Seinem Namen alle Ehre machend, hat der Bunte Abend in Billafingen mit gut vierstündigem Programm begeistert. Von rasanten Tänzen über den Schneckentreff im Salatbeet bis hin zur Schifffahrt von New York nach Billafingen war alles vertreten. Das schreiben die Veranstalter in einer Pressemitteilung. Mit viel Wortwitz, halsbrecherischem Dialekt und überzeugender Schauspielerei wurden Dorf- und Weltgeschehen ordentlich durchgekaut.

Als fideler Linzgauer mit Sohn moderierten Albert Franz und Ruben von Gaisberg gekonnt erstmalig in dieser Besetzung. Am Anfang standen Szenen aus dem Billafinger Alltag, wie dem Friseursalon „Freestyle“, den der Narrensamen authentisch besetzte, oder der Ortsverwaltung Billafingen, in der trotz guter Vorsätze wieder nur g'schwätzt statt g'schafft wurde. In die große weite Welt ging es dann mit der pinken Imitation der „Cindy aus Marzahn“ und ihren sexy Jungs, um danach mit Sugar und Daphne singend auf dem Schiffskutter von New York nach Billafingen zu segeln. Welch besseren Ort kann man sich denken, durch das grandiose Bühnenbild aufs offene Meer versetzt, um über Owinger, Cellulitis oder Männer zu diskutieren?

Auf der Suche nach Billafingens erster Rockgruppe fand man sich beim perfekt choreographierten Tanz der „Black Ladies“, die mit „Shot me down“, „Black Betty“ und verschiedenen Intros für Stimmung sorgten. Als dann der Saal von imitierten Freddy Mercurys aus dem Männerballets unter dem Motto „Freddy goes to Billafingen“ gestürmt wurde, kannte das Publikum kein Halten mehr. Einen flotten Zeitsprung in Billafingens Vergangenheit machten die Besucher mit dem „Tag des offenen Denkmals“. Vor fantastischer Kulisse trafen lebendige Ahnenporträts mit schauspielerischem Talent und viel Witz auf gegenwärtige Billafinger Persönlichkeiten. Aus den guten alten Zeiten stammte auch die Idee zu „Semilimax und Daudebardia“, zwei Schnecken, deren Ursprung auf antike Billafinger Schneckenforschungen zurückgeht. Zwischen Kopfsalat und Schneckenkorn schleimten und schmatzten sie ausgiebig und machten sich gegenseitig zur Schnecke. Ganz und gar kein Schneckentempo legte die Tanzgarde „Wiki und die Drunken Sailors“ hin, zu fetzigen Klängen zeigten die Mädels, was sie können. Nach einer Rodeleinlage zu Après-Ski-Hits fand man sich am Stammtisch im Gasthaus Adler wieder: Narreneltern, Polizei Dschango und Zimmermann nahmen dort eine letzte Stärkung vor dem Umzug ein, welche sich bei urkomischen Begegnungen mit interessanten Persönlichkeiten zur durchaus produktiven Beschäftigung des Tages entwickelte. Schlager singend verabschiedete sich auch die letzte Gruppe vom begeisterten Publikum. Eine Zuschauerin: „Wahnsinn, dieses Programm! Dass so komplett verschiedene Vorführungen, besetzt von Akteuren unterschiedlichsten Alters, solch eine Harmonie ergeben, das ist auch nur in Billafingen möglich.“


Die Akteure

Der Bunte Mix: Begrüßung: Martin Bartsch (Präsident), Edmund Schnetzer (Narrenpolizei), Werner Gomeringer (Narrenmutter), Anton Rothmund(Narrenvater); Moderation: Albert Franz und Ruben von Gaisberg

Beim Frisör: David Barth, Sophia Barth, Sebastian Rexroth, Rebecca Rexroth

Ortsverwaltung Billafingen: Andreas Schopp, Franz Steidle

Cindy: Barbara Siegel; Tanz: Nils Brüggemann, Merlin Schuster, Adrian Veit, Jannik Waldbüßer

Black Ladys: Andrea Schnell, Bettina Brüggemann, Caroline Schnell, Friederike Brendle, Gaby Barth, Martina Braunwarth-Schmid, Meike von Gaisberg, Sylvia Strunk

Aus dem Leben von Sugar und Daphne: Ruth Santer, Susanne Otto

Männerballet: Freddy goes to Billafingen: Christian Bangert, Christian Schmid, Danny Pfeiffer, Horst Bucher, Ingo Lehmann, Michael Dreher, Ralf Schmid, Ronald Sehring; Choreographie: Tina Steidle

Tag des offenen Denkmals: Uschi Rexroth, Rainald Rexroth, Manuela Rexroth, Christoph Rexroth

Semilimax und Daudebardia: Christian Schmid, Jochen Kübler

Tanzgarde: Wiki und die Drunken Sailors: Bernadette Nutz, Franziska Nutz, Jasmin Veit, Jessica Sewerin, Judith Nipp, Marion Steidle, Monja Schmid

Schlussgruppe: Treffpunkt Umzug: Alexander Bucher, Andreas Stocker, Benedikt von Gaisberg, Christoph Müllherr, Dominik Gomeringer, Thomas König, Michael Veit