Robert Längle ist so individuell und vielschichtig, manchmal auch so schräg wie die Möbel und die anderen Werkstücke aus Holz, die er mit viel Liebe zum Detail herstellt. Aber auch so lebendig und unkonventionell. "Ich mache nur noch das, wozu ich Lust habe", sagt der 67-jährige Schreinermeister, der das Material seiner außergewöhnlichen Werkstücke regelrecht zum Sprechen bringt. Doch wer auf Längles Homepage blickt, der erkennt an der langen Liste der Arbeiten schnell, dass er noch zu recht viel Lust hat.

Der ebenso kunstvolle wie kreative Handwerker, der just vor 50 Jahren in Owingen seine Gesellenprüfung ablegte, hatte zwischenzeitlich zehn Mitarbeiter, die er sukzessive und schonend abgebaut hat. Mit 67 Jahren ist er keineswegs müde, doch sich selbst genug, hat genügend Arbeit und noch immer neue Ideen. Das zeigt ein mobiler Gasherd aus Holz mit integrierter Energiezufuhr, der überall einsatzfähig ist. Oder seine kleine zweisitzige Bank mit zweimal zwei Lehnen über Eck, die er Tête-à-Tête nennt und mit der er – wie er sagt – eine Anleihe an einem Möbelstück aus dem Mittelalter genommen hat. "Wenn man sich bequem anlehnt, sitzt man sich notgedrungen gegenüber und muss sich in die Augen schauen", sagt Robert Längle und demonstriert es gleich.

Stolz ist er auf sein riesiges Materiallager draußen vor der Werkstatt – mit Birnbaum und Buche, Eiche und Kirsche, Nussbaum und Esche. "Wenn man das pro Kopf sieht, ist es sicher das Größte in Deutschland", erklärt der Mann, der ganz auf einheimische Hölzer setzt. Mit kleinen Ausnahmen. Wie bei der kunstvollen Holzbadewanne, die er aus Hemlock-Tanne schichtweise verleimt und so ein edles Stück geschaffen hat. Doch das Material stammte schließlich von der Zimmerdecke eines Bekannten.

"Das ist mein einziger Mitarbeiter", sagt Robert Längle schmunzelnd und zeigt auf den Gabelstapler. Mit ihm zusammen habe er auch diesen fünf Meter langen, massiven Tisch gefertigt, dessen Platte allein 400 Kilogramm wiegt. "Schreinerei Robert Längle" steht nur noch außen am Gebäude im Owinger Henkerberg. Im Internet und auf den Visitenkarten gibt es nur noch "de Robert", wie er auch seine E-Mails und Einladungen lässig unterzeichnet.

Klare Formen, die Natur selbst sprechen lassen, ohne sich ihr mit Schnörkeln anzubiedern, dies kennzeichnet Längles gestalterische Linie. Eiche oder Nussbaum lässt er die lebendigen Strukturen des gewachsenen Holzes ausspielen, ohne rustikal und mächtig zu wirken. Ja, der Schreiner müht sich mit Stücken, die für die meisten Kollegen nur "Brennholz wären, wie er formuliert. Doch am Ende gewinnt er den Kampf gegen krumme Bretter, die völlig unbrauchbar scheinen, und füllt Risse mit Kunstharz, die dem Tisch seine Individualität, ja seinen unverkennbaren Fingerabdruck geben. Wie verästelte Blutgefäße oder Flusssysteme aus Weltraumperspektive durchziehen sie die Tischplatten und hauchen der klaren äußeren Form quirliges Leben ein. Längle gibt den Möbeln eine "Seele", wie er sagt.

Ja, er versucht, Material und Menschen in Einklang zu bringen – zur Resonanz könnte man sagen. Längle: "Besonders spannend ist es für mich daher, deren Wünsche und Neigungen herauszufinden, um genau für sie etwas zu schaffen, das passt." Doch das Schönste ist für ihn einfach das Holz. "Bei den meisten Bäumen weiß ich sogar, auf welcher Wiese sie gestanden hatten", sagt der Schreiner und Designkünstler, der er zugleich ist.

Über Konkurrenz und Wettbewerb will und braucht Längle gar nicht nachzudenken. Doch er liebt das Leben und die Menschen. "Ich muss mal wieder mehr raus", sagt er deshalb. "Ich war jetzt lange nicht mehr auf Messen." Wie schön das sein kann, hat er vor Kurzem in Dornbirn erlebt. "Da waren über 50 000 Besucher. Verkauft habe ich zwar nichts", blickt 'de Robert' zurück, "doch die Streicheleinheiten in der Masse habe ich genossen." Das will er auch am ersten Mai-Wochenende bei den Gartentagen auf der Lindauer Insel wieder tun.

Werkstatt wird Partyzone

Schreiner Robert Längle liebt das Holz und die Menschen. Beiden konnte man viele Jahre lang immer mal wieder auf einer der legendären Werkstattpartys begegnen. Denn „de Robert“ feiert auch gerne, am liebsten mit vielen anderen, er mag besondere Musik, an der er auch gerne seine Freunde und Bekannten teilhaben lässt. „Party-Party-Party......“ heißt es dann im Betreff, wie bei der Einladung zur „Israelischen Party“ am Samstagabend (Henkerberg 6 in Owingen). Und wieder verspricht es etwas ganz Besonderes zu werden – mit israelischer Musik und israelischen Speisen. Brutzeln wird der leidenschaftliche Hobbykoch Hagai Marom unter anderem verschiedene Falafeln als Bio-Imbiss. Der Israeli ist inzwischen in Rickenbach zu Hause und bringt einen israelischen Musiker mit. Dani Dorchin wird als One Man Band mit spannenden Rhythmen zu hören sein. Anschließend sorgen die DJs Jürgen und Andreas für gute Laune und Tanzmusik Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, Musik gibt es ab 20.30 Uhr. (hpw)