Von der Alarmierung über die Leitstelle in Friedrichshafen bis zum Eintreffen des ersten Einsatzfahrzeuges vergingen lediglich vier Minuten. Danach brachten sich die Löschfahrzeuge an dem für die Hauptübung ausgewählten Sonnenwiesenhof in Taisersdorf im Minutentakt in Stellung. Selbst die Mannschaft der Feuerwehrabteilung Billafingen, die den weitesten Anfahrtsweg hatte, war nach 16 Minuten einsatzbereit.

"Das ist eine hervorragende Zeit", erklärt Gesamtkommandant Matthias Pasewaldt, der den Zuschauern den Übungsverlauf erläutert. Dem Übungsszenario zufolge ist im Sonnenwiesenhof ein Brand ausgebrochen. Drei Personen, dargestellt durch Mitglieder der Owinger Jugendfeuerwehr, befinden sich im Obergeschoss des Gebäudes. Ohne Hilfe gäbe es für sie kein Entkommen. Der Rauch, der sich im Gebäude ausgebreitet hat, wäre bei einem Fluchtversuch ins Freie zur tödlichen Falle geworden. Über Steckleitern und etwas später noch über die aus Überlingen herbeigerufene Drehleiter bringen die Feuerwehrleute die eingeschlossenen Personen in Sicherheit. Parallel dazu werden zwei Löschwasserversorgungen aufgebaut. Zum einen wird ein nahegelegener Überfluthydrant angezapft, zum anderen wird mit dem Schlauchwagen, mit dem die Schläuche im Fahren ausgelegt werden können, eine Leitung zum 500 Meter entfernten Wasserhochbehälter ausgelegt. Menschenrettung und Brandbekämpfung laufen nebeneinander her. "Aus meiner Sicht ist die Übung gut gelaufen", erklärt Einsatzleiter Michael Steurer gegenüber dem SÜDKURIER.

Mehr Rettungskräfte nötig

Wer genauer hingeschaut hatte, konnte unter den Schutzhelmen der rund 60 Rettungskräfte eine Reihe weiblicher Gesichter ausmachen. "Die Owinger Wehr hat die höchste Frauenquote im Bodenseekreis", erzählt Kommandant Pasewaldt. Gleichzeitig appelliert er an die Bevölkerung, sich in den Dienst der Feuerwehr zu stellen. "Wir haben zwar bei unserer Aktion 'Kommen-schauen-anfassen' einige Neuzugänge verzeichnen können", berichtet er, "aber unsere Tagesverfügbarkeit ist mau."