Was ein passionierter Radler ist, sei es auf der Straße oder im Gelände, lässt sich von einer Fußballweltmeisterschaft nicht ablenken. Wer es am Mittwoch dennoch tat, der mag es bereut haben, oder/und kam nach dem Debakel der Nationalmannschaft doch noch zum Hohenbod-Man, um sich den Frust oder die Lust von der Seele zu strampeln.

Gleich ist's geschafft. Beim Steilanstieg am Aussichtsturm müssen auch die Routiniers kämpfen. Mit 19 Prozent übertrifft der Turmbühl sogar die steilsten Pässe der Tour de France – allerdings ist er deutlich kürzer.
Gleich ist's geschafft. Beim Steilanstieg am Aussichtsturm müssen auch die Routiniers kämpfen. Mit 19 Prozent übertrifft der Turmbühl sogar die steilsten Pässe der Tour de France – allerdings ist er deutlich kürzer. | Bild: Hanspeter Walter

Insofern mutetet der Verein "Fit for Fun" um Jan und Daniela Treiber ihrer Benefiz-Radtour mit der Terminierung ein gewisses Risiko zu. Durften mit der Resonanz am Ende unter den gegebenen Umständen allerdings höchst zufrieden sein.

Weniger Publikum feuert an

Exakt 99 Teilnehmer trugen sich in die Strichlisten ein, in denen die Helfer auf Zuruf sorgfältig die absolvierten Runden registrierten. Auch wenn dies 27 weniger waren als im vergangenen Jahr, konnte Organisator Jan Treiber recht zufrieden sein. Der Aderlass beim Publikum war deutlich größer, was Moderator Michael Fleiner nicht daran hinderte, das kleine Häuflein an Zuschauern und die Radler selbst wieder mit launigen Kommentaren zu unterhalten und ihnen auf den letzten Metern des Steilanstiegs noch etwas Mut zuzusprechen.

Gleich ist's geschafft. Beim Steilanstieg am Aussichtsturm müssen auch die Routiniers kämpfen. Mit 19 Prozent übertrifft der Turmbühl sogar die steilsten Pässe der Tour de France – allerdings ist er deutlich kürzer.
Gleich ist's geschafft. Beim Steilanstieg am Aussichtsturm müssen auch die Routiniers kämpfen. Mit 19 Prozent übertrifft der Turmbühl sogar die steilsten Pässe der Tour de France – allerdings ist er deutlich kürzer. | Bild: Hanspeter Walter Journalist-Texte-Bilder

"Das Wetter war ideal, wenngleich der Wind aus allen Richtungen kam, zumeist von vorne", freut sich Jan Treiber bei seinem Abschlussfazit. Besonders wichtig war ihm, dass die Veranstaltung völlig unfallfrei ablief – abgesehen von zwei platten Reifen. Insgesamt addierte Ausdauersportler Treiber, der auch selbst wieder in die Pedale trat, exakt 352 gefahrene Runden auf den beiden Strecken. "Besonders erfreulich waren die vielen jungen Teilnehmerinnen aus Salem-Weildorf", betont der Organisator: "Die Radsportfreunde Überlingen stellten die größte Gruppe." Ausgewirkt scheint sich das WM-Spiel Deutschlands vor allem auf Teilnehmer zu haben, die eine größere Anfahrt hatten, wie aus Stockach oder Pfullendorf.

Nach vier Runden – das sind immerhin 28 Kilometer – können sie noch lachen: Martina, Susa und Petra von den Owinger "Prosecco-Hühnern".
Nach vier Runden – das sind immerhin 28 Kilometer – können sie noch lachen: Martina, Susa und Petra von den Owinger "Prosecco-Hühnern". | Bild: Hanspeter Walter

Die Tour hat es in sich. Neben den landschaftlichen Reizen, die für einen ehrgeizigen Sportradler erst in zweiter Linie zählen, bietet sie mit dem 19 Prozent steilen Anstieg eine zwar kurze, aber umso heftigere sportliche Herausforderung, auf die alsbald mit der rasanten Talfahrt durch den Eichbühl eine echte Belohnung folgt. Immerhin sieben Kilometer lang ist die Runde, die nach mehrmaliger Wiederholung die Muskeln doch müde macht.

Owingens früherer Bürgermeister Günther Former mit dabei

Das spürten zwar auch die drei sportlichen Prosecco-Hühner Marina Schnack, Susanne Großmann und Petra Brechtold bei ihrem Heimspiel. Doch machten sie sich nach vier Runden im Sattel auf zu einem Geländelauf. Nicht fehlen darf bei der Veranstaltung auch Owingens früherer Bürgermeister Günther Former. Der passionierte Radler hielt zwischenzeitlich mit absolvierten sieben Runden sogar die Spitze.

Egal ob Rennrad, Mountainbike oder Pedelec – Hauptsache strampeln. Das muss man auch noch mit Fremdenergie, wie Birgit und Josef Viellieber hier erfahren.
Egal ob Rennrad, Mountainbike oder Pedelec – Hauptsache strampeln. Das muss man auch noch mit Fremdenergie, wie Birgit und Josef Viellieber hier erfahren. | Bild: Hanspeter Walter

Wer noch mehr Waldluft atmen wollte, der konnte mit seinem Mountainbike die mit 5,4 Kilometern etwas kürzere Geländestrecke absolvieren. Einige Teilnehmer legten sie als Crosslauf zurück. Alles ist möglich und mitmachen ist alles. Das gilt auch für die Radler, die die Runde mit dem Pedelec zurücklegten wie Josef und Birgit Viellieber. Auch hier muss man erst mal kräftig in die Pedale treten und um die energetische Unterstützung mag manch anderer die beiden spätestens am Steilanstieg beneidet haben.

Große Zahl an Helfern erforderlich

Erforderlich ist Jahr für Jahr eine große Anzahl an Helfern, sei es als Streckenposten oder "Energieversorger". Das DRK Überlingen stellte den Sanitätswachdienst, wurde allerdings kaum benötigt. Helfer und Verpflegung stellte auch der letztjährige Spendenempfänger, das Therapeutische Reiten (THRM) aus Markdorf.

Spendensumme voraussichtlich vierstellig

Der diesjährige Spendenempfänger, die Wildtierhilfe Bio-Top aus Volkertshausen, war ebenfalls vertreten und konnte für die Vereinsziele Werbung machen. Noch ist der diesjährige Geldsegen der Benefizveranstaltung nicht ganz erfasst, doch rechnet Jan Treiber "mit einer vierstelligen Spendensumme".