Es gibt es viele unterschiedliche Wege, sich den Herausforderungen einer Krise zu stellen. Sie sind so verschieden, wie es die Menschen sind. So hat die 42-jährige Tanja Ruetsch aus dem Owinger Teilort Billafingen ihre ganz eigene Methode gefunden, sich der Pandemie zu stellen: Sie schreibt Songs und veröffentlicht sie im Internet.

Mutmacher-Song für schwierige Zeiten

Vor einem Jahr setzte sie sich unter dem Eindruck des ersten Lockdowns mit ihrer Gitarre hin und verfasste das Lied „Wenn wir‘s geschafft haben“. Es handelt von den Ängsten, mit denen sich die Menschen durch die Corona-Pandemie konfrontiert sehen. Sie versuchte, Positives dagegen zu setzen. Ein Mutmacher-Song mit dem Refrain: „Wir werden die Zeit schon überstehen, und wenn wir‘s geschafft haben, wieder um die Häuser ziehen.“

Tanja Ruetsch, die unter ihrem Künstlernamen „einfach Tanja“ singt, landete mit dem Lied sofort einen Erfolg. Der SWR und ein Privatsender spielten den von ihrem Freund Jojo Büld professionell produzierten Song. Rückblickend sagt sie heute: „Ich dachte, die Pandemie sei bald vorüber, meinte, es würde nur ein paar Wochen dauern und wollte den Menschen Mut machen. Ich habe als Mutter von drei Kindern einfach meine Gedanken zu Papier gebracht.“

In der Pandemie lernte Tanja Ruetsch die Vorzüge des Wohnens auf dem Land kennen. „Die Uhr tickt hier anders als in der Großstadt, das Leben verläuft ruhiger, die Kinder können jederzeit raus und wir haben um uns rum viele Freunde“, sagt sie. Zuerst haderte sie damit, am See nicht ihrer Schauspielleidenschaft nachgehen zu können, doch die Familie forderte ihren ganzen Einsatz.

Tanja Ruetsch setzte sich vor einem Jahr unter dem Eindruck des ersten Lockdowns mit ihrer Gitarre hin und verfasste das Lied „Wenn wir‘s geschafft haben“.
Tanja Ruetsch setzte sich vor einem Jahr unter dem Eindruck des ersten Lockdowns mit ihrer Gitarre hin und verfasste das Lied „Wenn wir‘s geschafft haben“. | Bild: Schnurr, Michael

Dann, mit Beginn der Pandemie, entdeckte die 42-Jährige wieder ihre Liebe zur Musik. Sie profitierte von ihrem einjährigen Gesangsunterricht auf der Schauspielschule und begann Melodien aufzuschreiben und dann mit Texten zu unterlegen. So entstanden im zurückliegenden Jahr drei Songs. Während das zweite Lied „How does it work“ von der Lebenskrise einer Freundin inspiriert war, handelt es sich bei ihrem aktuellen Lied „In my dreams“ um eine Hommage an ihre Freunde. „Freundschaften gehören zu den wichtigsten Dingen, die man im Leben hat“, sagt Tanja Ruetsch. Das habe sie in dem Lied ausdrücken wollen, gerade auch in Zeiten der Pandemie.

Dem in Hödingen lebenden amerikanischen Filmemacher Jeffrey van Davis (All my tomorrows) gefiel das Lied so gut, dass er den Song in seinem nächsten Film einsetzen will. Er bat seinen englischen Freund Paul Chodak (www.aztec-warrior.co.uk), Tanjas Lied zu arrangieren und vermittelte den Kontakt zu Michael Schäuble aus Nußdorf. In dessen Tonstudio produzierten Tanja und Paul den Song „In My Dreams“ und stellten ihn anschließend ins Netz.

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Der neue Song „In MyDreams“ kann deshalb jetzt von jedermann gestreamt und gehört werden. Tanja Ruetsch: „So kann ich schauen, ob der Song ankommt. Das ist eine tolle Möglichkeit, Resonanz zu bekommen.“ Und sollte das Lied kein Erfolg werden? „Dann ist es halt so“, sagt sie selbstbewusst, „ich lebe im Moment.“