Strahlender Sonnenschein, hohe Temperaturen und ein Fest mit tropischen Cocktails bis in die laue Sommernacht hinein – der verschobene Neujahrsempfang wird den Owingern wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. „Den letzten Neujahrsempfang hatten wir 2020“, begrüßte Bürgermeister Henrik Wengert die zahlreichen Gäste. Um nicht noch ein Jahr wegen der Corona-Pandemie unbemerkt vorbeiziehen zu lassen, verlegte die Verwaltung den traditionell im Januar stattfindenden Bürgerempfang kurzerhand in den Sommer.

Außergewöhnlicher Rahmen für gewohntes Programm

Bis auf den außergewöhnlichen Termin verlief die Veranstaltung jedoch wie gewohnt. In guter Tradition gaben sich die regionalen Honoratioren ein Stelldichein, die Mitglieder der Bürgertracht Alt-Owingen nahmen ebenfalls in großer Zahl teil, auch um die Festbewirtung im Anschluss zu übernehmen, und die Harmonika-Freunde unter Leitung von Wolfgang Löffler umrahmten den Festakt mit schwungvollen Rhythmen.

Bürgermeister Henrik Wengert bei seinem Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre.,
Bürgermeister Henrik Wengert bei seinem Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre., | Bild: Lorna Komm

Der Bürgermeister gab einen Rückblick auf die vergangenen Jahre. Trotz der Fülle an Informationen wolle er sich kurz fassen, versprach Henrik Wengert – und musste angesichts dieser Aussage über sich selbst schmunzeln. Viele Projekte seien in der Zeit abgeschlossen worden, unter ihnen der Neubau des Feuerwehrhauses. Mit einem Investitionsvolumen von rund 5 Millionen Euro war dies das bislang größte Projekt in der Geschichte der Gemeinde.

Zuschuss von 270.000 Euro für das Servicezentrum

Ebenso wurde das Mehrgenerationenhaus mit Servicezentrum fertiggestellt. Die 25 barrierefreien Wohnungen in dem Haus seien alle verkauft, zwei Wohnungen habe die Bürgerstiftung Owingen erworben. „Mit den Mieteinnahmen wird die Gemeinwesensarbeiterin bezahlt“, erklärte Wengert. Diese wird demnächst im Servicezentrum ihre Arbeit aufnehmen. Dort werden auch der Nachbarschaftshilfeverein „Gemeinsam statt einsam“, die Pflegeberatungen der Sozialstation und ein Pflegedienst Sprechstunden anbieten. Wengert freute sich über den Zuschuss von 270.000 Euro aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, schließlich habe das Servicezentrum rund 590.000 Euro gekostet.

Die Harmonika-Freunde Owingen unter Leitung von Wolfgang Löffler umrahmten den Empfang musikalisch.
Die Harmonika-Freunde Owingen unter Leitung von Wolfgang Löffler umrahmten den Empfang musikalisch. | Bild: Lorna Komm
„Bis 2024/25 dürfte es in Owingen keinen Haushalt mehr geben, der nicht über das Angebot für einen schnellen Breitbandanschluss verfügt.“
Henrik Wengert

Abgeschlossen werden konnten auch die Erschließungsarbeiten in den Bauabschnitten B und C des Baugebiets Hasenbühl-Süd. Alle Bauplätze des Abschnitts A seien ebenso verkauft wie die 35 Bauplätze des Neubaugebiets Mehnewang, berichtete Wengert. Weiter vorangetrieben werde der Breitbandausbau in den sogenannten weißen Flecken. „Bis 2024/25 dürfte es in Owingen keinen Haushalt mehr geben, der nicht über das Angebot für einen schnellen Breitbandanschluss verfügt“, versprach Wengert. Rund 810.000 Euro kostet dies die Gemeinde. Neue Fotovoltaikanlagen seien auf den Rathausdächern und auf den Dächern des Kinderhauses St. Nikolaus angebracht worden. Die Anlage, welche demnächst ans Netz gehe, werde jährlich 50 Tonnen CO2 einsparen. Weiterhin seien viele kleinere Projekte umgesetzt worden, unter anderem eine bessere Barrierefreiheit für Besucher auf dem Friedhof und die Möglichkeit für Baumbestattungen, die Sanierung des Aachtobels und des Fuchsenlochwegs in Billafingen sowie die Ausstattung der Schule und der Kindertagesstätten mit dezentralen Lüftungsanlagen.

Die Männer und Frauen der Bürgertracht Alt-Owingen kümmerten sich um das leibliche Wohl der Gäste
Die Männer und Frauen der Bürgertracht Alt-Owingen kümmerten sich um das leibliche Wohl der Gäste | Bild: Lorna Komm

Prädikat Erholungsort spült höhere Zuschüsse in die Gemeindekasse

Auch die Einstufung als Erholungsort werde die Gemeinde voranbringen. „Wir hoffen auf weiteren touristischen Aufschwung“, sagte Wengert und fügte an, dass das Prädikat auch höhere Zuschüsse ermögliche. Insgesamt stehe Owingen gut da, meinte das Gemeindeoberhaupt. Die Liquidität liege bei rund 5 Millionen Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung, landesweit bei rund 1.100 Euro, belaufe sich für die 4.500 Einwohner Owingens auf gerade einmal 59 Euro. „Wen die Schulden drücken, der kann sie gern nachher bei mir in bar abgeben“, schloss Wengert launig seinen Rückblick.

Verschönerungsarbeiten in der Ortsmitte stehen noch an

Den Ausblick für den kurzen Rest des Jahres beschränkte er auf den letzten Bauabschnitt der Ortsmitte, wo noch einige Verschönerungsarbeiten zu erledigen seien. Nach der Ehrung der Blutspender hielt Gerd Ganteför, Experimentalphysiker und Dozent der Universität, einen humorigen Vortrag über „Wie werden wir in 100 Jahren leben“, bevor der gesellige Teil des Abends begann.

Die Geehrten für 50 Blutspenden (von links): Bürgermeister Henrik Wengert, Hedi Petautschnig (Bürgertracht), Natascha Amann, Johanna ...
Die Geehrten für 50 Blutspenden (von links): Bürgermeister Henrik Wengert, Hedi Petautschnig (Bürgertracht), Natascha Amann, Johanna Siber, Annette Schick, Marlies Schechter (Bürgertracht) und Roland Gaus (DRK). | Bild: Lorna Komm

Ehrung für Mehrfach-Blutspender

Roland Gaus vom DRK-Ortsverein Überlingen ehrte mehrere Bürger für häufiges Blutspenden.

  • 10 Blutspenden: Martina Lohr, Thomas Schuler, Angelika Steinle, Edgar Steinle und Hannah Stengele
  • 25 Blutspenden: Andreas Ehinger, Michael Schnell, Tatjana Urlich und Cornel Weber
  • 50 Blutspenden: Natascha Amann, Anette Schick und Johanna Sieber
Für 25 Blutspenden geehrt: Cornel Weber, Tatjana Urlich, Andreas Ehinger und Michael Schnell.
Für 25 Blutspenden geehrt: Cornel Weber, Tatjana Urlich, Andreas Ehinger und Michael Schnell. | Bild: Lorna Komm
Für zehn Blutspenden geehrt: (von links) Edgar Steinle, Angelika Steinle, Thomas Schuler, Hannah Stengele und Martina Lohr.
Für zehn Blutspenden geehrt: (von links) Edgar Steinle, Angelika Steinle, Thomas Schuler, Hannah Stengele und Martina Lohr. | Bild: Lorna Komm