Der Aachtobel ist zurück. Gut, die wildromantische Schlucht, die bereits seit 1939 unter Naturschutz steht, war nie verschwunden – aber lange unzugänglich. Zunächst mussten die Wege für Spaziergänger und Wanderer nach gefährlichen Hangrutschen gesperrt werden, dann wegen des Risikos umstürzender Bäume.

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Zuletzt war es im März 2021, als die Vertreter der Stadt Überlingen und der Gemeinden Frickingen und Owingen Zugänge zum Aachtobel dicht machten und Warnhinweise anbrachten. Grund war das in diesem Bereich fortgeschrittene Eschentriebsterben, das die Statik vieler Bäume beeinträchtigte. Kreuz und quer lagen in Bereichen kleine und große Stämme und zeugten von dem Risiko. Für Naturfreunde war das an besonderen Pflanzen und Tieren reiche Gebiet wieder einmal tabu. Ein gutes Jahr mussten sie sich bis zur jetzigen Wiederöffnung der Schlucht gedulden.

Für Tiere und Pflanzen ist der Aachtobel ein wichtiger Lebensraum und birgt viele Besonderheiten. Das Naturschutzgebiet ist bekannt für ...
Für Tiere und Pflanzen ist der Aachtobel ein wichtiger Lebensraum und birgt viele Besonderheiten. Das Naturschutzgebiet ist bekannt für seinen Artenreichtum. | Bild: Hanspeter Walter

Aufgrund der hohen Bedeutung des Aachtobels als Naherholungsgebiet für die heimische Bevölkerung und wegen der großen touristischen Anziehungskraft dieses Naturschutzgebietes gab es eine Vielzahl von Begehungen und Besprechungen, insbesondere mit den zuständigen Behörden. Letztlich war im Spätherbst 2021 beim Regierungspräsidium Tübingen ein Antrag auf Erlaubnis zur Entnahme der kranken Eschen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit entlang der Wanderwege gestellt. Denn dazu war eine Befreiung von den Verboten der Naturschutzgebietsverordnung erforderlich, die zu Beginn des Jahres 2022 auch erteilt wurde. Danach koordinierte der Revierförster von Owingen und Frickingen, Walter Städele, die notwendigen Fällarbeiten.

Rechtzeitig für die ersten Frühlingswanderungen geöffnet

„Auch dieses erneute Problem, ich erinnere an den Brückenneubau in den Jahren 2017/2018, mit den Wanderwegen im Aachtobel, konnte dank der guten und intensiven Zusammenarbeit der drei Standortkommunen Owingen, Frickingen und Überlingen letztlich doch relativ zügig gelöst werden“, erklärt Owingens Bürgermeister Henrik Wengert nach Abschluss der Arbeiten: „Ein besonderer Dank gilt den Grundstückseigentümern, die im Hinblick auf die erforderlichen Fällarbeiten sehr kooperativ waren.“

Auch Bürgermeister Jürgen Stukle aus Frickingen ist hoch erfreut über die rechtzeitige Öffnung des Tobels für die ersten Frühlingswanderungen: „Es ist eine große Bereicherung, dass die Wanderwege so kurz vor den Osterfeiertagen wieder begehbar gemacht werden konnten.“ Für naturinteressierte Feriengäste steht damit ein besonders attraktives Ausflugsziel zur Verfügung.

Über ein Jahr lang war der Aachtobel für Spaziergänger gesperrt, inzwischen ist er wieder offen (Archivbild).
Über ein Jahr lang war der Aachtobel für Spaziergänger gesperrt, inzwischen ist er wieder offen (Archivbild). | Bild: Hanspeter Walter

Bereits vor vier Jahren war der Wanderweg durch den Tobel nach einem Hangrutsch verlegt worden. Um neue Verbindungen für Spaziergänger herzustellen, war damals in einer konzertierten Aktion der Kommunen Überlingen, Owingen und Frickingen eine Stahlbrücke über den Bach installiert und im Mai 2019 eröffnet worden. Seit März 2021 war der Tobel allerdings wegen drohender Baumstürze wieder gesperrt – über ein Jahr. Zugänge gibt es von oben bei Hohenbodman und Taisersdorf, von Lippertsreute und den Steinhöfen, von wo auch die Wallfahrtskapelle Maria im Stein auf dem kürzesten Weg zu erreichen ist.