Beim Stichwort Taisersdorf denken viele an Ringer. Die Schwerathleten aus dem kleinen Ort hatten sich schon einmal in die 2. Bundesliga hochgerungen. Doch die Ringerhochburg oberhalb von Owingen hat sich in den letzten Jahren auch einen Ruf als Künstlerdorf gemacht. Denn hier leben Kunstschaffende aus unterschiedlichsten Gattungen.

Taisersdorfs Künstler organisierten in der Vergangenheit in unregelmäßigen Abständen Kunsttage in ihrem rund 320 Einwohner zählenden Owinger Teilort. Nach siebenjähriger Pause ist nun mit den aktuellen Anti-Corona-Maßnahmen wieder ein solcher Kunsttag möglich. „Der Impuls hing schon länger in der Luft“, erzählte Dorle Ferber, sie gehört zu dem Initiatoren der Kunsttage. Mit Felix Bockemühl und Thomas Hauser habe sie schon vergangenes Jahr darüber gesprochen, erzählt sie.

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Dorle Ferber mit dem Plakat des Taisersdorfer Kunstages im Objektegarten des Ateliers „klangundeisen“. Heuer trägt der Kunsttag den Titel „Kulturrauschen“.
Dorle Ferber mit dem Plakat des Taisersdorfer Kunstages im Objektegarten des Ateliers „klangundeisen“. Heuer trägt der Kunsttag den Titel „Kulturrauschen“. | Bild: Mardiros Tavit

Damals, im Jahr 2020, fiel der archex-Musiktag aus. Und der ist auch was speziell taisersdorfisch, denn er trägt den Untertitel „archaisch-experimentell“ und findet im Objekt-Kunst-Atelier „klangundeisen“ von Ferbers Ehemann Michael Kussl statt. Vergangenes Jahr wäre die zehnte Auflage dieses kleinen und feinen Spezialevents gewesen, wenn nicht das winzige Coronavirus einen Strich durch die Planungen der Tonkünstler gemacht hätte.

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Es brauchte jemanden, der die Planung in die Hand nimmt

Lange haben die Künstler gehofft, bald wieder in die Öffentlichkeit gehen zu können. „Doch wie es so ist, es braucht jemanden, der das in die Hand nimmt“, erzählte Dorle Ferber lächelnd. Das unausgesprochene „Ja“, zum Mitmachen der Kunstschaffenden habe bereits lange in der Luft gehangen, sagt sie. So setzte sie mit ihren Mitstreitern den Impuls im Dorf und stieß auf offene Ateliertüren. Organisiert wurde von ihrem Küchentisch aus. „Wir waren zwölf bis vierzehn. Nur einmal saßen wir zu viert hier.“ Aufgehangen sei das Ganze an „SATU – Verein für Kunst, Jugend und Kultur“.

Seit Ende Mai bereiten die Künstler ihren Kunsttag vor. Nach „Einblicke mit Aussicht“ im Jahre 2009, „Kunstträume“ (2012) und „Taisersdorf lebt und bebt“ (2014) heißt das Motto 2021 „Kunstrauschen“.

„Der Vorschlag „Kunstrausch“ wurde nicht angenommen, so ist es ein Rauschen geworden“, fasst Ferber die Diskussion über das Motto zusammen. Entsprechend sieht auch das Plakat aus, das Michael Kussl gestaltet hat. Das Rauschen einer Flimmerkiste füllt die Silhouette des Taisersdorfer Wappentiers, den Steinbock aus.

Der Steinbock als Wappentier von Taisersdorf am Dorfbrunnen, aufgestellt zur 850-Jahrfeier des Ortes. Hier gibt Elena Zipser eine Performance.
Der Steinbock als Wappentier von Taisersdorf am Dorfbrunnen, aufgestellt zur 850-Jahrfeier des Ortes. Hier gibt Elena Zipser eine Performance. | Bild: Mardiros Tavit

Während der Musiktag an einem Ort stattfindet, ist der Kunsttag im Ort verteilt. Ausgestellt wird in „Gärten + Winkeln, im Schopf, Lauben + Garagen“ verkündet der Veranstaltungsflyer. Auch die Markuskapelle ist als Konzertort vorgesehen. Sie ist der einzige Spielort, der innen liegt.

