Die Premiere war ein voller Erfolg. Erstmals waren die Narren und Fastnachtsgruppen aller Owinger Teilorte ohne größeren äußeren Anlass unter dem neuen Begriff "HoTaBO" – HOhenbodman, TAisersdorf, Billafingen, Owingen – zu einem gemeinsamen Umzug und einem Fest zusammengekommen – und es war gut so. Darin waren sich alle Beteiligten einig. Dass die Narrenzunft "Trole" in Hohenbodman ihr 33-Jähriges Bestehen feierte, kann zu närrischen Zeiten durchaus als ausreichender Grund gelten. Auch wenn man beim Nachrechnen etwas großzügig sein muss, nachdem die Zunft aus dem oberen Linzgau vor just sieben Jahren das 25-Jährige begangen hatte. Doch die Narren lassen sich schließlich auch von Adam Riese nicht gerne etwas vorschreiben.

Umso glücklicher war "Trole"-Zunftmeisterin und Gastgeberin Heike Trost über die Zusammenkunft. "Ich finde es toll, dass das erstmals in dieser Form zustande gekommen ist", freute sie sich nach dem gemeinsamen Umzug. "Etwas mehr Besucher und Zuschauer hätte ich mir schon gewünscht. Doch wir sind sehr zufrieden." So schnell wie bei den Narren Traditionen entstehen, sollte eine Wiederholung im Hauptort Owingen zum 20-jährigen Bestehen der Hexen im kommenden Jahr fest gebucht sein.

Sie durften beim ersten gemeinsamen Umzug der Owinger Teilorte natürlich nicht fehlen: Die Owinger Hexen.
Sie durften beim ersten gemeinsamen Umzug der Owinger Teilorte natürlich nicht fehlen: Die Owinger Hexen. | Bild: Hanspeter Walter

Zum Aufwärmen hatten die "Trole" schon um die Mittagszeit zu einem Zunftmeisterempfang in ihr Dorfgemeinschaftshaus geladen. Nicht nur die Billafinger Einhörner, die Taisersdorfer Steinböcke und die Owinger Hexen waren präsent, auch die Nebelspalter aus Owingen und als Gäste die Dreizipfelritter aus dem benachbarten Großschönach, die erst zwei Wochen zuvor zum Jubiläumsfest geladen hatten. Wer sich an diesem Tag allerdings auf die Nebelspalter zur Schaffung des nötigen Weitblicks in der Höhenlage verlassen hatte, sah sich in seiner Hoffnung getäuscht. Schwer lag die feuchte Luft bei fast zehn Minusgraden über Hohenbodman und machte den Zuschauern kalte Füße und den Musikern kalte Hände.

Beide durften froh sein, dass der mit Kanonendonner eröffnete Umzug sich auf 25 Minuten beschränkte. "Bodmer... Trole" – so zogen die Gastgeber mit ihrem Schlachtruf vorneweg. Doch nicht nur die Mäschgerle der Owinger Zünfte waren mit dabei, das Kinderhaus St. Nikolaus hatte das von den Nebelspaltern ausgegebene Motto Ernst genommen und gestalteten als Bananen, Erdbeeren und Weintrauben einen vitaminreichen "Owinger Obst- und Gemüsegarten". Auf die Rathausbesatzung war stark vertreten und hatte die Verkehrsregelung auf ihre Art selbst in die Hand genommen. Als Anführer konnte Bürgermeister Henrik Wengert an diesem Tag zwar nicht gelten. Da er zugleich seinen 45. Geburtstag feierte und dies mit einem Tempolimitschild auch dokumentierte, wurde er von Gratulanten immer wieder aufgehalten, hinkte dem Umzug allerdings nur geringfügig hinterher.

Die Samba-Trommlerinnen und -trommler sorgten für Stimmung.
Die Samba-Trommlerinnen und -trommler sorgten für Stimmung. | Bild: Hanspeter Walter

Der Musikverein Owingen unter der Leitung von Angela Gorber sowie die Samba-Trommlerinnen und -Trommler der Hexen um Ina Lemke sorgten für Schwung und gute Laune. Daran knüpften die Narren im Saloon des Adlers, in Scheune und Festzelt nach dem Umzug nahtlos an. Zunächst die Trommler, dann die DJs heizten den Narren an diesem kalten Abend mächtig ein. Beides machte schon mal Appetit auf den Zunftball der Steinböcke in Taisersdorf (11. Februar) und den "Kessel Buntes" der Hexen im "Kultur|O" (17. und 18. Februar).