Fast zwei Wochen nach dem Feuer in der Ravensburger St. Jodok-Kirche haben die Ermittler am Dienstag einen 40-Jährigen festgenommen. Der Mann aus dem Landkreis Ravensburg steht in dringendem Verdacht, das Feuer gelegt zu haben, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung von der Staatsanwaltschaft Ravensburg und des Polizeipräsidiums Konstanz.

Demnach soll der Mann aus dem Landkreis Ravensburg am Morgen des 10. März zunächst ein Plakat in der katholischen Kirche St. Martin in Schlier angezündet haben. Das Feuer dort erlosch allerdings von selbst wieder und richtete nur wenig Sachschaden an.

Anschließend setzte der Mann in der St. Jodok-Kirche in der Ravensburger Innenstadt eine Sitzgruppe in Brand. Das Feuer griff schnell auf die Zwischendecke und von dort aus auf das Dach über, heißt es weiter in der Mitteilung.

200 Feuerwehrleute waren im Einsatz - sie konnten verhindern, dass der Brand auf die gesamte Kirche übergriff. Der Schaden beläuft sich dennoch auf zwei Millionen Euro.

Die Ermittlungen hätten ergeben, dass sich der Tatverdächtige in den Tatzeiträumen in beiden Kirchen aufgehalten habe. Ein weiteres Indiz: Am vergangenen Mittwoch war eine anonyme Drohung bei der Polizei Baden-Württemberg eingegangen, in der das Anzünden weiterer Kirchen angekündigt wurde. Die Drohung war von einem öffentlichen Rechner aus verschickt worden - auch dort hatte der 40-Jährige sich zu der entsprechenden Zeit aufgehalten.

Der mutmaßliche Brandstifter wurde am Dienstag am späten Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt, heißt es abschließend in der Pressemitteilung. Über das Motiv ist noch nichts bekannt.