Einer der vielen Spielorte des Taisersdorfer Kunsttages: die Markuskapelle an der Dorfstraße.
Einer der vielen Spielorte des Taisersdorfer Kunsttages: die Markuskapelle an der Dorfstraße. | Bild: Mardiros Tavit

Ortsplan zum Kunstrauschen ist in Vorbereitung

Damit die Kunstinteressierten den Überblick nicht verlieren, wo genau und wann was zum Besten gegeben wird, ist ein Ortsplan in Vorbereitung. Dieser wird dann an allen Veranstaltungsorten ausgelegt. Noch wird daran gebastelt, denn die aktuellen Zu- und Absagen müssen noch eingearbeitet werden.

Der Kunsttag im Überblick

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„Musikalischer Impuls“ an jedem Veranstaltungsort

Viele Kunstrichtungen sind an diesem Kunsttag in Taisersdorf versammelt. Neben Malerei, Skulpturen aus Stein, Metallarbeiten, Installationen, Performances, Klanginstallationen spielt die Musik eine wichtige Rolle. An jedem Veranstaltungsort ist ein „musikalischer Impuls“ geplant. Die Eröffnung an der Ringerhalle übernehmen die Taisersdorfer Bläser, eine Abordnung der Großschönacher Musikkapelle. „Ich bin selber gespannt was sie spielen werden“, verriet Ferber, denn sicherlich wird es keine böhmische Blasmusik sein. Die Kunstschaffenden, wie auch die Musiker sind frei in ihrer Auswahl. „Von Blasmusik über klassischen Gesang und Jazz zu experimenteller Musik ist alles vorhanden.“

Für das Hygienekonzept sind die Akteure und Ateliers selbst verantwortlich

Dass das Kunstfest überhaupt stattfinden kann, musste ein Hygieneplan erstellt werden. Während der Verein SATU die allgemeinen Absprachen mit den Gemeinden trifft, ist für die Umsetzung des Hygienekonzeptes an den jeweiligen Verantaltungsorten „das Atelier oder der Akteur selbst verantwortlich“.

Auch die Landschaftsblicke sind ein Teil des Konzeptes des Taisersdorfer Kunsttages. Hier hinter der Ringerhalle über den Aachtobel hinweg. Vielleicht zeigen sich die Alpen am Veranstaltungstag.
Auch die Landschaftsblicke sind ein Teil des Konzeptes des Taisersdorfer Kunsttages. Hier hinter der Ringerhalle über den Aachtobel hinweg. Vielleicht zeigen sich die Alpen am Veranstaltungstag. | Bild: Mardiros Tavit

Die Tatsache, dass Taisersdorf auf über 600 Metern auf einem Bergrücken einer eiszeitlichen Endmoräne liegt, ist ebenfalls im Konzept der Veranstalter eingearbeitet. „Durch das Umhergehen ergeben sich viele Landschaftsblicke.“ So sollten die Besucher auch die Aussichten beachten und genießen. Ein Blick über den Aachtobel auf das Sonnenstrahlen überflutete majestätische Alpenpanorama wäre so ein möglicher Beitrag der Natur zum Kunsttag – vorausgesetzt das Wetter stimmt.

Für autofahrende Besucher stehen die Parkplätze an der Ringerhalle und etwas weiter unten am Spielplatz offen. „Der Kunsttag findet bei jedem Wetter statt“, bestätigte Ferber, auch wenn alle auf einen Sonnentag hoffen, sollten die Besucher im Zweifelsfall einen Regenschirm mitnehmen.