Optimismus hat noch nie geschadet. „Optimal wäre es für mich, wenn das Angebot in der Sommersaison 2019 zur Verfügung stehen könnte“, war der Owinger Pferdehofbetreiber Andreas Klatt im April 2018 sehr zuversichtlich, nachdem der Gemeinderat grünes Licht für einen Campingplatz im Auental gegeben hatte. So schnell ging es nun doch nicht. Zu umfangreich waren die Verfahren, die durchlaufen werden mussten. „Allein ein Jahr hat es gedauert, bis ich die wasserrechtliche Genehmigung bekommen hatte“, sagt Klatt. „Doch jetzt stehen wir sozusagen unmittelbar vor dem Durchbruch, so hoffe ich zumindest.“ Was derzeit noch fehlt, ist die Anerkennung des ökologischen Ausgleichs für die geplanten Eingriffe. Komplizierter als gewohnt ist dies, da das Auental naturräumlich dem Landkreis Konstanz zugeordnet sei und der Bodenseekreis am Ende grünes Licht geben müsse.

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Landratsämter scheinbar einig

„Einen Teil der erforderlichen Fläche kann ich bei mir ausweisen“, erklärt der Owinger. Den Rest müsse er über Ökopunkte regeln. Lange gedauert habe die Festlegung des erforderlichen Ausgleichs auch, da sich die Bewertung der Flächenqualität hingezogen habe. „Ich glaube, die beiden Landratsämter sind sich inzwischen einig geworden“, sagt Andreas Klatt. Verzögerungen habe es auch wegen der Corona-Pandemie gegeben. „Wenn alles klappt, hoffe ich, dass ich noch im Juli vom Gemeinderat den Satzungsbeschluss bekommen kann“, ist der Bauherr zuversichtlich und würde in diesem Jahr mit dem Bau des Campingplatzes beginnen.

Geplantes Areal ist 1,66 Hektar groß

Vorgesehen waren auf dem 1,66 Hektar großen Areal von Anfang an zum einen Stellplätze für Caravans und Wohnmobile, zum anderen eine Zeltwiese. Im Verlauf der Konkretisierung des Vorhabens sind nun auch noch zwölf sogenannte Schlaffässer hinzugekommen. Die Mini-Unterkünfte gibt es inzwischen schon an vielen Stellen am Bodensee, unter anderem an den Campingplätzen in Hegne und am Klausenhorn, aber auch auf dem Campingplatz Seewiese in Illmensee. In der Regel können in den ausgebauten Holzfässern bis zu vier Personen schlafen.

Offenbar besteht eine große Nachfrage

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Nachdem in Überlingen vor vier Jahren zwei Campingplätze aufgegeben wurden beziehungsweise werden mussten, scheint ein neues Angebot überfällig. Die Nachfrage ist offenbar vorhanden und die Camping-Urlauber beobachten die Szene aufmerksam. „Es gibt viele Leute, die bewerben sich schon jetzt bei mir um einen Stellplatz“, sagt Andreas Klatt. „Ich bekomme zum Beispiel Anrufe aus Würzburg und Hannover. Viele seien auf der Suche nach Dauerstellplätzen, von denen es aber nur wenige geben werde. Wenn alles klappt, könnte der Campingplatz noch rechtzeitig zum neuen Termin der Landesgartenschau in Betrieb gehen. Letzte Fragen klären will Andreas Klatt am kommenden Montag bei einer Besprechung mit Experten, darunter der „Campingpapst“ Professor Heinrich Lang.