Auch Owingen wird von Problemen eingeholt, was die Kostenentwicklung bei großen Projekten angeht. Das wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. Die Gemeinde konnte beim neuen Bürgerzentrum Kultur|O vor rund vier Jahren die Kostenberechnungen und das eigene Budget nahezu einhalten. Bei der Realisierung des Feuerwehrhauses kann sich jetzt Planer Josef Prinz dem aktuellen Marktgeschehen und den Preisentwicklungen nicht mit dem selben Erfolg entgegenstemmen.

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Mehrkosten liegen knapp 20 Prozent über Berechnungen

Die aktuelle Vergabe des ersten großen Ausschreibungsblocks ergab Mehrkosten von 346 000 Euro, das sind knapp 20 Prozent gegenüber den Berechnungen, die sich für die zehn Gewerke auf 1,81 Millionen Euro belaufen hatten. Die Gesamtkosten für das Bauwerk und die flankierenden Maßnahmen hatten bei rund 4,6 Millionen Euro gelegen.

Architekt: Planungsbüros mussten Werbung bei Firmen machen

„Dieses Mal hat es uns erwischt“, beschrieb Bürgermeister Henrik Wengert die Erfahrung, vor der Owingen bislang verschont geblieben war. „Die wesentlichen Überschreitungen sind marktbedingt“, erklärte Architekt Josef Prinz die Entwicklung. Die Planungsbüros hätten bei den Firmen regelrecht Werbung machen müssen, damit diese sich überhaupt an den Ausschreibungen beteiligt hätten.

Allein Rohbau 200 000 Euro teurer

Während kleinere Gewerke sogar preiswerter angeboten wurden, nannte Prinz den Rohbau als „eigentliches Problemgewerk“. Den Auftrag vergab der Gemeinderat für gut 1,32 Millionen Euro an die Firma Wohlwender in Fleischwangen. Das sind allein rund 200 000 Euro mehr als berechnet. Wobei die drei nächsten Angebote um jeweils etwa 30 000 Euro teurer waren. Kostenrelevant seien hier die Erdarbeiten, Stahlpreise und die Baustelleneinrichtung gewesen. Weitere wichtige Gewerke waren die Elektrotechnik (Schwägler Elektrosysteme für 246 000 Euro), die lufttechnischen Anlagen (Walter Welte für 142 500 Euro) sowie Sanitär und Blechnerei (Jörg Brand für 130 000 Euro).

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Bürgermeister will teilweisen Ausgleich bei weiteren Vergaben anstreben

Man werde versuchen, einen Teil der aktuellen Kostensteigerungen bei den weiteren Vergaben noch auszugleichen, sagte Bürgermeister Henrik Wengert. Doch dies sei sicher nicht einfach. Gemeinderätin Susanne Riester wollte eine weitere Kostensteigerung bei den nächsten Vergaben nicht mittragen, wie sie sagte.

Gemeinderat stimmt am Ende einstimmig zu

Jörg Schirm und Alexander Schechter zeigten sich allerdings skeptisch. „Die Feuerwehr braucht ein funktionales Gebäude“, erklärte Schirm und auch Schechter sah kein Einsparpotenzial. An der Qualität des Sichtbetons 20 000 Euro einzusparen, sei auch keine Lösung, betonte Schechter. Schließlich befürwortete der Gemeinderat die Vergabe aller zehn Gewerke einstimmig.