Es ist das größte Bauvorhaben, das die Gemeinde je gestemmt hat. Mit 4,3 Millionen Euro kalkulierten Baukosten, die nach den ersten Vergaben allerdings schon etwas wackeln, und weiteren 300 000 bis 400 000 Euro für die ergänzenden Außenanlagen ist das neue Feuerwehrgerätehaus inzwischen teurer als das Bürgerhaus Kultur|O, das vor drei Jahren fertiggestellt wurde.

Altes Gebäude weicht für Grünanlage

Mit dem Spatenstich für dieses Projekt fiel zugleich der Startschuss für den letzten großen Mosaikstein der neuen Grünen Mitte Owingens. Erst nach der Errichtung des Neubaus wird das alte Feuerwehrhaus abgerissen, um die Freiflächen als Grünanlage und Treffpunkt für die Owinger Bürger fertigzustellen.

Im Vordergrund wird das neue Gebäude entstehen, anschließend wird das alte Feuerwehrhaus im Hintergrund abgerissen und macht Platz für Grünanlagen.
Im Vordergrund wird das neue Gebäude entstehen, anschließend wird das alte Feuerwehrhaus im Hintergrund abgerissen und macht Platz für Grünanlagen. | Bild: Hanspeter Walter

Viele Mängel am alten Feuerwehrgerätehaus

Die Planung eines neuen Feuerwehrgerätehauses habe eine sehr lange Vorgeschichte, erinnerte Bürgermeister Henrik Wengert in seiner Ansprache. Zwar sei das bestehende Funktionsgebäude der Feuerwehr mit seinen drei Garagen erst 50 Jahre alt und bei Menschen würde man hier vielleicht vom besten Alter sprechen. Allerdings ließen sich beim Feuerwehrhaus in dieser Hinsicht kaum Parallelen finden.

Es entspreche weder den technischen Anforderungen für das heutige Feuerwehrwesen, noch genüge es den bauphysikalischen Ansprüchen. Darüber hinaus gebe es organisatorische, ja sicherheitsrelevante Defizite – von den Kipptoren bis zum Platzmangel in den Umkleideräumen. Zudem seien in dem Gebäude keine Duschen und kontaminierte Kleidung könne nicht gereinigt werden.

Acht Standorte standen zur Wahl

Die Suche nach dem richtigen Standort für den Neubau sei nicht einfach gewesen. Acht verschiedene Alternativen seien hinsichtlich der Verfügbarkeit der Grundstücke und der Funktionalität untersucht worden, wobei es der aktuelle Platz zunächst nur auf den vierten Platz geschafft habe.

Ein Glücksfall sei es dann gewesen, dass die Gemeinde nach längeren Verhandlungen das Gebäude der Raiffeisenwarengenossenschaft erwerben und abreißen konnte. Erst dies habe die Möglichkeit eröffnet, unter Nutzung des Bestands in unmittelbarer Nachbarschaft den Neubau zu planen, sagte Wengert.

Gefälliges Erscheinungsbild laut Henrik Wengert wichtig

Der Neubau werde durch die Beteiligung des Architekturbüros Prinz die gleiche Handschrift tragen wie das Bürgerhaus Kultur|O. Aufgrund der zentralen Lage des neuen Feuerwehrgerätehaus habe die Kommune auch großen Wert auf ein gefälliges Erscheinungsbild legen müssen, betonte der Bürgermeister.

Das könnte Sie auch interessieren

Platz für Technik und Geselligkeit

Der Gesamtkommandant Matthias Pasewaldt kann sich nun auf das Ergebnis der langjährigen Bemühungen freuen: „Dass wir das noch erleben dürfen, das haut uns fast vom Hocker“, sagte Pasewaldt und machte es kurz. „Wenn Sie sich umschauen“, wandte er sich in der alten Garage an die Gäste, „dann sehen Sie ganz schnell, dass der Neubau dringend notwendig ist“.

Die Feuerwehr brauche heutzutage ein „technisches Equipment, das bedient, gepflegt und gewartet“ werden müsse, hatte schon Bürgermeister Wengert die Anstrengungen der Gemeinde begründet. Dazu benötige sie die räumlichen und logistischen Möglichkeiten.

„Zudem brauchen unsere Feuerwehrleute Platz für Fortbildungen, aber auch für gesellige Veranstaltungen mit der Feuerwehrfamilie.“ Der neue Standort gewähre der Feuerwehr dank einer topmodernen Ausstattung eine sichere Zukunft.

Finanzierung über Rücklagen

Die lang erprobte Geduld der Feuerwehr muss allerdings noch bis ins Jahr 2021 reichen, dann soll das neue Gerätehaus fertiggestellt sein. Die aktuellen vier Fahrzeuge der Abteilung Owingen passen nur mit viel Mühe in die alten Garagen.

Schon aufgrund der Finanzen kann der Gemeinde die Verteilung der Kosten über drei Haushaltsjahre nur recht sein. Wie Bürgermeister Henrik Wengert sagte, seien inzwischen allerdings ein Zuschuss der Feuerwehrfachförderung von 230 000 Euro und weitere 240 000 Euro aus dem Ausgleichstock des Landes fest zugesagt.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Gemeinde müsse daher rund 3,9 Millionen Euro finanzieren. Dies sei über die Rücklagen gesichert, die mit den Grundstückserlösen aus dem Wohngebiet Mehnewang aufgefüllt worden seien.