Ute Wendel und ihr Sohn sind nach sieben Reiseetappen, verteilt auf die Schulferien in drei Jahren, in ihrem alten Golf in Peru in Oxapampa angekommen. In diesen drei Jahren sind Mutter und Sohn vom Hafen in Montevideo Uruguays über den Südzipfel von Argentinien und Chile nach Peru in ihr Häuschen in Oxapampa gefahren. Insgesamt 19 000 Kilometer. "Das bin wirklich ich allein gefahren", teilte Ute Wendel nach der Ankunft stolz mit. "Für Luciano und mich war dies eine ganz besondere Tour im eigenen Auto, mit unvergesslich herzlichen und rührenden Begegnungen, teilweise unvorstellbaren Schotterpistenstrecken, unglaublichen Landschaften, und immer mit der Gewissheit, dass es gut weitergeht. Immer gab es eine Lösung und Hilfe, wenn es nötig war."

Ute Wendel betreibt in Owingen ein Büro, das sich auf Südamerikareisen spezialisiert hat. Das heißt, sie verkauft Abenteuer, und erlebte sie mit ihrem Sohn, der jetzt die vierte Grundschulklasse besucht, selbst.

Wendel berichtete nach der Ankunft, dass ihr Auto mit FN-Kennzeichen, das sie nach Südamerika verschiffen ließ, problemlos einen 4818 Meter hohen Pass gemeistert habe, "vorbei an schnaubenden Bussen, einem umgekippten Lkw, Lamas und Bergarbeitersiedlungen". Durch die gesamte Küstenwüste von Santiago de Chile bis Lima habe ihr Auto wie ein Wohnmobil funktioniert, mit Klappfahrrad, zwei Rollern, Akkordeon, Stuhl, Kopfkissen und Holztruhe an Bord.

Sie sei dankbar dafür, dass sie und ihr Sohn diese Tour erleben durften, "dass wir beide gesund und munter reisen konnten". Nachdenklich sagt sie: "Die Gesundheit ist kein selbstverständliches Gut, und der Weltfrieden und die Reisefreiheit sind es auch nicht." Allein als Frau mit Sohn habe sie eine verrückte Idee umgesetzt. "Ich möchte gerne die SÜDKURIER-Leser dazu ermuntern, es zu wagen und eine eigene Verrücktheit umzusetzen. Es lohnt sich und es beflügelt."

Im Februar 2017 berichteten wir auf suedkurier.de über Ute Wendels erste Etappen. Was Mutter und Sohn auf ihrer Fahrt bis nach Feuerland erlebten, lesen Sie hier.