerwehrabteilungen Beuren und Weildorf zur Verfügung gestellt. "F3 – mehrere Personen eingeschlossen" lautet die Meldung, die 19.47 Uhr in der Leitstelle ankam. "F3 steht bei den Wehren im Bodenseekreis für Wohnhausbrand. Ein Szenario, bei dem im realen wie fingierten Leben mehrere Wehren zusammen arbeiten müssen", klärt Uwe Beier, Pressesprecher der Salemer Wehr, auf.

Am Ende stehen auf seinem Berichtsbogen "54 Feuerwehrkräfte und 13 Kräfte der Sondereinsatzgruppe des Roten Kreuzes" und in Klammern "(7) Notarzt und Rettungsdienst". "Die letzteren werden im realen Leben gebraucht, bei der Übung werden sie nicht abgerufen", sagt Beier. Aber nicht nur Notärzte und Rettungsdienste werden bei der Übung nicht hinzugezogen. "Bei so einer Großschadenslage wären eine zweite Drehleiter und zwei weitere Löschzüge abgerufen worden", ergänzt Beier. Weitere 18 Feuerwehrkräfte wären dann zusätzlich am Einsatzort. Abteilungskommandant Martin Weishaupt, der auch als Einsatzleiter fungiert, hat sich die Hauptübung ausgedacht. Neben der Menschenrettung und der Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte soll besonders die Wasserversorgung im Einsatz geprobt werden. Der Bächenhof liegt außerhalb der geschlossenen Ortschaft. Der nächste Hydrant ist 250 Meter weit weg. Deswegen will die Beurener Wehr das Löschwasser aus dem 150 Meter entfernten Fischteich pumpen. Dafür müssen allerdings zusätzlich etwa 30 Höhenmeter überwunden werden. Bis zu 1000 Liter Wasser sollen mit einem Druck von 10 bar an der fiktiven Brandstelle ankommen. Die Leitungen liegen innerhalb kürzester Zeit, aber es kommt kein Wasser. Die Übung deckt einen Fehler bei der Tragkraftspritze auf. Parallel wird die Wasserversorgung über den Hydranten sicher gestellt.

Weishaupt ist am Ende froh, dass der Fehler an der Spritze während der Übung aufgetaucht ist. "Dafür sind Übungen da, damit wir Fehler ausfindig machen", bilanziert er. Jürgen Nell, Leiter der Führungsgruppe vor Ort und stellvertretender Kommandant der Salemer Feuerwehr, übernimmt die Manöverkritik. "Allgemein gut und Menschenrettung gut", bescheinigt er über den Ablauf. Für das Rote Kreuz ist Kreisbereitschaftsleiter Manfred Sonntag vor Ort. Sein Team übernimmt zehn Verletzte zur medizinischen Versorgung; und auch die vier Atemschutzgeräteträger, die im Rauch im Einsatz waren, zur Nachsorge. Kaum ist die Großübung abgeschlossen, bleibt den Ehrenamtlichen keine Ruhepause. Die Führungsgruppe und ein Löschzug werden zu einem realen Einsatz abgerufen.

Feuerwehrkräfte gesucht

Nach der Hauptübung richtete Martin Weishaupt, Abteilungskommandant der Beurener Freiwilligen Feuerwehr, einen Appell an die Bevölkerung: "Wir suchen freiwillige Kräfte. Jeder wird bei uns mit offenen Armen empfangen. Wir haben die interessante Aufgabe, Menschen zu helfen. Wir setzen uns für die Mitmenschen ein. Für diese tolle Aufgabe suchen wir weitere Helfer. Wir freuen uns über jeden Mann und jede Frau. Zurzeit haben wir sechs Frauen im aktiven Dienst. Jede weitere wäre eine große Unterstützung. Rufen sie mich an, mailen sie mir oder sprechen sie mich auf unserem Frühlingsfest an." Weishaupt ist erreichbar unter der Telefonnummer 0 75 54/98 68 62 oder per E-Mail an beuren@feuerwehr-salem.de.

Das Frühlingsfest der Feuerwehrabteilung Beuren findet am Freitag, 18. Mai, ab 18 Uhr am Feuerwehrhaus statt. Auf dem Programm steht unter anderem ein Auftritt des Original Bodensee-Trios.