Bürgermeister Henrik Wengert blickt bei seinem Rückblick schon über das neue Jahr hinaus. Ende 2019 hatte die Gemeinde zwar rund 5 Millionen Euro Rücklagen auf der hohen Kante. Doch die seien schnell weg, wenn man ein neues Feuerwehrhaus für 4,6 Millionen Euro plus eventuelle Preissteigerung plane. Beim Bau des Kultur|O, das 2015 eingeweiht worden war, blieb Owingen vor derartigen Überraschungen verschont. Erste Überschreitungen musste die Gemeinde beim laufenden Projekt Feuerwehrhaus, dem bislang teuersten in der Geschichte, schon verdauen, hofft allerdings, einen Teil auffangen zu können. Indessen richtet Wengert sein Augenmerk auf die fernere Zukunft und will der Gemeinde ein sicheres finanzielles Fundament geben.

Pro-Kopf-Verschuldung wieder unter 100 Euro

„Auf den ersten Blick sieht es ganz gut aus“, sagt der Bürgermeister beim Blick auf die Kassenlage. Insbesondere, wenn man sehe, dass die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde wieder unter die 100-Euro-Marke gerutscht sei. Dennoch habe sich in den vergangenen Jahren einiges bewegt.

„Gemeinde hat sich durch den Verkauf von Grundstücken refinanziert“

Sei es der Bau des Bürgerzentrums und das Gewerbegebiet oder die Erweiterungen und Modernisierungen an den Kindertagesstätten und der Schule. „Die Gemeinde hat sich vor allem durch den Verkauf von Baugrundstücken refinanziert“, erklärt Wengert. Doch die seien jetzt allesamt weg, wie ein Großteil der Rücklagen Ende 2020. Dafür ist die Gemeinde inzwischen auf 4445 Einwohner angewachsen.

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Einnahmen aus Gewerbesteuer stabilisieren sich bei 1,7 bis 1,8 Millionen Euro

Owingen müsse seinen Haushalt nachhaltiger sichern, betont der Bürgermeister. Umso mehr, als die Kommune jetzt erstmals auf die Doppik umstellt und die Balance im Ergebnishaushalt noch schwieriger zu halten ist, da jede Investition mit ihren Abschreibungen zurückschlägt. „Langsam, aber sicher stabilisieren sich die Gewerbesteuereinnahmen bei 1,7 bis 1,8 Millionen Euro“, ist Henrik Wengert noch zufrieden.

Ausweisung weiterer Gewerbeflächen vorgesehen

Diese Einnahmen seien aus Sicht der Kommune genauso wichtig wie die Arbeitsplätze, die im erweiterten Gewerbegebiet entstanden sind. Als notwendigen Weitblick sieht es Henrik Wengert daher, wenn er zur Überraschung von benachbarten Kollegen die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen im Regionalplan beantragt.

Halbe Personalstelle für Tourismus-Konzept reserviert

„Wir lassen uns unsere Betreuungsangebote für Kinder einiges kosten“, sagt Wengert. „Da könnte man sicher sparen, doch da wollen wir keine Abstriche machen und familienfreundlich bleiben.“ Vorsichtig tastet sich die Gemeinde im Bereich des Tourismus voran. Im vergangenen Jahr leistete sie sich ein eigenes Konzept mit Leitbild, an dem die Bürger mitarbeiteten. Für die Umsetzung hat Owingen nun erstmals eine halbe Stelle beim Personal reserviert.

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Vier neue Köpfe spülte die Gemeinderatswahl in das Gremium. Alte und neue Räte hätten schnell „sehr gut zusammengefunden“, freut sich der Bürgermeister, der einen sehr kooperativen Umgang mit seinen Bürgervertretern pflegt. Ganz persönlich freut sich Wengert über sein Ergebnis bei der Kreistagswahl. Als Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler holte er im Bezirk der Verwaltungsgemeinschaft mit Überlingen und Sipplingen über 1000 Stimmen mehr als Überlingens Oberbürgermeister Jan Zeitler.

Vorhaben Lebensräume für Jung und Alt nimmt Gestalt an

Neben dem Großprojekt Feuerwehrhaus soll es auch im sozialen Bereich weiter vorangehen. Während das Pflegeheim, das die Stiftung Liebenau selbst gebaut hat, demnächst seinen Betrieb aufnimmt, nimmt das Vorhaben auf dem ehemaligen Storck-Areal nun Gestalt an. Die Investoren der Lebensräume für Jung und Alt unterzeichneten im November den Kaufvertrag für das Grundstück. Im Frühjahr soll der Spatenstich für am Ende rund 20 Wohnungen erfolgen, die im Idealfall eine gute Altersdurchmischung haben sollten.

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