Im Zusammenhang mit Straftaten ist immer wieder von der Spürnase der Ermittler die Rede. Im Mordprozess vor dem Ravensburger Landgericht gegen einen 35-jährigen Mann aus Hoßkirch, dem vorgeworfen wird, seine Ehefrau getötet und dann einen Autounfall vorgetäuscht zu haben, kann man die Spürnase ganz wörtlich nehmen. Ein Leichenspürhund der Polizei hat wichtige Indizien erschnüffelt.

Nach der Tat am 25. Februar 2017 kam der speziell ausgebildete Deutsche Schäferhund im Wohnhaus in Hoßkirch zum Einsatz. Ein Polizist am gestrigen sechsten Verhandlungstag: “Der Hund hat an vier Stellen angezeigt!“ Fachleute erklären, dass die Vierbeiner Spuren toter Körper „von ganz frisch bis ganz alt“ riechen. Dabei geht es um das sogenannte Cadaverin, ein Abfallprodukt einer Aminosäure, die beim Zerfallen der Körperzellen entsteht.

Dass die 30-jährige Ehefrau und Mutter von zwei kleinen Kindern an jenem Februarabend gewaltsam getötet wurde, davon geht auch der Rechtsmediziner Reiner Nowak von der Universität Ulm aus. In seinem Gutachten führte er aus, dass der Kehlkopf der Frau massiv verletzt und beide Zungenbeine gebrochen waren. Seiner Auffassung nach wurde das Opfer erstickt. In diesem Zusammenhang hat die Aussage eines Ermittlers besondere Bedeutung. Bei der Hausdurchsuchung wurde nämlich ein Paar Handschuhe gefunden – „mit blonden Haaren dran“, so der Polizist. Am Boden im Eingangsbereich fanden die Ermittler einen Ohrstecker und den Verschluss am Boden.

Zur Sprache kann gestern auch ein Gespräch zwischen dem Bürgermeister von Hoßkirch und dem Vater des Angeklagten. Dabei habe der Vater den Sohn als jähzornig bezeichnet und geäußert, er mache sich große Vorwürfe. Zu den Gründen sagte der Ermittler nichts.

Der Prozess wird am 18. Januar fortgesetzt.