Vor diesem Hintergrund dürfen Bürgermeister Henrik Wengert und sein neuer Finanzchef zufrieden sein, dass der Ergebnishaushalt nur einen Fehlbetrag von 42 000 Euro aufweist. Denn der kann aus der Ergebnisrücklage leicht ausgeglichen werden. Als Folge der Corona-Pandemie hat Udo Widenhorn die Gewerbesteuereinnahmen mit 1,6 Millionen Euro um 300 000 Euro geringer angesetzt als 2020. Bei einer aktuellen Liquidität von 5,5 Millionen Euro kann die Kommune das neue Haushaltsjahr dennoch gelassen angehen.

Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses noch 2021

Mit der Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses werden künftig allerdings noch höhere Abschreibungen fällig, doch mit dieser Problematik ist Owingen in guter Gesellschaft. Im Verlauf des Jahres soll das derzeit größte Projekt abgeschlossen werden. Der Rohbau sieht zwar schon ganz respektabel aus. Doch nicht nur beim Ausbau des Innenlebens gibt es noch einiges zu tun. Mit 2,6 Millionen Euro fallen gut die Hälfte der voraussichtlichen Gesamtkosten im laufenden Jahr noch an und machen so den Hauptbrocken bei den Investitionen aus. Insgesamt noch größer ist das Vorhaben „Lebensräume für Jung und Alt“ an der Hauptstraße. Hier engagiert sich die Kommune jedoch nur mit dem Erwerb von zwei Wohnungen als nachhaltige Ertragsquelle zur Finanzierung der späteren Gemeinwesenarbeit und mit dem zentralen Servicezentrum. Für dessen Erwerb ist eine Teilrate in Höhe von 278 000 Euro ausgewiesen.

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Aufgeschoben ist nicht aufgehoben heißt es in Billafingen, wo es mit der Erschließung des Baugebiets „Hasenbühl-Süd“ weitergehen wird. Was im Vorjahr auch aus Kostengründen auf Eis gelegt worden war, schlägt nun mit einer guten Million Euro zu Buche und macht den zweithöchsten Betrag bei den Investitionen aus. Zudem sind 425 000 Euro für den Erwerb von Grundstücken ausgewiesen. Unter anderem will die Gemeinde zu Wohnbauzwecken eine Fläche am Ortsrand von Hohenbodman erwerben, die derzeit noch im Eigentum der Stadt beziehungsweise des Spital- und Spendfonds Überlingen ist.

Investitionen in die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung

Nicht weniger wichtig sind die Investitionen in die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung, für die Auentalschule und die Kindertagesstätten. Insgesamt summieren sich diese 2021 auf rund 5,5 Millionen Euro. Für die Grundstückskäufe und die Erschließung des Wohngebietes „Hasenbühl-Süd“ sind Kreditaufnahmen in Höhe von 1,45 Millionen Euro vorgesehen. Aufgrund der aktuell sehr guten Konditionen am Kreditmarkt mit einem Null-Prozent-Zinsniveau für Kommunen und der Tatsache, dass durch Grundstücksverkäufe mit entsprechenden Erlösen zu rechnen sein wird, wurde auch diese Kreditaufnahme einstimmig befürwortet.

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In der mittelfristigen Finanzplanung schlägt Owingen allerdings über die kommunalen Ausgleiche das gute Haushaltsjahr 2020 zurück und Kämmerer Widenhorn prognostiziert für 2022 einen Fehlbetrag von rund 1,9 Millionen Euro. Doch auch dies könne durch die hohe Ergebnisrücklage vermutlich noch gedeckt werden.

Die größten Brocken im neuen Budget

  • Bei einem Gesamtvolumen von rund 10,2 Millionen Euro summieren sich die Investitionen im neuen Etat auf rund 5,5 Millionen Euro. Als größter Posten schlägt noch einmal der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Owingen mit 2,6 Millionen Euro zu Buche, das die Gemeinde insgesamt rund 5 Millionen Euro kosten wird. Gut 1 Million Euro muss Owingen für die Erschließung des Baugebiets „Hasenbühl-Süd“ in Billafingen aufwenden, um damit die nächsten beiden Bauabschnitte auf den Markt bringen zu können. 425 000 Euro sind für weiteren Grundstückserwerb eingeplant, um auch in Zukunft Wohnbaumöglichkeiten zu schaffen. Die Absicherung der Wasserversorgung verschlingt 350 000 Euro und gut 208 000 Euro fließen in die Abwasserentsorgung. 278 000 Euro investiert die Kommune in das Servicezentrum des Mehrgenerationenprojekts „Lebensräume für Jung und Alt“.
  • Die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen schlagen mit rund 1,6 Millionen Euro zu Buche.
  • Der Personalaufwand für die annähernd 100 Mitarbeiter der Gemeinde Owingen beträgt rund 3,2 Millionen Euro, was rund 32 Prozent der Aufwendungen des Ergebnishaushalts entspricht.
  • Der Schuldenstand der Gemeinde erhöht sich sich durch die neue Kreditaufnahme zum Ende des Jahres 2021 zwar auf rund 1,7 Millionen, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 382 Euro entspricht. Damit liegt Owingen aber immer noch deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Außerdem werde die Kreditaufnahme fur den Grunderwerb und die Erschließung von zwei Wohngebieten benotigt und erfahrungsgemäß recht schnell wieder getilgt, ist Kämmerer Udo Widenhorn überzeugt.