„Wir hatten mehr als 300 Zuhörer und mussten nachstuhlen“, freute sich Andrea Benz vom Kulturkreis Owingen noch am Morgen danach: „Ich schwebe noch auf Wolke sieben.“ Umso erfreuter war das Publikum daher, als Musiker und Organisator Martin Panteleev am Ende gleich eine Neuauflage am ersten Märzwochenende 2021 versprach.

Bei Felix Mendelssohn Bartholdys berühmtem Konzert in e-Moll konnte Vesko Eschkenazy seine Virtuosität als Solist unter Beweis stellen und seine ganze Perfektion ausspielen. Mit der Zugabe von Pablo Sarasates „Zigeunerweisen“ schon vor der Pause setzte Eschkenazy dann noch ein Sahnehäubchen oben drauf.

Für Gänsehaut bei den Zuhörern sorgte Eschkenazy mit dem berühmten Violinkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Für Gänsehaut bei den Zuhörern sorgte Eschkenazy mit dem berühmten Violinkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy. | Bild: Hanspeter Walter

Als der Musiker des weltberühmten Concertgebouw in Amsterdam, das Kritiker jüngst auf den ersten Platz vor die Berliner Philharmoniker setzten, nach dem Konzert seiner Begeisterung über die tolle Akustik und Atmosphäre Ausdruck verlieh, konnten sich Bürgermeister Henrik Wengert und die Aktiven des Kulturkreises glücklich schätzen – über den Konzertsaal wie über die Veranstaltung selbst.

Lob für Aktive und Helfer des Kulturkreises

Längst sei diese zu einem Aushängeschild in der ganzen Region geworden, hatte der Bürgermeister zum Auftakt deutlich gemacht. Einen Glücksfall nannte es Wengert, dass die Gemeinde über die beiden namhaften Musiker Martin und Lida Panteleev überhaupt den Zugang zu derlei hochkarätigen Solisten habe. Einen wichtigen Beitrag, so der Bürgermeister, leisteten allerdings auch die zahlreichen Aktiven und Helfer des Kulturkreises, die den einladenden Rahmen gestalteten und den Musikern eine echte Wohlfühlatmosphäre bescherten.

Die Gemeinde als Rückversicherung

Wie sehr dies geschätzt werde, wird Veranstalter Martin Panteleev nicht müde zu betonen. Und schließlich ist da noch die Gemeinde selbst als Rückversicherung, wenn – wie im Vorjahr nach unglücklichen Terminzwängen – eine merkliche Finanzierungslücke bleibt. In diesem Jahr ist dies anders.

Beratungen im Vorfeld zur Corona-Problematik

Umso beruhigter blickte Henrik Wengert beim Eröffnungskonzert in den mit nahezu 250 Zuhörern gut gefüllten Saal. Am Vortag hatte die Gemeinde mit dem Landratsamt noch die Corona-Problematik erörtert und auch sämtliche beteiligte Musiker auf deren jüngste Aufenthaltsorte überprüft, sagte der Bürgermeister.

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Und der aus Amsterdam eingetroffene Vesko Eschkenazy suchte verzweifelt nach Ersatz für einen gestrichenen Flug von Amsterdam nach Sofia, wo ihm demnächst ein Jubiläumskonzert zu seinem 50. Geburtstag mit mehr als 4000 Zuhörern gewidmet ist. Doch nun war Eschkenazy erst mal für einen Abend in Owingen. Und was er seiner mehr als 280 Jahre alten Geige entlockte, sorgte bei vielen Zuhörern für Gänsehaut.

Konzert als Reise durch die Musikgeschichte

Das ganze Konzert glich einer kursorischen Reise durch die Musikgeschichte – vom Barock des Johann Sebastian Bach über die schon erwähnten romantischen Verzückungen von Mendelssohn Bartholdy und das epische Siegfried-Idyll von Richard Wagner bis hin zu einer spannenden Eigenkomposition von Martin Panteleev, die sich dem Publikum nach einer kurzen Einführung leicht erschloss und gut ankam.

Baltic Neopolis Ensemble mit Lida Panteleev am Flügel

Garant für eine rundum beeindruckende Aufführung war dieses Mal das fünfköpfige Baltic Neopolis Ensemble aus dem polnischen Sczeczin. Für diese Besetzung mit seiner Frau Lida am Flügel hatte Martin Panteleev auch das Mendelssohn-Konzert arrangiert und adaptiert.

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