David Danin ist etwas gelungen, was sicher vielen Menschen unmöglich erscheint. Mit 893 von 900 möglichen Punkten hat er das beste Abitur an allen allgemeinbildenden Gymnasien des Regierungsbezirks Tübingen abgelegt. Das wurde ihm am Montag vom Kultusministerium mitgeteilt. "Es ist wirklich jede Abiturprüfung glatt gelaufen bei mir", erzählt der ehemalige Schüler der Schule Schloss Salem. Die Abschlussnote im Abitur setzt sich aus den Punkten in den Kursstufen und den Prüfungen am Ende der Schulzeit zusammen. In Deutsch, Ethik, Chemie und Physik hat Danin "mal ein paar Pünktchen verloren", sagt er.

Studienwahl

Sein Notendurchschnitt liegt dennoch bei 1,0. Damit stehen ihm eigentlich alle Wege offen, vor allem Studiengänge mit Zulassungsbeschränkung, dem Numerus clausus. Doch der inzwischen 18-Jährige wird in eine Richtung gehen, in der er sogar Punkte verloren hat. "Ich werde in München Physik studieren. Der Studiengang ist zulassungsfrei", berichtet Danin. Der Ruf der Hochschule und Dozenten hat ihn überzeugt. "Physik untersucht das Grundsätzliche", begründet er seine Studienwahl. Die Natur und die Methoden, mit denen sie erforscht wird, faszinieren ihn. "Man kann immer etwas verstehen, wenn man sich damit auseinandersetzt." Diesen Ansatz hat der gebürtige Sauerländer auch in der Schule verfolgt. "Ich war immer interessiert an dem, was in der Schule passiert ist. Das war mein Geheimrezept. Ich war immer aktiv dabei", sagt Danin.

Weise Worte

Für ihn sind die 893 Punkte das Resultat einer Mischung aus Engagement, einer guten Auffassungsgabe und etwas Glück. Allen, denen ebenfalls wichtige Entscheidungen zu Ausbildung und Beruf bevorstehen, rät er, nicht vor sich selbst einzuknicken. "Ich glaube, ich würde mir ein großes Ziel vornehmen, zum Beispiel, das Abitur zu machen, und dann in kleinen Schritten darauf hinarbeiten", sagt er und weiter: "In der Physik gibt es auch Versuche, die schief gehen." Dann geht es von vorne los. "Man muss immer wieder aufstehen", so Danin. Der 18-Jährige hat gerne einen groben Plan. Aber: "Das Bauchgefühl ist auch sehr wichtig, sonst hätten wir Menschen das ja nicht."

Blick zurück

Danin hat vier Jahre lang im Internat gelebt. Er spielte Theater, nahm an den Model United Nations teil, das sind Simulationen für Schüler und Studenten, in denen die Arbeit der Vereinten Nationen nachgestellt wird, und er war ein Jahr lang Schulsprecher am Salem International College. "Vermissen werde ich das Internat mit allen Freunden. Man wird verbunden bleiben. Trotzdem wird es anders", sagt Danin. Sehr genossen hat er immer den "tollen Blick, den man von überall hat". All das war sein Ausgleich zum Akademischen. Nun erwartet einen der besten Abiturienten Baden-Württembergs viel Neues. Im Oktober startet er in München.

Blick nach vorne

Momentan ist er auf die Auslosungen der Studentenwohnheime gespannt. "Ich bin noch auf Wohnungssuche", sagt der 18-Jährige. Er freut sich auf das Studium und die kulturellen Möglichkeiten in der bayerischen Hauptstadt. Etwa das Theater und die Oper. Bis dahin sammelt er Erfahrungen bei einem Aushilfsjob und macht seinen Führerschein. Zum besten Abitur in ganz Baden-Württemberg hat es nicht gereicht. Darauf gehofft hat Danin natürlich. Angesichts des hervorragenden Ergebnisses ist er aber trotzdem "überglücklich".