Nur keine Hemmungen. Was im normalen Leben an Zurückhaltung bisweilen geboten erscheint, ist nichtig, wenn ein Leben in Gefahr ist. Dies gilt insbesondere bei einem Herzstillstand und dem Einsatz eines Defibrillators, der mit einem kurzen Elektroschock das Herz wieder in Schwung bringen kann. „Jede Minute ist kostbar, wenn das Blut wegen eines Herzstillstands nicht mehr zirkuliert“, sagte Johanna Ziegler von der Björn-Steiger-Stiftung bei der Vorstellung des Laien-Defibrillators an der Sporthalle in Owingen.

Nur keine Hemmungen vor dem Kasten und dem Gerät!

Eine Herzdruckmassage sei immer der erste Schritt, wenn ein Mensch nicht mehr zu atmen scheint. Ziegler: „Da kann man nichts verkehrt machen.“ Auch nicht beim Druck auf den roten Knopf des Kastens, in dem der Defi hängt. Obwohl viele davor zurückzuschrecken scheinen, wie sie beobachtet hat. Tatsächlich piepst der Kasten laut, während er sich öffnet, damit man den Defibrillator entnehmen kann. „Doch das sollte niemand schrecken.“

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Ebenso wenig wie die ganze Handhabung des Gerätes. Denn der Defibrillator spricht und gibt Schritt für Schritt die erforderlichen Handlungsanweisungen – bis hin zur Aufforderung „Schock auslösen“. Um die Scheu vor dem Gerät zu nehmen, wird es auch in Kindergärten und Schulen vorgestellt und erklärt.

Defibrillator hängt vor dem Eingang zur Sporthalle

Der erste öffentliche Defi Owingens hängt jetzt vor dem Eingang zur Sporthalle. „Hier ist er auch vom Kultur|O schnell zu erreichen“, betont Bürgermeister Henrik Wengert. Ein anderer Defibrillator, der schon bisher in der Sporthalle hing, wird demnächst nach Taisersdorf zur Ringerhalle transferiert. Nach und nach sollen alle Teilorte ausgestattet werden.

Nur Mut: Bürgermeister Henrik Wengert hat schon mal den roten Knopf gedrückt. Dann folgen auch schon die ersten akustischen Anweisungen.
Nur Mut: Bürgermeister Henrik Wengert hat schon mal den roten Knopf gedrückt. Dann folgen auch schon die ersten akustischen Anweisungen. | Bild: Hanspeter Walter

Das Ziel: Ein Gerät auf etwa 1500 Menschen

Statistisch solle auf rund 1500 Menschen ein Gerät kommen, sagt Johanna Ziegler von der Björn-Steiger-Stiftung, die als Partner des Bodenseekreises für eine flächendeckende Ausstattung aller Gemeinden sorgen wird. Im Osten hatte die Stiftung mit der Installation begonnen und sich inzwischen nach Westen vorgearbeitet. In Sipplingen sind sie vertreten und in Uhldingen, am heutigen Mittwoch werden in Überlingen gleich drei öffentliche Defibrillatoren präsentiert.