Auch ein kleines Dorf hat seine Geheimnisse. Diese den Bürgern und Besuchern nahezubringen, ist die Idee hinter 13 Informationstafeln, die von nun an im Owinger Teilort Taisersdorf stehen. Darauf vermerkt sind wissenswerte Fakten zu Gebäuden, Landmarken und anderen Besonderheiten.

Verfasst hat die Texte der gebürtige Taisersdorfer Karl Stehle gemeinsam mit der bisherigen Ortsvorsteherin Angelika Thiel. Zusammen mit Owingens Bürgermeister Henrik Wengert stellten sie die neuen Tafeln vor.

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Vorbild für andere Teilorte?

„Wir sind sehr dankbar, dass dieses Projekt praktisch in ehrenamtlicher Arbeit realisiert wurde“, zollte Bürgermeister Wengert den beiden Aktiven seinen Respekt. Er sagte, er könne sich vorstellen, dass das Projekt als Vorbild für die anderen Teilorte diene.

Umgekehrt zeigten sich Angelika Thiel und Karl Stehle sehr erfreut, dass ihr Vorhaben im Rathaus auch auf offene Ohren gestoßen sei: „Es ist toll, dass die Gemeinde die Realisierung finanziell ermöglicht hat“, sagte Angelika Thiel. Die Produktionskosten für die Tafeln aus Edelstahl hätten bei knapp 2000 Euro gelegen.

Interessante Ein- und Ausblicke

Viele Fakten rund um den Teilort kennt der gebürtige Taisersdorfer Karl Stehle noch aus eigener Anschauung, anderes hat er in privaten Archiven und über verlässliche Informationsquellen recherchiert. Erläuterungen zu den Namen der Plätze oder interessante Details zur Geschichte der Gebäude geben dem Betrachter Einblicke in die örtliche Vergangenheit.

Zudem können Wanderer attraktive Ausblicke genießen, etwa vom Taisersdorfer Zimmerplatz aus. Von der bepflanzten Anhöhe aus öffnet sich der Blick nach Norden nach Großschönach und in die hügelige Landschaft des Oberen Linzgaus. Nach Süden breitet sich hier bei klarer Sicht die ganze Alpenkette aus.

Woher der Zimmerplatz seinen Namen hat

Auf dem Zimmerplatz wurden in früheren Zeiten die Balken für den Hausbau vorgefertigt, um sie an Ort und Stelle schneller aufbauen zu können. Auf der Informationstafel sind hier die Gewannnamen und deren Herkunft erläutert.

Erläuterungen findet der Spaziergänger auch bei der Markus-Kapelle, die am Jakobsweg steht und einen Pilgerstempel birgt. Eine Kapelle an diesem Ort fand schon bei Kaiser Barbarossa 1155 Erwähnung.

Hier sind weitere Infotafeln zu finden

Tafeln gibt es unter anderem beim Spritzenhaus der Feuerwehr, beim alten Schul- und Rathaus, der Lehmgrube oder auch der sogenannten „Teufelsküche“ in der Linzer Aach. Dahinter steckt eine alte Anekdote über einen besonderen Vorfall, der die Steinbockzunft zu ihrer Fastnachtsfigur inspirierte und auch schon in Theaterstücken verarbeitet worden ist.