Wandelt man derzeit durch die Flure des Salemer Rathauses, wähnt man sich wie auf einem märchenhaften Winterspaziergang und ist gebannt von den Motiven, die der Heimatfotograf Hermann Böhne aus Stefansfeld mit der Kamera eingefangen hat. Daneben zeigt seine Ausstellung auch etliche seiner experimentellen Fotoarbeiten. Bei der Ausstellungseröffnung führte er den zahlreichen Gästen an einigen Beispielen vor, wie er diese inszeniert hat. Beides, die Winterfotos wie die Trickfotografien, fanden starke Beachtung.

"Wohl kaum jemand kennt in Schloss Salem oder rund um den Schlosssee so viele Motive wie Hermann Böhne", führte Sabine Stark, in der Gemeindeverwaltung zuständig für den Kulturbereich, in die Ausstellung ein. Und von den experimentellen Arbeiten schwärmte sie: "Man könnte glauben, dies seien gemalte Bilder."

Hermann Böhne will mit seinen Winterfotografien nicht nur die fotografischen Reize dieser Jahreszeit zeigen, sondern auch, wie er sagte, die vielen Hobbyfotografen dazu ermuntern, ihre Kameras während der Wintermonate nicht einzumotten. Schöne Fotos im Winter zu machen, sei zwar etwas schwieriger als während der Vegetationszeit, wenn alles blühe und farbig sei, aber es lohne sich, auch im Winter auf Fotopirsch zu gehen. Für schöne Fotos müsse man allerdings auch mal klamme Finger in Kauf nehmen und auf die richtige Lichteinstrahlung warten können.

Zeit braucht es auch für die experimentellen Fotoarbeiten, für die Hermann Böhne ebenfalls eine Leidenschaft entwickelt hat. Dafür muss man erst einmal eine Idee haben. Eine Idee kam Hermann Böhne im Salemer Münster, als Dekan Peter Nicola wieder einmal ausladend das Weihrauchfass schwang und dichte Rauchschwaden um den Altar waberten. Zuhause hat er dann eine Vorrichtung zusammengebastelt und durch verschiedene Farbfilter feine Rauchwölkchen aufsteigen lassen, die in der Fotografie wie ein farbiger Korkenzieher erscheinen. "Das sind beeindruckende Bilder", schwärmte Ewald Schlegel vom Fotoclub Uhldingen.