Der Überfall am Nachmittag des 15. April 2015 dauerte nur wenige Minuten: Vier Männer betraten ein Ravensburger Juweliergeschäft.

Europaweit wurde ermittelt

Mit Axt und Hammer zertrümmerten zwei als Arbeiter verkleidete Täter laut Anklage die Glasvitrinen, rafften 21 Uhren im Wert von 116 000 Euro zusammen und flüchteten unerkannt zu Fuß. Nach langwierigen europaweiten Ermittlungen kamen Bundeskriminalamt und Europol insgesamt fünf Männern auf die Spur.

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Nur einer der mutmaßlichen Täter, ein 38-jähriger Mann, steht seit Montag vor dem Ravensburger Landgericht. Er ist wegen besonders schweren Raubes und Körperverletzung angeklagt. Er soll damals mit einer Soft-Air- Pistole zwei Mitarbeiterinnen bedroht und mit Pfefferspray attackiert haben. Beim Prozessauftakt ließ der Mann durch seinen Verteidiger Gerald Eswein-Bielauskas (Osnabrück) mitteilen, derzeit keine „Einlassungen“ zu machen.

Handschrift der Täter meist identisch

Raubüberfälle auf Juweliergeschäfte häuften sich in den vergangenen Jahren. Mal war es das KaDeWe in Berlin, ein Juwelier auf dem Kurfürstendamm, mal ein Geschäft in Hamburg, Wiesbaden, aber auch Amberg, Baden-Baden oder Gießen. Und die Handschrift der Täter war meist identisch. Längst sprach man in Ermittlerkreisen von OK, gleich organisierter Kriminalität.

Ermittlungen erweisen sich als schwierig

Mit dem Ravensburger Überfall begann seinerzeit eine Serie von ähnlichen Überfällen in ganz Deutschland. Wie schwierig Ermittlungen und Beweisführung sind, zeigt sich daran, dass für den Prozess acht Verhandlungstage angesetzt sind. Die erbeuteten Rolex- und Tudor-Uhren sind übrigens bis heute verschwunden.