Junge Leute aus dem Ausland in Ausbildung in Deutschland – ein derzeit aktuelles Thema, von dem die Versammlung des Salemer Hikkaduwa-Vereins persönlich von Dasni Malarachchige aus Sri Lanka hören durfte, denn sie nahm an der Versammlung teil. Vorsitzender Horst Gerland stellte das Incoming-Programm des Vereins Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners vor, eine der größten deutschen Trägerorganisationen für Freiwilligendienste weltweit. Jugendliche ab 18 Jahren aus Hikkaduwa in Sri Lanka nehmen am internationalen Freiwilligen Sozialen Jahr teil.

Malitha und Stephanie, beide 19 Jahre alt, bewerben sich derzeit. Zuvor hatten Maduka (2013/14) sowie Namal und Dasni (2014/15) den einjährigen Aufenthalt mit sozialer Arbeit in Camphill-Gemeinschaften im Linzgau gewählt. Namal und Dasni verlängerten ihren Aufenthalt und schlossen eine berufliche Ausbildung in Deutschland an. Namal lernte Hotelkaufmann in Reit im Winkl, nachdem er im Sozialen Jahr bei Camphill-Hermannsberg gearbeitet hatte. Dasni kümmert sich in der Camphill-Schulgemeinschaft in Überlingen-Brachenreuthe um ihre soziale Aufgabe auch jetzt noch, denn sie hat sich für eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin in der Camphill-Schule in Frickingen entschieden.

Mit Stolz und Freude berichtete sie bei der Versammlung von ihrem Berufsweg und der täglichen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen: „Ich bleibe, weil’s mir beim internationalen Jugendfreiwilligendienst gefallen hat, denn die Arbeit mit Kindern macht mir Spaß.“ Erhard und Angelika Arnold aus Salem und ihre Tochter Katharina hatten Dasni bei einem Aufenthalt in Hikkaduwa angeregt, nach Deutschland zu gehen. In dieser Idee wurde Dasni auch von ihren Eltern unterstützt, die in Hikkaduwa eine Bäckerei betreiben. Sie ist ihren Eltern dankbar, denn mit deren Einverständnis lernte Dasni zuerst am Goethe-Institut in Colombo Deutsch – zwei Mal pro Woche mit dem Bus von Hikkaduwa über hundert Kilometer drei Stunden hin und drei zurück.

Jetzt besucht sie zwei Mal in der Woche in zwölf Stunden mit über 30 weiteren Auszubildenden im dritten Lehrjahr, sechs davon aus Brachenreuthe, die Camphill-Schule in Frickingen. Hier wird sie in den Fächern Kunst, Musik, Anthropologie, Eurhythmie, Neurologie, Psychologie, Pädagogik, Recht und Soziologie unterrichtet. Ihr Lieblingsfach in der Schule ist die Gesundheits- und Krankheitspflege, die sie in Brachenreuthe an den anderen Tagen während der Arbeit in der Schulgemeinschaft praktisch umsetzen kann.

Im Juli wird Dasni die Prüfung ablegen – schriftlich, mündlich und praktisch. Dasni weiß, dass sie bei gutem Erfolg überall in ihrem Pflegeberuf beginnen kann – in der Schulgemeinschaft bei Camphill, in Klinik oder Altersheim, auch im Kindergarten. Mit erfolgreichem Abschluss steht es ihr offen, in Deutschland zu bleiben, was sie gern möchte, oder als ausgebildete Heilerziehungspflegerin nach Sri Lanka zurückzukehren und Kenntnisse und Können in ihrer Heimat einzusetzen.

 

Der Verein

Der Verein Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners ist seit 1993 Träger für internationale Freiwilligendienste. Alle Freiwilligen arbeiten in waldorfpädagogischen und anthroposophisch orientierten Einrichtungen: in Lebensgemeinschaften von Behinderten und Nichtbehinderten, Schulen, Kindergärten, Projekten der Sozialarbeit und in der biodynamischen Landwirtschaft.

Ein soziales Jahr im Ausland mit dem Verein Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners als Träger kann über folgende staatlich gefördert Programme geleistet werden: Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD), Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst weltwärts (Adia: Anderer Dienst im Ausland).

Seit 2011 bietet der Verein auch Freiwilligendienste in Deutschland an: Bundesfreiwilligendienst (BFD), Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ).

Als eine der wenigen Trägerorganisationen ermöglichen die Freunde der Erziehungskunst seit 2006 auch internationalen Freiwilligen ein soziales Jahr in Deutschland. Das Incoming-Programm ist seit 2011 ebenfalls dem Bundesfreiwilligendienst angegliedert.