Für die Aktion "Fridays for Future" ging am Freitag auch in Ravensburg eine beachtliche Zahl an Schülern aus der Region Bodensee-Oberschwaben für die Forderung nach mehr Umwelt- und Klimaschutz auf die Straße. Viele hatten mahnende Slogans auf Plakate geschrieben und reckten diese im Sekundentakt in die Höhe. "Wir sind hier, wir sind laut – weil ihr uns die Zukunft klaut", skandierten die jungen Menschen auf ihrem Zug auf den Marienplatz. Der Protest richtete sich generell an die Verantwortlichen von Klimaschädigung und Umweltzerstörung, stellvertretend aber die Politik.

Auf Plaketen waren die Forderungen der Schüler in Ravensburg zu lesen.
Auf Plaketen waren die Forderungen der Schüler in Ravensburg zu lesen. Bild: Enderle

"Wir sind hier, weil die in Berlin untätig sind", kritisierte Tizio Pfänder aus Langenargen bei seinem Statement. Die unlängst vom Bahn-Beauftragen der Bundesregiegung, Enak Ferlemann, angeregte Erhöhung der Bahnpreise könne im Zusammenhang mit dem Bestreben nach weniger klimaschädlichen Emissionen wohl "nur als schlechter Witz" gemeint gewesen sein.

Auch die Entscheidung der Kohlekommission, den vollständigen Ausstieg der Energiegewinnung durch Kohle auf das Jahr 2038 aufzuschieben, wurde harsch kritisiert. "Es ist auch eine Frechheit, dass sich die Energie-Riesen nach Jahrzehnten der Belastung unseres Klimas und satter Gewinne die Entschädigungen für den Ausstieg auch noch aus Steuermitteln zahlen lassen", schimpfte der 18-jährige Gymnasiast.

Organisationsleiter Nico Weck konnte rund 1500 Schüler auf dem Marienplatz zur Kundgebung auf dem Marienplatz begrüßen.
Organisationsleiter Nico Weck konnte rund 1500 Schüler auf dem Marienplatz zur Kundgebung auf dem Marienplatz begrüßen. Bild: Enderle

Dass es unter Jugendlichen ein wachsendes Bewusstsein für Klima- und Umweltschutz gibt, weiß Eva Städele aus Weingarten. "Man kann auch im Alltag etwas tun, wenn man mehr Fahrrad fährt, Fair-Trade Produkte kauft oder weniger Fleisch ist."

Die Forderungen der Schüler nach mehr Klimaschutz waren deutlich.
Die Forderungen der Schüler nach mehr Klimaschutz waren deutlich. Bild: Enderle

Nach Schätzungen von Initiatoren und Polizei waren es auf dem Marienplatz rund 1500 Schüler. Unumstritten war die Sache nicht, denn nach dem Vorbild der schwedischen Schülerin Greta Thunberg blieben die Kinder und Jugendlichen ohne Erlaubnis dem Unterricht fern. Der 18-jährige Organisationsleiter Nico Weck berichtete über die Reaktion der Schulen: "Manche drückten jetzt mal ein Auge zu, andere Schulleiter drohten massiv mit Konsequenzen bis zum Schulausschluss."